France

IHK-Innovationsforum

Podiumsdiskussion: Mobile Health und Telemedizin auf dem Vormarsch?

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

Mobile Health muss Gegenstand der Regelversorgung werden

Seit mehr als zehn Jahren gibt es hierzulande zudem eine stabile Kostensituation gemessen an den Gesundheitsausgaben einerseits und dem Bruttoinlandsprodukt andererseits. „Der Markt wird es letztlich richten“, ist Gesundheitswirtschaftler Franke überzeugt. So wie Navigationssysteme von Fahrzeugen der Luxusklasse bis in Kleinwagen vorgedrungen seien, müsse Mobile Health Gegenstand der Regelversorgung werden. Dafür müsse die Politik Verantwortung übernehmen, sind sich die Akteure auf dem Podium weitestgehend einig: „Die Finanzierung muss geregelt werden.“ Aber das bedeute nicht, dass die anderen Akteure die Hände in den Schoss legen dürften. „Der kommende Innovationsfond wird signifikante Impulse setzen“, ist Prof. Hilbert optimistisch.

Mobile Health braucht aufgeklärte, souveräne Patienten

Allerdings muss dafür das große Thema Sicherheit geklärt werden. „Ich erwarte, dass Sicherheit funktioniert“, bringt es Franke auf eine ganz einfache Formel. Das seien Industrie und Politik den Anwendern schuldig. „Aber es braucht auch aufgeklärte, souveräne Patienten“, nimmt er auch die Anwender in die Pflicht. Bei diesem Thema schaltet sich auch Zehnkampf-Vizeweltmeister Schrader wieder in die Diskussion ein. Er sieht für sich persönlich keine Probleme mit der Sicherheit. Denn er gehe grundsätzlich sehr behutsam und selektiv mit Informationen über sich um – auch in Medien wie Facebook & Co. Dass Konkurrenten im Zuge von Sportspionage via Apps Informationen über seinen Fitnesszustand abfragen könnten, fürchte er daher nicht.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Gesundheitsdaten sind die wertvollsten Daten im gesamten Datenkosmos

Das ist vielleicht nicht die schlechteste Strategie. Denn: „Gesundheitsdaten sind die wertvollsten Daten im gesamten Datenkosmos. Da kann jede einzelne Information relevant sein“, mahnt Redakteurin Mühl. Wesentlich offener geht SAP-Mann Przewloka – ganz Unternehmer – mit dem Thema Sicherheit um. Zwar sei das Internet genauso wenig ultimativ sicher wie wir Menschen es sind, aber wenn er jemandem etwas anvertraue, wisse er auch nicht, ob der es für sich behalte. „Also müssen wir auch mal etwas riskieren.“ Dennoch stellt er durchaus fest, dass viele Nutzer heute sehr naiv mit ihren persönlichen Daten umgehen. Er empfiehlt daher: „Grundsätzlich sind Nutzen und Risiken sehr sorgfältig gegeneinander abzuwägen.“ Letztlich müssten die Nutzer selbst ausbalancieren, was sie bereit sind, von sich preiszugeben. „Denn wir können Systeme nicht unendlich sicher machen.“

(ID:42847832)