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IHK-Innovationsforum Podiumsdiskussion: Mobile Health und Telemedizin auf dem Vormarsch?

Autor / Redakteur: Autor | Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Rund um Mobile Health und Telemedizin ranken sich viele Mythen und Fragen. Was ist technisch möglich, medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich profitabel? Antworten gab es auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Mobile Health Forums am 22. Juli in Frankfurt. Gemeinsam vom Hessischen Wirtschaftsministerium und von der IHK-Innovationsberatung Hessen veranstaltet, drehte sich dort alles um Nutzung, Potenzial, Sicherheit und Finanzierung von Mobile Health.

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„Die Finanzierung von Mobile Health muss geregelt werden“, darin sind sind sich die Akteure auf dem Podium einig.
„Die Finanzierung von Mobile Health muss geregelt werden“, darin sind sind sich die Akteure auf dem Podium einig.
(Bild: Reinhardt)

Das hatten die Zuschauer und Zuhörer der Podiumsdiskussion sicher anders erwartet. Mit Zehnkampf-Vizeweltmeister Michael Schrader war ein Gast eingeladen, der in der Runde der Diskutanten eigentlich den Nutzen von Medical Apps aus Sicht der Anwender betonen sollte. Jung, dynamisch, Technik-affin.

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Die aktuelle Nutzung von Medical Apps

Doch der Athlet entpuppt sich als weniger IT-begeistert als angenommen. Zwar nutze er durchaus hin und wieder Apps zu Trainingszwecken, aber Medical Apps seien nicht unbedingt sein Ding. Dabei könnte er zurzeit aufgrund einer verletzungsbedingten Zwangspause die durchaus vorhandenen Möglichkeiten an der Schnittstelle zwischen Trainings- und Medizin-Apps gebrauchen.

Wer sonst interessiert sich also für die Möglichkeiten von Mobile Health? Ernüchternd mag da die Einschätzung von Prof. Josef Hilbert, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, sein: „Das sind in erster Linie Forscher und Entwickler, Gesundheits-Ökonomen und vereinzelt innovative Mediziner.“ Endnutzer sähen das Thema Mobile Health dagegen sehr neutral, würden es kaum kennen. „Aber Potenzial ist dennoch vorhanden“, so Hilbert, und die Akzeptanz käme letztlich mit der Nutzung. „Nur die müssen sich die Anbieter erst einmal erarbeiten.“ Ob es das angekündigte Fitness-Device von Apple oder der wachsende Markt für intelligente Kleidung richten werden, mit denen die Überwachung von Patienten und Sportlern rund um die Uhr möglich ist? Sicherheitsexperte Prof. Matthias Hollick ist sicher: „Da wird noch viel auf uns zukommen.“

Technisches und wirtschaftliches Potenzial von Mobile Health

Technisches und wirtschaftliches Potenzial für Mobile Health ist also durchaus vorhanden. Da ist es nur logisch, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Das macht – und das mag für Manchen überraschend sein – auch der Software-Gigant SAP, was gerne als weiterer Beleg für die Zukunftsfähigkeit von Mobile Health gewertet werden darf. Jedoch bedeutet Mobile Health für SAP, einen Transformationsprozess von Großgeschäftskunden zu einzelnen Personen als Zielgruppe in Gang zu setzen. „Wir müssen uns intensiv mit neuen Geschäftsmodellen auseinandersetzen“, erklärt Senior Vice President Prof. Dr. Martin Przewloka. Und das trifft durchaus auch auf klassische Medizintechnikhersteller zu. In wenigen Tagen startet SAP hierzu ein größeres Pilotprojekt, auf das Przewloka im Rahmen der Podiumsdiskussion noch nicht näher eingehen mag. Aber klar ist: SAP muss viel lernen. Denn die Abstimmung mit Ärzten, Krankenkassen und anderen Akteuren des Gesundheitswessen ist neu für SAP.

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