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Impfkampagne Kein Impfen ohne Spritzen

Redakteur: Kristin Breunig

Um auf die Bedeutung von Medizinprodukten während der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen, startet der BV-Med die Hashtag-Kampagne #KeinImpfenOhneSpritzen.

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Der BV-Med weist auf die Bedeutung von Medizinprodukten für eine erfolgreiche Impfkampagne hin. (Symbolbild)
Der BV-Med weist auf die Bedeutung von Medizinprodukten für eine erfolgreiche Impfkampagne hin. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Bei jeder Impfung sind Medizinprodukte unentbehrlich: ohne passende Spritzen oder Kanülen kein Impfen. Der Bedarf an diesen Medizinprodukten wie 1-ml-Spritzen, Kanülen oder Kochsalzlösungen steigt aufgrund der Covid-19-Pandemie weltweit stark an. Allein für Deutschland werden 160 Millionen Spritzen und Kanülen benötigt. Europaweit sind es rund 900 Millionen, weltweit mehrere Milliarden. Und all dies in kürzester Zeit – zusätzlich zur Regelversorgung! Der Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, macht mit der Hashtag-Kampagne #KeinImpfenOhneSpritzen darauf aufmerksam, dass Medizinprodukte wie Spritzen und Kanülen, aber auch Desinfektionsprodukte und Pflasterspots unentbehrlich für eine erfolgreiche Impfkampagne sind.

Derzeit keine Produktionsengpässe

Die Spritzenhersteller sind nach Auskunft des BV-Med bereits im Sommer 2020 ohne Verträge in Vorleistung gegangen: Die Produktionskapazitäten wurden gesteigert. Die Lagerbestände für 1-ml-Spritzen wurden mit Blick auf die Impfkampagne deutlich ausgebaut. Die Spritzenhersteller decken den gestiegenen Bedarf vor allem durch verstärkte Schichten (24/7), Optimierungen in bestehenden Produktionsanlagen und Ausweitung der Produktionskapazitäten. Aktuell gibt es daher keine Produktionsengpässe. Die Lieferfähigkeit von Spritzen und Kanülen ist derzeit gegeben – solange die internationalen Lieferketten stabil bleiben und die Verteilung der Spritzen intelligent gesteuert wird.

Mittel- bis langfristig kann eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizinprodukte helfen. „Ziel muss es sein, mit smarten Lösungen und offenen Schnittstellen die Verteilung versorgungskritischer Medizinprodukte in Krisensituationen zu optimieren“, stellt der BV-Med fest.

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Anforderungen der Hersteller

Die Impfstoffhersteller haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf die Dosierung. Bei Pfizer beträgt die Dosis 0,3 ml, bei den anderen Herstellern 0,5 ml. Für alle Impfstoffe werden 1-ml-Impfspritzen benötigt. Ausnahme ist die siebte Dosis aus den Biontech-Fläschchen. Für sie werden spezielle Spritzen mit geringem Totraumvolumen benötigt.

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Hintergrund
Die Produktion von Spritzen und Kanülen

Für die Produktion der Einmalspritzen aus Kunststoff wird spezielles medizinisches Granulat benötigt, das einen hohen Reinheitsgrad hat. Das Kunststoffgranulat wird erhitzt, geschmolzen und in speziellen Spritzgussmaschinen in Formen gespritzt, um die Kunststoffteile – Zylinder und Kolben – herzustellen. Die Kanülen werden aus rostfreien Edelstahlstreifen hergestellt, gewalzt, verschweißt, gezogen, geschnitten und geschliffen.

Die Komponenten für die Kanüle und die Kunststoffteile für die Spritze (Zylinder, Kolben, Dichtungsring) werden in Hochgeschwindigkeits-Montagemaschinen zusammengeführt, dann verpackt und sterilisiert. Bei den 1-ml-Impfspritzen werden die Kunststoffteile verpackt und sterilisiert. Die mitgelieferte Kanüle wird in der Arztpraxis mit einem Steckmechanismus aufgebracht.

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