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Losgelöste Krebszellen zur Früherkennung nutzen
Trotz verbesserter Behandlungsmethoden sind Krebserkrankungen in Deutschland immer noch eine der häufigsten Todesursachen. Die Detektion von Tumorzellen, die im Körper verstreut sind, rücken derzeit ins Zentrum des prognostischen wie auch des diagnostischen Interesses. Denn losgelöste Krebszellen haben offenbar eine enorme Bedeutung für die Krebsfrüherkennung. „Die wichtigste Quelle für die In-vitro-Diagnostik wird auch in Zukunft Blut sein“, betont Dr. Lukas Richter von Siemens Healthineers. Hauptproblem bei der Umsetzung dieser Erkenntnis in der klinischen Praxis besteht darin, dass nur apparate- und kostenintensive Nachweisverfahren zur Verfügung stehen. Es existiert kein routinemäßig einsetzbares System, um einzelne Tumorzellen dynamisch in einem kontinuierlichen Messverfahren mit hoher Qualität und geringer Probenvorbereitung zu detektieren.
Abhilfe soll hier das Projekt MR-Cyte schaffen, das vom BMBF unterstützt wird und an dem auch Siemens beteiligt ist. Ziel ist es, die Konzentration von seltenen Zellen aus dem Patientenblut durch magnetische Detektion mit einem Festplattenlesekopf zu bestimmen. Diese Plattformtechnologie auf Basis von magnetisch markierten Zellen und entsprechenden Sensoren wird als magnetische Durchflusszytometrie bezeichnet. Im Gegensatz zur bisher eingesetzten optischen Durchflusszytometrie ist das Verfahren wesentlich schneller und weniger aufwändig vor allem in der Prädiagnostik. „Für viele klinische Entscheidungen wären die Funktionen einer lebenden Zelle der ideale Biomarker. Wir wollen in Zukunft nicht-stabile Biomarker messen und die Prädiagnostik auf ein Minimum beschränken“, so Richter. MR-Cyte könnte den Weg in diese Richtung ebnen.
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