Suchen

Gegen Schnarchen und gefährliche Atemaussetzer

Zungenimplantate gegen Schnarchen und gefährliche Atemaussetzer

| Autor/ Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Schätzungen zufolge leiden zirka fünf Prozent aller Deutschen an obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Viele Betroffene stehen jedoch den gängigen Behandlungsmethoden wie dem Tragen einer Atemmaske oder einer schmerzhaften Operation, bei der überschüssiges Gewebe im Rachenraum entfernt wird, skeptisch gegenüber. Für sie könnte eine vergleichsweise einfache, minimalinvasive Alternative interessant sein: Zungengrundimplantate.

Firmen zum Thema

Durch eine Art Federwirkung der Implantate wird der Zungengrund leicht nach vorn positioniert. Das schafft hinter der Zunge Raum für die Atemwege und für eine freie Atmung.
Durch eine Art Federwirkung der Implantate wird der Zungengrund leicht nach vorn positioniert. Das schafft hinter der Zunge Raum für die Atemwege und für eine freie Atmung.
( Bild: Revent Medical, Inc. )

Nächtliches Schnarchen begleitet von Atempausen kann je nach Häufigkeit und Schwere gravierende psychische und körperliche Folgeerscheinungen hervorrufen. Die Liste der Leiden reicht von Müdigkeit und Abgeschlagenheit über gesteigerte Reizbarkeit bis zu erhöhtem Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

Abgeschlagenheit, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko frühzeitig vorbeugen

Die Ursache: Wenn im Schlaf Weichteile im Rachen und Gaumen die Atemwege versperren, etwa wenn die Zunge erschlafft nach hinten rutscht, kommt es zu verstärkten Atemanstrengungen: Dieser Effekt wird häufig von lautem Schnarchen begleitet. Der mitunter daraus entstehende Unterdruck verschließt die Atemwege. Die Folge: schlimmstenfalls lebensgefährliche Atemaussetzer. Bei OSA raten Experten daher dringend zur möglichst frühzeitigen Behandlung. Doch bisherige Therapien führen entweder nur zu mäßigem Erfolg oder werden aufgrund erheblicher Beeinträchtigungen erst gar nicht angenommen.

Zungengrundimplantate sind einfach, gewebeschonend und effektiv

Die Behandlung mit den neuen Zungengrundimplantaten des amerikanischen Herstellers Revent verspricht jetzt eine Therapierevolution bei Patienten mit OSA. Das System besteht aus Implantaten, die in Vollnarkose in den Zungengrund eingebracht. Sie verhindern, dass die Zunge erschlafft, nach hinten fällt und den Atemweg blockiert. Der minimalinvasive Eingriff dauert circa 20 bis 30 Minuten.

Ein HNO-Arzt bringt dabei bis zu vier Silikonimplantate gewebeschonend durch eine kleine Öffnung unter dem Kinn in den Zungengrund ein und passt sie auf die individuell richtige Länge an. Die einzelnen Implantate sind mit einer biologisch abbaubaren Hülle ummantelt und haben an beiden Enden eine Schlaufe, die mit dem Zungengewebe verwächst. Während dieser vier bis sechs Wochen dauernden Einheilungszeit baut sich die äußere Hülle ab. Die Implantate ziehen sich gleichmäßig und langsam zusammen. Durch diese Art Federwirkung wird der Zungengrund leicht nach vorn positioniert. Das schafft hinter der Zunge Raum für die Atemwege und für eine freie Atmung.

Erste Studienergebnisse zeigen eine vielversprechende Wirksamkeit und außerordentlich gute Verträglichkeit: Weder beim Sprechen, Essen, Trinken und Schlucken werden Beeinträchtigungen beobachtet. Eine weiterführende deutsche Studie läuft derzeit.

Demo-Video

Lesen Sie auch

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42560331)

Abiomed; Beuth; Reinhardt; Messe Düsseldorf / ctillmann; © Gpoint Studio - stock.adobe.com; ; Revent Medical, Inc.; Messe Düsseldorf; Devicemed; Axel Schmidt/ Siemens Healthineers AG; © ARNET·FOTO·GRAFIK, Christoph Arnet / Messe Luzern AG; DPMA; gemeinfrei; Solvay; Covestro; Foba; DK Fixiersysteme; Deutsche Messe; Transline; ©hati - stock.adobe.com; Crate.io; Die Storyfactory / Devicemed; Andreas Jürgens, 2W; BV-Med; Erbe Elektromedizin; Hochschule Stralsund; NUS National University of Singapore; Fergal Coulter / ETH Zürich; Sanofi