France

Operation Zerspanung

Mehr als 100 Teilnehmer beim Fachforum Implantate und Instrumente

Seite: 6/6

Firmen zum Thema

Heraus kommen dabei nicht nur Meter um Meter von Aktenordnern mit Skizzen und Zeichnungen, sondern auch viele Prototypen, die er gern zeigt. So zum Beispiel Hohlmeißelzangen mit aushebelbaren Maul- und Griffgelenken, Federbogenschaftinstrumente in offener Bauweise sowie endoskopische Stangenschaftinstrumente mit abgedichtetem Rohrschaftaufsatz oder ebenfalls endoskopische Rundschaftinstrumente mit formbündig eingepasster Stellstange. „Bei endoskopischen Instrumenten ist die reinigungsgerechte Konstruktion besonders wichtig, da beispielsweise durch den Insufflationsdruck bei Bauchoperationen besondere Verschmutzungsgefahr mit Körperflüssigkeiten besteht“, so Storz. Für sein Querdenken bekomme er viel positive Resonanz, wie Storz anhand von Antwortschreiben des Universitätsklinikums Tübingen und anderer Einrichtungen zu belegen weiß.

Selektives Laserschmelzen in der Medizintechnik

Quergedacht haben auch die Mitglieder des Programmausschusses, Prof. Kurt Greinwald (Dekan der Hochschule Furtwangen/Hochschulcampus Tuttlingen), Markus Hipp (Vorstand der Hipp Medical AG) und Peter Reinhardt (Chefredakteur Devicemed), als sie mit dem Thema Selektives Laserschmelzen (SLM) einen Vortrag über ein generatives statt zerspanendes Fertigungsverfahren ins Programm aufgenommen haben. Aber SLM hat inzwischen eine Entwicklungsstufe erreicht, die die Fertigung komplexer Teile für medizinische Instrumente aus biokompatiblen Materialien wie Kobalt-Chrom-Stählen und Titan erlaubt. Dabei sind ausreichende geometrische Genauigkeit Festigkeit und Oberflächengüte sichergestellt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 39 Bildern

„Zudem ermöglicht SLM die Integration zusätzlicher Funktionalität durch die Herstellbarkeit von Bauteilen mit komplexen inneren Strukturen wie Gittern oder Streben“, wie Juan Isaza, Projektleiter Pulvertechnologie/Generative Fertigung am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, erklärt. Großes Potenzial sieht er für die RFID-Integration mittels SLM: „Sie ist heute schon möglich – und zukünftig auch automatisiert vorstellbar.“

Prozessintegration zur Produktivitätssteigerung in der Zerspanung

Wohlwissend ausschließlich vor Vertretern der Medizintechnikindustrie zu sprechen, lenkt Prof. Dr. Siegfried Schmalzried, Studiendekan Industrial Manufacturing am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen, zum Abschluss des Vortragsprogramms noch einmal den Blick auf die Automobilindustrie. Dort würden mit der Substitution und Integration von Prozessen enorme Erfolge erzielt: „Produktivitätsgewinne von 30 Prozent sind keine Seltenheit“, so Schmalzried – und lohnen allemal, sich abseits der eigenen Branche umzusehen. Hartdrehen statt Schleifen und Präzisionsumformung mit integrierter Wärmebehandlung beim Drehen seien hier nur exemplarisch genannt.

Weitere Trends aus der Automobilindustrie wie die Verwendung mechatronischer Werkzeuge, das Mehrkantschlagen von Schlüsselflächen auf dem Drehbearbeitungszentrum und die kryogene Innenhochdruckkühlung mit Stickstoff würden sich auch bei Medizintechnikherstellern gut machen. Seine Empfehlung: „Kein Prozess ist perfekt, also gilt es, sämtliche Prozesse immer wieder kritisch zu hinterfragen.“

Kontakt:

Vogel Business Media GmbH & Co. KG

D- 97082 Würzburg

www.operation-zerspanung.de

(ID:42212250)