Micronora 2018

Mikrotechnik und Medizintechnik – ein unschlagbares Team

| Autor / Redakteur: / Kathrin Schäfer

CG.Tec Injection hat eine Vorrichtung entwickelt, die die Reinigung von Zahnprothesen leichter und sicherer gestalten soll.
CG.Tec Injection hat eine Vorrichtung entwickelt, die die Reinigung von Zahnprothesen leichter und sicherer gestalten soll. (Bild: gemeinfrei)

Die Micronora ist, wie der Name andeutet, eine Fachmesse für Mikrotechnik. Ob neurochirurgische Robotik, additiv gefertigte Prothesen oder Instrument für die Zahnsteinentfernung – auch das Einsatzfeld Medizintechnik nimmt die französische Veranstaltung in den Fokus.

Alle zwei Jahre findet im französischen Besançon die Micronora statt – zuletzt 2016. Auch wenn es also bis zur nächsten Veranstaltung noch ein gutes Jahr hin ist, möchte der Veranstalter schon heute auf die Relevanz der Messe für die Medizintechnikbranche aufmerksam machen. Drei Aussteller der Micronora 2016 sollen deutlich machen, welche Medtech-Anwendungen besonders innovativ sind.

Polymermanschette für Instrumente zur Zahnsteinentfernung

So hat die Firma CG.Tec Injection eine Vorrichtung entwickelt, die die Reinigung von Zahnprothesen zukünftig leichter und sicherer gestalten soll. Hierbei handelt es sich um eine Polymermanschette, die auf ein klassisches Instrument für die Zahnsteinentfernung gesteckt wird. Der als Clip bezeichnete Aufsatz hat die Form eines zirka 15 mm langen Kegels. Bei einer Wandstärke von 0,5 mm ist dieser Kegel über drei Viertel seiner Länge ausgehöhlt.

Trotz einer komplexen Kinematik der Gießform weist der Clip keinen Grat auf, um jede Verletzungsgefahr zu vermeiden. Hergestellt wird die außergewöhnliche Gießform mittels Senk- und Drahterodieren. Beim Werkstoff fiel die Wahl auf Peek. „Dieses Polymer, das in der Spritzgusstechnik oft verwendet wird, wurde aufgrund seiner mechanischen Fähigkeiten, seiner Biokompatibilität und seiner hohen Temperaturbeständigkeit beim Sterilisierzyklus gewählt“, erläutert Claire Flipo, Verkaufsleiterin von CG.Tec.

Ein weiterer Aussteller, Cryla, hat auf der Micronora 2016 sogar den Ausstellerpreis Micron d’Or erhalten: Cryla, ein Unternehmen aus Besançon, hat ein Mikrobauteil von 0,2 tausendstel Gramm aus medizinischem Gold hergestellt. „Die Herausforderung bestand darin, dieses Bauteil in der Großserie von rund 100.000 Stück pro Jahr herzustellen“, erläutert Thierry Lezenven, Chef des Unternehmens, im Rückblick.

Keramik und additive Fertigung gehören zusammen

Bei Aussteller Nummer drei geht es um das Thema additive Fertigung. Sie eignet sich besonders zur Herstellung komplexer Werkstücke nach Maß. Im Bereich der Prothetik kann sie deshalb ihre Vorteile voll ausspielen.

Mit ihrer Expertise im Bereich Biomedizin bietet die französische 3D Ceram ein 3D-Druckverfahren namens 3D Ceram Medical Certification an, kurz 3DCMC. Das Angebot 3DCMC beinhaltet sowohl 3D-Druckmaterialien als auch das entsprechende 3D-Druckverfahren für Keramiken und ist in Verbindung mit dem Kauf von Hydroxylapatit-Paste als Full-Service-Paket verfügbar. Auf diese Weise gewinnen Kunden Zeit, um die CE-Zulassung und -Zertifizierung für die Herstellung von Implantaten aus Hydroxylapatit zu erwirken. Auf Maschinen der Marke Ceramaker, die 3D Ceram im Eigenbau hergestellt hat, werden nicht resorbierbare Implantate oder Knochenersatzkomponenten additiv hergestellt. Diese finden in Körperteilen wie dem Kiefer oder beispielsweise auch der Wirbelsäule Anwendung.

Auch 2018 wird es jede Menge Medizintechnik auf der Micronora geben. Diese findet vom 25. bis 28. September 2018 in Besançon statt.

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