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Schlafmedizin

Neuer Nasen-Stent verspricht Soforthilfe bei Schnarchen und Atemaussetzern

| Autor/ Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Früher lediglich als lästige Ruhestörung abgetan, ist Schnarchen inzwischen als ernstzunehmende Schlaf- und Gesundheitsstörung anerkannt. Doch bisherige Gegenmaßnahmen führen entweder nur zu mäßigem Erfolg oder werden aufgrund von Beeinträchtigungen nur bedingt angenommen. Aus Japan kommt nun ein innovativer Nasen-Stent nach Deutschland.

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Schnarcher bringen nicht nur sich und ihre Partner um den Schlaf, sondern gefährden auch massiv die Gesundheit.
Schnarcher bringen nicht nur sich und ihre Partner um den Schlaf, sondern gefährden auch massiv die Gesundheit.
( Bild: © Gpoint Studio - stock.adobe.com )
  • Erstes über die Nase einzuführendes Einmal-Medizinprodukt gegen Schnarchen und Schlafapnoe
  • Superweiches Silikon-Röhrchen mit Spezialbeschichtung nun auch in Deutschland erhältlich
  • Kaum spürbar, benutzerfreundlich und nahezu unsichtbar

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Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland über 30 Millionen Menschen von leichtem Schnarchen bis hin zu lebensgefährlichen Atemaussetzern, sogenannter Schlaf-Apnoe, betroffen. Ab der Lebensmitte schnarchen mehr als 60 Prozent der Männer – und mit zunehmendem Alter auch immer mehr Frauen.

Schnarchen rangiert auf Rang 5 der meistgenannten Ursachen für schlechten Schlaf.
Schnarchen rangiert auf Rang 5 der meistgenannten Ursachen für schlechten Schlaf.
( Bild: Philips (laut Forsa-Umfrage) / Statista )

Das Schnarchen vertreibt oftmals nicht nur den Partner aus dem Doppelbett, sondern ist eine ernstzunehmende Schlafstörung mit gravierenden körperlichen und psychischen Risiken, wenn Atemaussetzer dazukommen. Unterschiedliche Anti-Schnarchmethoden führten bisher nur zu mäßigen Erfolgen, wurden abgebrochen oder von vornherein abgelehnt, weil zum Beispiel das Tragen einer Atemmaske als unangenehm empfunden wird. Vielversprechende Methoden wie Zungenimplantate gegen Schnarchen und gefährliche Atemaussetzer erfordern dagegen einen operativen Eingriff.

Wie lange wir täglich schlafen sollten, ist unter anderem altersabhängig. Im durchschnittlicher Erwachsenenalter liegt die empfohlene Schlafdauer bei acht Stunden pr Tag.
Wie lange wir täglich schlafen sollten, ist unter anderem altersabhängig. Im durchschnittlicher Erwachsenenalter liegt die empfohlene Schlafdauer bei acht Stunden pr Tag.
( Bild: National Sleep Foundation / Statista )

Weltweit neu und in ersten Studien bestätigt gibt es jetzt auch in Deutschland pünktlich zum jüngsten „world sleep day“ am 16. März 2018 ein laut Anbieter „revolutionär einfaches, aber sehr wirksames medizinisches Produkt zur Selbstanwendung: den extrem komfortablen Nasen-Stent Nastent“.

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Lästig und mitunter gefährlich: Schnarchen und Schlafapnoe

Das Schnarchen – früher lediglich als lästige Ruhestörung abgetan – ist inzwischen als ernstzunehmende Schlafstörung anerkannt. Die häufigsten Ursachen: Veränderungen im Naseninnern oder Verengungen im Bereich des weichen Gaumens oder Zungengrundes führen zu ungünstiger Luftdurchleitung. Die Folge: eine nachhaltige Einschränkung der Atmung bis hin zur lebensgefährlichen Schlaf-Apnoe. Betroffene schlafen weniger entspannt, haben kürzere und weniger Tiefschlafphasen, und es mangelt ihnen an Sauerstoff im Blut. Das Herz-Kreislaufsystem befindet sich somit ständig in einer Art „Alarmzustand“. Der Schlaf wird häufig unterbrochen, der Körper kann sich nicht ausreichend regenerieren und steht unter Dauerstress. Das begünstigt die sogenannte Tagesschläfrigkeit und die Gefahr des vor allem im Straßenverkehr lebensgefährlich werdenden Sekundenschlafs bis hin weiteren lebensbedrohenden Ereignissen wie Schlaganfall, Herzinfarkt sowie sonstige Herz- und Gefäßkrankheiten. Bisherige Methoden führten entweder nur zu mäßigem Erfolg, wurden aufgrund erheblicher Beeinträchtigungen gar nicht oder nur bedingt angenommen.

