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Automatisierung Roboter haben einen tollen Charakter

| Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Markus Kuhn und Martin Dreher verstehen sich. Beide leiten ein Unternehmen, beide sprechen den typischen Tuttlinger Dialekt. Vor allem aber haben der Medizintechnikhersteller und der Maschinenhändler dieselben Ideale bei Werkzeugmaschinen: Präzision, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und guten Service

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Bild 1 | Partnerschaft: Seit zehn Jahren bedient Werkzeugmaschinenhändler Martin Dreher (re.) den Medizintechnikhersteller Markus Kuhn
Bild 1 | Partnerschaft: Seit zehn Jahren bedient Werkzeugmaschinenhändler Martin Dreher (re.) den Medizintechnikhersteller Markus Kuhn
(Bild: Reinhardt)

Der Chirurgiemechanikermeister Kuhn wird seit zehn Jahren vom Werkzeugmaschinenhändler Dreher beliefert (Bild 1), der als Haas Factory Outlet nicht nur produktive Maschinen, sondern auch Schulung und Service bietet. Dieses Jahr konnten Kuhn und Dreher die zweite Zehn feiern: Mit der „VF3 SSYT“ hat Dreher die zehnte Haas-Maschine an Kuhn geliefert.

Diversifikation mal anders herum

Die Fertigung bei Kuhn erfolgt heute weitestgehend automatisiert. Als Markus Kuhn den 1922 gegründeten Familienbetrieb 1999 in vierter Generation übernommen hat, war das noch nicht unbedingt abzusehen. Doch der umtriebige Unternehmer hat den richtigen Riecher bewiesen. Raus aus der Werkstatt im elterlichen Haus und investieren – in Maschinen und in Infrastruktur. Heute sind im Gewerbegebiet in Balgheim 20 Mitarbeiter beschäftigt, die Medizintechnik und mehr fertigen.

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Wie so viele Medizintechnikunternehmen in und um Tuttlingen hat auch Kuhn viele Jahre lang erfolgreich eine Nische besetzt. Die doppelt übersetzten Hohlmeißel- und Knochensplitterzangen genießen bei Chirurgen einen guten Ruf. Sie verfügen über eine Doppelfeder mit Kugelkopf, die einen fließenden Zangengang und eine besonders exakte Zangenführung ermöglichen und sich durch exakte Schnitte auszeichnen.

Doch mit dem Einstieg in die CNC-Fertigung hat Kuhn auch neue Kunden gewonnen. „Für die Automobilindustrie wird ebenso gefertigt wie für andere Medizintechnikunternehmen“, erklärt Kuhn, dessen Besprechungszimmer neben dem Chirurgiemechanikermeisterbrief auch ein Zertifikat der DIN EN ISO 13485 schmückt. Und so kommt es, dass Kuhn seine Medizintechnikfertigung heute zu rund 40 Prozent für den eigenen Bedarf auslastet und 60 Prozent fremdfertigt. „Wir wandeln reine CAD-Daten mit Fertigungs- und Chirurgiemechaniker-Know-how in CAM-fähige Programme um. Das kommt bei den Kunden gut an“, wie Kuhn zufrieden feststellt.

Mit Automatisierung gegen Fachkräftemangel

Voraussetzung dafür sind effiziente Fertigungsprozesse, die von der Übernahme von CAD-Daten bis zum fertigen Teil weitgehend automatisiert erfolgen. Für den Praktiker Kuhn, der rund 80 Prozent seiner Arbeitszeit in der Fertigung verbringt, ein absolutes Muss: „Mit Automatisierung begegnen wir dem Mangel an guten Zerspanungsmechanikern und profitieren noch von niedrigeren Stundensätzen.“

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