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Operation Zerspanung Mehr als 100 Teilnehmer beim Fachforum Implantate und Instrumente

Autor / Redakteur: Autor | Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Von anderen lernen, Bestehendes immer wieder kritisch hinterfragen und offen sein für Neues. Mit diesen Kernbotschaften im Gepäck konnten die gut 100 Teilnehmer des Fachforums Operation Zerspanung vergangene Woche die Heimreise antreten. Zuvor wurden sie umfassend über aktuelle Trends, Probleme und Lösungen bei der Konstruktion, Herstellung und Qualitätssicherung von Implantaten und chirurgischen Instrumenten informiert.

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Auftakt zum Fachforum Operation Zerspanung – Implantate und Instrumente.
Auftakt zum Fachforum Operation Zerspanung – Implantate und Instrumente.
(Bild: Castagna)

„Auch bei mehr als 200.000 Implantationen pro Jahr in Deutschland ist und bleibt eine Hüftoperation alles andere als ein 0815-Eingriff“, macht Ronny Grunert vom Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in seinem Eröffnungsbeitrag klar. Es können durchaus Probleme auftreten. So sind jährlich rund 4.700 Ausrenkungen und ebenso viele Lockerungen zu beklagen – aber es gibt auch Probleme mit den Implantaten selbst.

Meldungen über Probleme mit Implantaten in der Presse

Die Meldung der Bild-Zeitung „Hüfte in Rentner explodiert“ aus dem Jahr 2008 war zwar gewohnt reißerisch übertrieben, aber tatsächlich gibt es Fälle von zerbrochenen Hüft-Inlays oder – seltener zwar – gebrochenen Schäften aufgrund von Materialversagen oder Konstruktionsfehlern.

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Seriöser ist da schon ein Bericht auf Focus Online im Frühjahr 2012, wonach es Probleme mit einem künstlichen Hüftgelenk des schweizerisch-deutschen Unternehmens Zimmer gibt. Hunderte Prothesen mussten Ärzte entfernen, nachdem Patienten unter Schmerzen, Knochenfraß und Gewebeschäden litten.

„Quietschende Hüfte“ im Internet

Allein die Suchabfrage „quietschende Hüfte“ ergibt auf Google fast eine halbe Million Treffer. Auf Youtube führt die Suche nach „squeaking hip“ (quietschende Hüfte) immerhin zu 22.700 Treffern.

Physikalisch gesehen sind Quietschgeräusche die Folge von mechanischem Verschleiß. Und der ist für die Betroffenen alles andere als lustig. Abrieb kann in den Körper diffundieren und dort Gewebe schädigen.

Es gab also gute Gründe für die Macher von Devicemed, gemeinsam mit den Kollegen von MM Maschinenmarkt am 4. Juli zur Fachtagung Operation Zerspanung – Implantate und chirurgische Instrumente einzuladen. Gut 100 Teilnehmer haben sich letztlich in der Stadthalle Tuttlingen eingefunden, um sich über die aktuelle Lage zu informieren.

Aktuelle Problemstellungen und Lösungen entlang des gesamten Entwicklungsprozesses von Implantaten am Beispiel der Hüftendoprothetik

IWZ-Forscher Grunert sieht zwei Welten aufeinander prallen – die medizinische Welt der Ärzte und Chirurgen sowie die mechanische der Ingenieure und Techniker. Gemeinsam müssten sich die Akteure jedoch der Herausforderung stellen, die ursprüngliche Biomechanik von Patienten so gut wie möglich wiederherzustellen. Ziel sollte sein, Patientengeometrien individuell zu erfassen – zum Beispiel mittels 3D-Scannern –, statt wie heute durchaus noch üblich mit antiquiert anmutenden Becken-Wasserwaagen oder dem Unterlegen von Holzblöcken zur Ermittlung des Hüftrotationszentrums oder von unterschiedlichen Beinlängen.

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