France

Ausgezeichnete Wissenschaft Klee-Preis 2026 für sensorfreie KI-Überwachung von Frühchen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mit dem Klee-Preis 2026 ausgezeichnet wurden drei Wissenschaftler für ihre medizintechnischen Arbeiten, darunter die berührungsfreie Überwachung von Frühgeborenen per Kamera und KI, 3D-gedruckte Sensoren für die Exoskelett-Steuerung sowie ein rekonfigurierbares Chipdesign für die EKG-Signalverarbeitung. Die Preisverleihung findet am 6. Oktober 2026 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (BMT) in Augsburg statt.

Prämierte Wissenschaft und Forschung in der Medizintechnik (Bild:  KI-generiert / Guido Deußing)
Prämierte Wissenschaft und Forschung in der Medizintechnik
(Bild: KI-generiert / Guido Deußing)

Einmal im Jahr vergeben die Stiftung Familie Klee und die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) den Klee-Preis an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. 2026 gehen die Auszeichnungen an drei Dissertationen, die sich mit folgenden Themen befassen: KI-gestützte Frühchen-Überwachung, neuartige Sensorik für Exoskelette und ein energieeffizientes Chipdesign für Biosignale.

Kamera statt Klebesensor

Der mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis geht an Simon Lyra von der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Lyra überzeugte die Jury mit seiner Dissertation „Camera-Based Vital Signs Monitoring of Neonates in Real-Time using Deep Learning": Bislang werden Vitalsignale von Frühgeborenen über Sensoren erfasst, die auf die empfindliche Haut geklebt werden und mit einem Verletzungs- und Infektionsrisiko einhergehen. Lyra setzt dem Status quo eine Kameratechnik und ein KI-Modell entgegen, das Herzschlag, Atmung, Temperatur und Bewegung berührungsfrei aus Bilddaten extrahiert. Anhand klinischer Studiendaten und eines eigens trainierten Neugeborenen-Modells konnte der Nachwuchsforscher zeigen, dass sein Verfahren funktioniert. Bis zum klinischen Einsatz braucht es laut Lyra u.a. noch den parallelen Betrieb von Sensorik und Bildanalyse.

Drucksensoren für die Bewegungssteuerung

Den zweiten, mit 4.000 Euro dotierten Klee-Preis erhält Bastian Latsch von der Technischen Universität (TU) Darmstadt. In seiner Arbeit „Flexible 3D-printed sensors for wearable motion analysis and assistive devices" nutzt der Forscher 3D-gedruckte, piezoelektrische Drucksensoren zur Steuerung von Prothesen und Exoskeletten. Die Arbeit trifft einen Kernpunkt der Orthopädietechnik: die Sensoren des Preisträgers lassen sich individuellen Anforderungen anpassen. Anders als die verbreiteten EMG-Sensoren, die Muskelaktivität elektrisch messen, verfolgt Latsch einen mechanischen Ansatz, mit dem er sowohl große Lasten als auch kleinste Ausschläge erfasst. Getestet an sensorintegrierten Einlegesohlen und hautaufliegenden FMG-Sensoren (Force Myography), erkannte das System Gangereignisse und Bewegungsintentionen in Teilen früher als die übliche Referenzsensorik. 

Ein Chip für mehrere Krankheitsbilder

Für seine Arbeit „Reconfigurability in AI Hardware Accelerators for Energy-Efficient Biosignal Analysis" erhält Ingo Hoyer vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg den mit 2.000 Euro dotierten dritten Klee-Preis. Hoyers Ansatz adressiert ein wirtschaftliches Problem: Chipproduktion lohnt meist erst ab mehreren hunderttausend Stück, medizintechnische Anwendungen brauchen jedoch oft nur 1.000 bis 5.000. Wie der VDE/die VDE DGBMT berichtet, ist es Hoyer gelungen, die KI-basierte Auswertung von Biosignalen, die der Erkennung von Vorhofflimmern, Herzkrankheiten oder Epilepsie dienen, auf Logikzellen, also den kleinsten funktionalen Bausteine in digitalen Schaltkreisen, zu bündeln statt speicherbasierte Verfahren zu nutzen. Das Ergebnis ist ein kompakter, energiesparender Chip, der über Wochen zuverlässig Signalanomalien erkennt und sich für unterschiedliche Krankheitsbilder umkonfigurieren lässt, und zwar ohne die Schaltung neu zu entwerfen. 

Die Preisträger (v.l.n.r.): S. Lyra, B. Latsch, I. Hoyer(Bild:  VDE / privat)
Die Preisträger (v.l.n.r.): S. Lyra, B. Latsch, I. Hoyer
(Bild: VDE / privat)

Die Preisverleihung findet am 6. Oktober 2026 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (BMT) in Augsburg statt. Die BMT gilt als wichtigste deutschsprachige Forschungstagung der Medizintechnik und bringt jährlich Wissenschaft, Klinik und Industrie zusammen..

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung