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Interview Innovative Medizintechnik macht die Gesundheitsversorgung effizienter

Das Gespräch führte Julia Engelke 1 min Lesedauer

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Die Pläne der Finanzkommission Gesundheit der Bundesregierung und die Zusammenwirkung von MDR und AI Act: Darüber hat Devicemed im Interview mit Hans-Peter Bursig* vom ZVEI gesprochen.

„Innovative Technik muss gezielt zum Einsatz kommen, um die Gesundheitsversorgung effizienter zu machen“, so Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektro- medizinische Technik” im ZVEI. (Bild:  ZVEI/Melanie Bauer Photodesign)
„Innovative Technik muss gezielt zum Einsatz kommen, um die Gesundheitsversorgung effizienter zu machen“, so Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektro- medizinische Technik” im ZVEI.
(Bild: ZVEI/Melanie Bauer Photodesign)

Herr Bursig, die Finanzkommission Gesundheit der Bundesregierung hat ihre Vorschläge zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt. Welche Rolle kann Medizintechnik hier spielen?

Hans-Peter Bursig: Medizintechnische Innovation, von Telemedizin bis künstliche Intelligenz (KI), kann einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland leisten, wenn sie schneller und flächendeckender als bisher in der Gesundheitsversorgung eingesetzt wird. Es reicht nicht, kurzfristig Ausgaben zu kürzen. Innovative Technik muss gezielt zum Einsatz kommen, um die Gesundheitsversorgung effizienter zu machen. So kann Deutschland langfristig bis zu 47 Milliarden Euro Ausgaben in der GKV einsparen. Diese Potenziale verdeutlicht eine Ende 2025 veröffentlichte Studie der Prognos AG im Auftrag des BDI. Sie zeigt: Moderne Therapien und digitale Anwendungen können der massiven Kostensteigerung im Gesundheitssystem nachhaltig entgegenwirken, die Gesundheits- und Sozialbudgets stabilisieren und zugleich die industrielle Wertschöpfung im Land stärken. Jetzt kommt es auf die Vorschläge zu strukturellen Veränderungen in der GKV an, die die Finanzkommission Gesundheit im Herbst macht. Entscheidend wird, wie schnell sich die daraus ergebenden Effizienzgewinne in Deutschland realisieren lassen.

Änderungen an der KI-Verordnung sehen vor, dass die Medical Device Regulation (MDR) Vorrang bei der Regulierung von KI-basierten Medizinprodukten haben soll. Wie bewerten Sie das?

Bursig: Es ist positiv, dass jetzt geklärt werden soll, wie MDR/IVDR und AI Act zusammenwirken. Diese Klärung ist überfällig. Medizinprodukte mit KI müssen weiter in einem einzigen Verfahren zur Konformitätsbewertung bewertet werden können. Es geht dabei keinesfalls darum, Medizinprodukte mit KI unreguliert zu lassen. MDR/IVDR enthalten bereits heute viele der Anforderungen, die der AI Act an KI-Anwendungen stellt.

* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI, dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie.

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