Geruhsamer Schlaf: Japaner erfinden eine fast unsichtbare, wirksame Neuheit

Eine smarte Innovation kommt dagegen vom Tokyoter Hersteller Seven Dreamers Laboratories Inc., dessen Präsident und CEO Shin Sakane selbst unter extremen Schnarchproblemen litt: Nastent ist das laut Anbieter erste über die Nase einzuführende hygienische Einmal-Medizinprodukt zur Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe, das während des Schlafs die verengten Luftwege offen hält. 2014 erhielt Nastent nach sieben Jahren Forschungsarbeit, klinischen Studien und strengen Kontrollverfahren die Marktzulassung zunächst für Japan und einige asiatische Länder. Seit vergangenem Jahr ist das superweiche Silikon-Röhrchen mit Spezialbeschichtung in den USA, China und Europa zugelassen und ab sofort neben Frankreich und den Niederlanden auch in Deutschland erhältlich.

Wie gut schlafen Sie nachts? Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt: Gut ein Drittel der Deutschen schläft mittelmäßig bis sehr schlecht.
Wie gut schlafen Sie nachts? Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt: Gut ein Drittel der Deutschen schläft mittelmäßig bis sehr schlecht.
( Bild: Forsa / Statista )

Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit

„Bei Verengungen im Bereich des weichen Gaumens steht mit Nastent erstmalig eine wirksame Alternative zur Verfügung für alle, die keine Atemmaske, Schnarcherschiene oder Operation akzeptieren und unter Schnarchen sowie milder bis mäßiger Schlafapnoe leiden“, erklärt dazu Dr. Joachim T. Maurer, Oberarzt und Leiter des schlafmedizinischen Zentrums an der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim. Der Wirkmechanismus sei denkbar simpel und genial zugleich: „Denn Nastent ist ein angenehm flexibler Stent, der über die Nase bis auf Höhe des Zäpfchens eingeführt wird. Dort sorgt er für eine gleichmäßige Atmung, indem er die Einengung (Obstruktion) der Atemwege als Auslöser für Schnarchen, Schlafapnoe und häufiges Aufwachen überwindet“, verspricht der Anbieter in einer Pressemitteilung und beruft sich dabei auch auf internationale wissenschaftliche Studien, die zugleich die Wirksamkeit von Nastent wie dessen hohe Anwenderakzeptanz belegen. Der Nasen-Stent werde in der Regel schon nach einer kurzen Gewöhnungsphase von den meisten Betroffenen als kaum spürbar, benutzerfreundlich und – einmal in Position – nahezu unsichtbar charakterisiert.

Diskreter Begleiter auf Geschäfts- und Privatreisen

Der steril verpackte Nasen-Stent passt in schon in eine kleine Tasche und wird so zum diskreten Begleiter auf Geschäfts- und Privatreisen. Nastent kann einfach im Online-Shop bestellt werden und ist ab April auch über die Apotheken erhältlich. Wichtig ist, vorab die richtige Länge des Nasen-Stents festzustellen. Denn sein Ende sollte im Idealfall ein wenig über den weichen Gaumen hinausragen. Deshalb gibt es Nastent in acht unterschiedlichen Längen, sowohl für das rechte als auch das linke Nasenloch. Wer selbst die individuell optimale Länge herausfinden will, kann ein Starter-Kit ausprobieren.

Für alle anderen empfiehlt der Anbieter vorab einen Termin beim Hals-Nasen-Ohrenarzt, der neben der Bestimmung der effektiven Stent-Länge wertvolle Tipps zur fachmännischen Anwendung geben und vor allem eine Störung oder Erkrankung des Nasen-Rachenraums ausschließen kann – denn in diesem Fällen sollte Nastent nicht angewendet werden. In Deutschland wird der Nastent exklusiv über Neuwirth Medicare vertrieben.

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So einfach wie eine Kontaktlinse für die Nase

Bei diesem neuartigen Verfahren führt der Patient vor dem Schlafengehen den sterilen, extrem soften und mit einem Gleitgel beschichteten Stent vorsichtig so weit in die Nase ein, bis das Endstück den weichen Gaumen in Nähe des Zäpfchens erreicht. Zum Schluss wird Nastent unauffällig am Nasensteg befestigt, um ein Verrutschen oder gar Verschlucken zu verhindern. Das Einbringen des so gut wie unsichtbaren Nasen-Stents ist nicht zuletzt aufgrund des speziellen Gleitgels einfacher, als man vermuten sollte – vergleichbar beispielsweise mit der Anwendung weicher Kontaktlinsen – wie erste Anwender bestätigen. Nastent passt sich geschmeidig und ohne Fremdkörpergefühl der inneren Nasenanatomie an, hält die Luftströmung in den oberen Atemwegen offen und verhindert dadurch die Gaumenvibration – mit dem Ergebnis einer geruhsamen Nacht ohne Schnarchen und Atemaussetzer. Morgens nach dem Aufwachen wird der hygienische Einmal-Stent vorsichtig entfernt und mit dem Hausmüll entsorgt.

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