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Operation Zerspanung

Mehr als 100 Teilnehmer beim Fachforum Implantate und Instrumente

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Die Überprüfung von wesentlichen Änderungen durch Benannte Stellen bildet dafür die gesetzliche Basis und sei nicht nur im Sinne der Sicherheit von Patienten und Anwendern, sondern auch zum Schutz der Hersteller sinnvoll, so sein Fazit. Er ergänzt, dass es aufgrund der Vielzahl an Produkten und Änderungsmöglichkeiten zwar keine offizielle Leitlinie gebe, Hilfestellung böten jedoch die so genannte Notified Bodies Recommendation und ein Dokument von Health Canada.

CAD/CAM-Prozesse für Medizinprodukte adaptieren und automatisieren

Mit hybriden CAM-Lösungsansätzen verbindet Oliver Watter, Gebietsvertriebsleiter der Open Mind Technologies AG, das Beste aus zwei Welten – der reinen CAD-Konstruktion von Geometriedaten als Mastermodell und der Direktverarbeitung von Scandaten auf der Maschine. Das führe zu adaptierbaren Flächen-Mastermodellen, die einerseits individuell, aber auch schnell und sicher zu fräsen sind. „Quasi Einzelfertigung mit Seriencharakter“, so Walter. Dabei seien heutige CAM-Systeme in der Lage, alle modernen Frässtrategien wie Trochoidal, 5-Achs- und Tonnenfräsen zu bewältigen.

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Intellectual-Property-Management - ein Mehrwert fürs Unternehmen?

Innovative Unternehmen zeichnen zwei Dinge aus: Ein klares Bekenntnis der Unternehmensleitung zu Innovation und die konsequente Verfolgung einer daraus abgeleiteten Strategie. Das schließt auch den bewussten Umgang mit Patenten ein. Und dazu hat Dr. Hanns-Peter Tümmler, Leiter Intellectual Property bei Aesculap, eine Menge zu berichten. Seit 2005 leitet er die Patentabteilung beim Medizintechnikhersteller in Tuttlingen und erzielt sehr gute Ergebnisse – zum Beispiel bei der Bewertung der Wertigkeit von Schutzrechten, um anhand dieser Zahlen Marktpotenziale und Zielmärkte zu ermitteln. Sein Motto: „Schon mit verblüffend einfachen Mitteln können im Bewusstsein von Näherungsschätzungen veritable Strategieempfehlungen gegeben werden.“

Seine vielleicht größte Herausforderung hat Tümmler bewältigt, als er für die Geschäftsleitung eine ABC-Methodik entwickelte, mit der diese binnen 30 Sekunden Entscheidungen über die Erfolgsaussichten vermeintlich innovativer Produkte treffen kann. Trefferquote: 80 Prozent.

Ist die Entscheidung für den Launch eines neuen Produktes getroffen, muss überlegt werden, auf welchen Märkten Schutzrechte erforderlich sind. Tümmler rechnet vor: Die Patentkosten für die weltweit wichtigsten Märkte belaufen sich auf etwa 36.600 Euro. Eine Rendite von 5 Prozent vorausgesetzt, muss ein Produkt allein dafür einen Umsatz von 732.000 Euro bringen. Wird die Innovation dagegen nur in Deutschland zum Patent angemeldet, belaufen sich die Kosten auf zirka 7.850 Euro. Der erforderliche Umsatz zur Deckung dieser Kosten reduziert sich entsprechend auf 157.000 Euro. „Das Verstehen auch Kollegen aus dem Marketing“, so Tümmler mit einem Augenzwinkern.

Zum Abschluss seines Vortrags hat Tümmler noch eine weitere Zahl für die Zuhörer parat: „90 Prozent des technischen Wissens der gesamten Welt ist über Patentliteratur zugänglich.“ Und auch auf den Hinweis eines Zuhörers, dass die nicht lesbar sei, ohne dabei einzuschlafen, hat er die passende Antwort: „Lesen Sie Patentschriften niemals von A bis Z, sondern immer frageorientiert.“ Das könne man leicht lernen und werde inzwischen von allen Mitarbeitern seiner Abteilung so gehandhabt.

Chirurgische Instrumente: Wie hygienefreundliche Konstruktionen aussehen könnten

Einen ganzen Koffer voller Instrumente bringt Designer Martin Storz mit zu seinem Vortrag auf das Fachforum. Der 73 Jahre alte selbständige Designer kann es einfach nicht lassen, sich tagtäglich Neues für die Medizintechnik auszudenken und teilt seine Ideen unbefangen mit den Zuhörern. Eines seiner Steckenpferde ist dabei die reinigungsgerechte Konstruktion von chirurgischen Instrumenten: „Denn hier gibt es viele Verstecke für Keime. Und selbst die Sterilgutfachleute in den Kliniken haben häufig keine Antworten, wie denen beizukommen ist.“ Also macht sich der Autodidakt, der nie eine technische Ausbildung absolviert hat, täglich ans Konstruieren.

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