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Paul Hartmann nutzt Abwärme und spart 30 Prozent Strom

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Die Wärmerückgewinnung nutzt Abwärme jahreszeitabhängig

Da das Druckluftkonzept von Anfang an eine Wärmerückgewinnung vorsah, wurde in der Druckluftstation auch eine Wärmetauscheranlage der ONI-Wärmetrafo GmbH installiert, die die Abwärme der fünf Kompressoren für Heiz- und Kühlzwecke nutzbar macht. „Es gibt ein übergeordnetes Energiekonzept, in dessen Rahmen für den Standort Herbrechtingen verschiedene Szenarien durchgespielt wurden“, erläutert Richard Horsch, der als Senior Manager Group Technology Services bei der Paul Hartmann AG die Druckluft- und Wärmerückgewinnungsprojekte gesteuert hat. „Unter anderem wurde eine sinnvolle Abwärmenutzung aus der neuen Drucklufterzeugung geprüft. Nutzungsmöglichkeiten gab es auf jeden Fall im Winter. Von daher stand für uns fest, dass wir eine Wärmerückgewinnung installieren und diese mindestens im Heizfall nutzen wollten.“

Inzwischen haben Horsch und sein Team ein jahreszeitabhängiges Konzept zur Abwärmenutzung entwickelt, das auf ein Höchstmaß an Effizienz zielt. „Da wir hier am Standort einen relativ großen Heizkreis und verschiedene Gebäude haben, gibt es die Möglichkeit, in der Übergangsphase nur über das Netz im Verwaltungstrakt zu heizen, weil wir dann in der Produktion und den Nebengebäuden eigentlich keine Wärme brauchen“, erklärt Horsch. „Dann fahren wir den kurzen Weg und speisen die Abwärme im Verwaltungstrakt direkt in den Vorlauf ein. Die komplette Gasheizung ist dann ausgeschaltet, das heißt, wir haben dann eine 100-prozentige Beheizung mit der Abwärme der Drucklufterzeugung.“

Dieser „kurze Stich“ kommt auch im Sommer zum Einsatz, wenn mit der Abwärme die Absorptionskälteanlage gespeist wird. Im Winter werden Produktion und Verwaltung über das große Heizungsnetz beheizt und die Abwärme in dessen Rücklauf eingespeist. Sinken die Temperaturen unter 0 °C, wird die Temperatur des Rücklaufs über die Gasheizung angehoben.

„Auf diese Weise haben wir es geschafft, unseren Gasverbrauch um mehr als drei Viertel zu reduzieren“, rechnet Mak. „Zwei Millionen Kilowattstunden pro Jahr haben wir früher benötigt, bei 450.000 Kilowattstunden sind wir jetzt. Im Sommer sparen wir darüber hinaus noch sehr viel Strom.“

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