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Biologisches Gewebe aus dem 3D-Drucker
In vielen industriellen Prozessen werden 3D-Drucker heute bereits serienmäßig verwendet. Auch in der Medizin sieht man großes Potenzial in diesem Verfahren. Vom Zahnersatz über das neue Kniegelenk bis zum vollständigen Organ scheinen die Möglichkeiten grenzenlos. Auch wenn Herz, Leber oder Niere aus dem Drucker noch lange ein Wunschtraum bleiben, hat der 3D-Druck in der Medizin längst begonnen. „Er eröffnet die Möglichkeit, digitale Daten direkt in Objekte umzusetzen. In der Medizin ist eine individualisierte Formgebung einerseits stark erwünscht, andererseits stehen durch hochentwickelte bildgebende Verfahren bereits 3D-Daten zur Verfügung“, beschreibt Dr. Kirsten Borchers vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB die Ausgangslage. Das IGB hat inzwischen so genannte Biotinten für das Bioprinting entwickelt, die auf Basis von Gelatine hergestellt und für den Aufbau chemisch vernetzter Hydrogele verwendet werden. Gelatine ist ein Abbauprodukt des Collagens und der natürlichen extrazellulären Matrix sehr ähnlich. Durch unterschiedlich starke Vernetzung können die Forscher am IGB die Festigkeit der Matrix an die verschiedenen biologischen Gewebe wie Fett oder Knorpel anpassen. „Wir modifizieren Biomoleküle aus der extrazellulären Matrix von Gewebe so, dass wir ihr Gelierverhalten, Viskosität und Vernetzbarkeit kontrollieren können und sie so für Bioprintingverfahren verfügbar machen können “, beschreibt Borchers die Komplexität.
Das Compamed Frühjahrsforum – ein „Warm-up“ für die Messe im November
„Das Frühjahrsforum gibt stets einen ersten Ausblick auf die Trends, die später im November bei der Compamed in Fachmesse und den begleitenden Foren im Blickpunkt des fachlichen und geschäftlichen Austausches stehen“, beschreibt Horst Giesen, Global Portfolio Director Healthcare der Messe Düsseldorf, das Konzept der Veranstaltung. Auf der Compamed erwartet werden vom 14. bis 17. November 2016 erneut fast 800 Aussteller aus gut 40 Nationen. Sie werden die Hallen 8a und 8b des Düsseldorfer Messegeländes wieder komplett füllen. Mit 18.800 Besuchern verbuchte die Plattform für die Zulieferer der Medizintechnik im Vorjahr ihren bislang besten Zuspruch.
Der Autor: Klaus Jopp ist freier Wissenschaftsjournalist in Hamburg.
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