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Homecare Medizintechnik unter Strom: Warum eine Netzteil-Zulassung allein nicht ausreicht 

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Beatmungsgeräte, Dialyse, Telemonitoring: Immer mehr Medizintechnik findet nicht nur in der Klinik Anwendung, sondern zunehmend auch daheim. Homecare braucht fachmedizinische Begleitung und eine Elektrifizierung, die der Norm entspricht. Der norwegische Hersteller Mascot bringt mit dem Desktop-Netzteil 4320 eine Stromversorgung auf den Markt, die sowohl klinische als auch häusliche Normanforderungen erfüllt. Was die Zulassung tatsächlich abdeckt und was nicht, lohnt einen genaueren Blick.

Für Netzteile in medizinischen Geräten gelten strengere Anforderungen als in der Industrieelektronik. (Bild:  Mascot / KI-generiert)
Für Netzteile in medizinischen Geräten gelten strengere Anforderungen als in der Industrieelektronik.
(Bild: Mascot / KI-generiert)

Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die in häuslicher Umgebung künstlich beatmet werden, ist in Deutschland seit 2005 von rund 1.000 auf geschätzt 20.000 gestiegen. Bei der Dialyse sieht das Bild anders aus: Nur rund 5,4 Prozent der Betroffenen werden hierzulande mit Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) zu Hause behandelt, Heimhämodialyse spielt eine noch kleinere Rolle – die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) bezeichnet Heimdialyseverfahren ausdrücklich als international unterrepräsentiert, nicht als wachsenden Trend. Moderne Medizintechnik, die früher vornehmlich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Einsatz war, findet sich also ungleich verteilt, aber zunehmend auch im heimischen Umfeld wieder. Homecare kann medizinische und Pflegeeinrichtungen entlasten und den Anteil privater Pflege erhöhen. Was in der Klinik wie auch zuhause unverändert in gleichem Maße gebraucht wird, ist elektrische Energie. 

Sichere Spannungswandler im medizinischen Umfeld

Der Strom aus der Steckdose ist für die meisten elektronischen Geräte zu hochspannig und in der falschen Form (Wechselstrom statt Gleichstrom). Netzteile wandeln den Strom in die niedrigere, stabile Gleichspannung um, die elektronische Geräte brauchen. In puncto Sicherheit haben medizinische Geräte jedoch andere Anforderungen zu erfüllen als etwa Unterhaltungselektronik. Für Netzteile in medizinischen Geräten gelten strengere Anforderungen als in der Industrieelektronik: IEC 60601-1 begrenzt Ableit- und Fehlerströme eng, unterscheidet je nach Anwendungsteil die Schutzklassen B, BF und CF sowie Bediener- und Patientenschutz (MOOP/MOPP) mit eigenen Anforderungen an Isolation, Kriech- und Luftstrecken.

Zusätzlicher Schutz für den Einsatz daheim

Insbesondere für den Einsatz im heimischen Umfeld hat der norwegische Hersteller Mascot das Desktop-Netzteil 4320 vorgesehen. Laut Unternehmen ist es gemäß der Grundnorm IEC 60601-1 zertifiziert und zusätzlich nach IEC 60601-1-11 zugelassen. Diese Kollateralnorm gilt für medizinelektrische Geräte im häuslichen Pflegeumfeld, schließt die Wohnumgebung des Patienten ein und berücksichtigt Faktoren wie schwankende Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Staub, Flüssigkeitseinwirkung. Wichtig für die Einordnung: IEC 60601-1-11 richtet sich primär an das medizinische Endgerät, nicht an einzelne Komponenten wie ein Netzteil. Ob Laienbedienbarkeit gefordert ist, hängt vom Verwendungszweck ab, den der Hersteller des Endprodukts festlegt. Ein zertifiziertes Netzteil erfüllt die Normanforderungen als Baustein; die Gebrauchstauglichkeitsbewertung für den Laienbetrieb betrifft das Gesamtsystem.

Fokus auf technisch relevante Details

Technisch liefert das Desktop-Netzteil 4320 bis zu 80 W bei 90 bis 264 VAC Eingangsspannung, mit festen Ausgangsspannungen von 12 bis 64 V. Austauschbare DC-Stecker erlauben ein Grundmodell für mehrere Produktvarianten statt separater Qualifizierung. Laut Datenblatt sind Kurzschluss- und Überhitzungsschutz integriert, das EMV-Verhalten entspricht IEC/EN 60601-1-2 (Ausgabe 4.1). Eine doppelt zugelassene Stromversorgung wie das 4320 kann für den Homecare-Bereich ein sinnvoller Baustein sein, ersetzt aber nicht die Gebrauchstauglichkeitsbewertung für den sicheren Laienbetrieb. Diese Verantwortung bleibt bei den Herstellern der Medizinprodukte.

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