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Compamed Frühjahrsforum „Die Medizintechnik kommt zum Menschen“

Autor / Redakteur: Klaus Jopp / Kathrin Schäfer

Mikro- und Nanotechnologien haben das Potenzial, Diagnostik und Therapiemaßnahmen so zu unterstützen, dass sie sich am individuellen Krankheitsverlauf und den persönlichen Bedürfnissen einzelner Patienten orientieren. Personalisierte Medizin stand deshalb im Fokus des Compamed Frühjahrsforums, das die Messe Düsseldorf und der Ivam Fachverband für Mikrotechnik Ende Mai in Frankfurt veranstaltet haben.

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Gespanntes Interesse im Publikum: Das Frühjahrsforum gibt einen ersten Ausblick auf die Trends, die im November auf der Compamed im Blickpunkt des fachlichen und geschäftlichen Austausches stehen.
Gespanntes Interesse im Publikum: Das Frühjahrsforum gibt einen ersten Ausblick auf die Trends, die im November auf der Compamed im Blickpunkt des fachlichen und geschäftlichen Austausches stehen.
(Schäfer/Devicemed)

Medizintechnik wird immer kleiner, günstiger und vernetzter. Anbieter benötigen von den Zulieferern entsprechend immer feinere, leichtere und doch zugleich leistungsfähigere Komponenten, Bauteile, Chips oder etwa auch passende Energie- sowie Datenspeicher. „Medizintechnik kommt zum Menschen, der Mensch muss nicht mehr zur Medizintechnik“ – so könnte das Credo der personalisierten Medizin beschrieben werden.

„Auf der anderen Seite leiden immer mehr Menschen unter chronischen Krankheiten“, erklärt als einer Redner des Compamed Frühjahrsforums Dr. Florian Frensch, Head of Strategy & New Business Developement bei Philips für die DACH-Region. Allein in Deutschland sind 18 Millionen übergewichtig, 20 bis 30 Millionen weisen einen zu hohen Blutdruck auf, geschätzt acht Millionen werden 2030 an Diabetes leiden. Sozusagen im Gegenzug verändern Personalisierung und Digitalisierung das Leben – auch und gerade im Gesundheitsbereich: Schon 54 Prozent der Deutschen legen großen Wert auf individuelle Behandlungsmethoden, jeder 5. Deutsche hat bereits eine Gesundheits- oder Medizin-App auf seinem Smartphone – zwischen 2013 bis 2017 soll sich der Markt für Health-Apps glatt verzehnfachen.

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Die Megatrends lauten Kommoditisierung, Miniaturisierung und Vernetzung

Für Medizintechnik-Hersteller wie etwa Philips sind die Megatrends Kommoditisierung, Miniaturisierung und vernetzte Endgeräte von besonderem Interesse. Beispiel Ultraschall: Kostete ein Gerät 1995 noch zirka 15.000 US-Dollar und war größer als ein Schreibtischschrank, steht der Listenpreis für das neueste Modell Lumify 2016 bei 200 US-Dollar pro Monat. Dafür erhält der Kunde eine mobile, App-basierte Ultraschall-Lösung, die sichere Cloud-Technologie und hohe Bildqualität einer großen Gruppe von Gesundheitsdienstleistern verfügbar macht. Dabei wird der Ultraschallkopf an einen handelsüblichen Tablet-PC oder ein Smartphone angeschlossen.

Ähnlich verhält es sich bei der Miniaturisierung: Bei Blutuntersuchungen heute ersetzt ein handliches Point-of-Care-Gerät, das sich mühelos mit zum Patienten nehmen lässt, ein ganzes Krankenhauslabor. Die Digitalisierung stellt eine Verbindung zwischen allem her: Health-Suite ist eine leistungsfähige cloudbasierte Plattform von Philips, die eine vernetzte, kontinuierliche Gesundheitsversorgung möglich macht. Mit ihr lassen sich medizinische und andere gesundheitsrelevante Daten aus unterschiedlichen Quellen erfassen, zusammenführen und analysieren. Dabei berücksichtigt die Lösung die Komplexität heutiger Gesundheits-IT und ist in der Lage, klassische Gesundheitsdaten beispielsweise aus elektronischen Patientenakten, Diagnose- und Bildgebungssystemen sowie dem klinischen Monitoring mit persönlichen Daten aus Smartphones, Smartwatches oder Fitness-Trackern zu kombinieren. Aus der punktuellen Erhebung von Diagnose-und Behandlungsdaten im Rahmen einer vorwiegend episodischen Gesundheitsversorgung wird so ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring, welches auch proaktive und präventive Maßnahmen ermöglicht.

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