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Swiss-Medtech-Mitgliederversammlung Schweizer Medizintechnik: Branche verlangt klare Standortpolitik

Quelle: Pressemitteilung Swiss Medtech 2 min Lesedauer

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Bei der Mitgliederversammlung von Swiss Medtech in Lugano forderte Präsident Damian Müller eine pragmatische wirtschaftspolitische Kurskorrektur mit klarem Fokus auf den Standort. Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft, darunter Bundesrat Ignazio Cassis, nahmen teil.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
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Der Druck auf die exportorientierte Schweizer Medtech-Industrie wächst: Die volatile Weltlage sowie eine kaum berechenbare US-Zollpolitik, der starke Franken und neue Handelsbarrieren verschärfen die Lage. Über 200 Vertreter der Medtech-Branche aus der Schweiz reisten zur Mitgliederversammlung von Swiss Medtech nach Lugano, um sich über die aktuellen Entwicklungen auszutauschen. Im Zentrum standen die zunehmenden Herausforderungen im internationalen Umfeld sowie die Frage, wie die Schweiz ihre Position als führender Medtech-Standort behaupten kann. „In Zeiten wachsender Unsicherheiten gewinnen stabile Partnerschaften an Bedeutung – insbesondere die Beziehungen zur Europäischen Union“, sagte Bundesrat Ignazio Cassis in seinem Gastauftritt.

Swiss Medtech Präsident Damian Müller erinnerte in seiner Eröffnungsrede an die traditionellen Stärken der Schweiz wie Rechtssicherheit, unternehmerische Freiheit und eine schlanke Regulierung – sie seien keine Selbstverständlichkeit, sondern müssten aktiv gesichert werden. „Wirtschaft, Politik und Behörden müssen wieder enger zusammenarbeiten. Jetzt braucht es klare innenpolitische Signale für den Standort Schweiz – nicht zusätzliche Belastungen für eine Branche, die bereits stark unter Druck steht“, warnte Müller.

Bilaterale III für die Medtech-Branche unentbehrlich

Die Europäische Union (EU) ist der wichtigste Handelspartner der Schweizer Medizintechnik-Industrie: Rund die Hälfte aller Exporte geht in die EU, und jeder dritte der über 70.000 Arbeitsplätze hängt direkt von Aufträgen aus der EU ab. Eine Umfrage des auf Politik- und Kommunikationsforschung spezialisierten Unternehmens gfs.bern unterstreicht die Bedeutung der bilateralen Beziehungen: Über 70 Prozent der Medtech-Unternehmen bewerten das Paket Schweiz–EU als wichtig für ihr eigenes Geschäft, über 80 Prozent für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz. „Entscheidend ist für die Branche der direkte Zugang zum EU-Binnenmarkt. Seit dem Abbruch der Verhandlungen im Mai 2021 ist dieser eingeschränkt – mit spürbaren Folgen: die zusätzliche Bürokratie kostet die Branche Milliarden“, sagte Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech.

Marktöffnung für FDA-zertifizierte Produkte gerät ins Stocken

Vor mehr als drei Jahren hat das Parlament den Bundesrat beauftragt, die Rechtsgrundlage so anzupassen, dass neben EU-zertifizierten Medizinprodukten auch solche mit einer Zulassung der US Food and Drug Administration (FDA) anerkannt werden. Damit könnte die Schweiz ihre Attraktivität als Standort gezielt stärken und zugleich die Patientenversorgung sichern. „Doch statt diesen klaren Auftrag als Chance zu nutzen, agieren die zuständigen Behörden zögerlich. Die Arbeiten laufen – mir fehlen jedoch Gestaltungswille, Tempo und Pragmatismus“, kritisierte Müller, Urheber des parlamentarischen Auftrags.

Geplante Abgabe auf Medizinprodukte würde für zusätzliche Belastung sorgen

Für Unruhe in der Branche sorgt zudem die geplante Einführung einer neuen Abgabe auf Medizinprodukte zugunsten des Heilmittelinstituts Swissmedic. Hunn äußerte sich kritisch dazu: „Das Institut versucht offenbar, seine jüngsten finanziellen Schwierigkeiten auf Kosten der Industrie abzufedern. Das ist der falsche Ansatz. Fehler mögen passieren – sie im Nachhinein der Branche aufzubürden, ist jedoch inakzeptabel.“ Die geplante Abgabe beläuft sich auf rund 25 Millionen Franken jährlich und entspricht damit just dem aktuellen Defizit des Heilmittelinstituts Swissmedic.

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