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Sumitomo (SHI) Demag Elektrisch oder hydraulisch? Die Mischung macht’s!

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Zu jedem einzelnen Projekt weiß Geschäftsführer Armin Hossinger eine spannende Geschichte zu erzählen. Besonders geprägt hat ihn der Erfolg einer Baugruppe für die Beatmung und Therapie von Frühchen. Sie wird von WHR Hossinger auf einem Mix aus elektrisch und servohydraulisch angetriebenen Spritzgießmaschinen von Sumitomo (SHI) Demag gefertigt.

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Breites Produktspektrum, kleine Losgrößen: Umbau- und Rüstvorgänge sind bei WHR Hossinger an der Tagesordnung.
Breites Produktspektrum, kleine Losgrößen: Umbau- und Rüstvorgänge sind bei WHR Hossinger an der Tagesordnung.
(Bild: Sumitomo (SHI) Demag)

Der Medi-Jet ist eine Gemeinschaftsentwicklung von WHR Hossinger Kunststofftechnik sowie der Medin Medical Innovations. Er hält die spontane Atmung bei zu früh geborenen oder kleinen Säuglingen aufrecht. In einer Projektlaufzeit von sechs Monaten hat WHR Hossinger die Produktidee als Spritzgussteil umgesetzt: Von der Bauteilkonstruktion in 3D über die Prototypenerstellung, Bauteiloptimierung und Umsetzung im Werkzeugbau bis zur Serienfertigung der Einzelkomponenten und deren Montage zur kompletten Baugruppe zeichnet das 55 Mitarbeiter starke Unternehmen verantwortlich. Die Einzelkomponenten produziert WHR Hossinger mit Spritzgießmaschinen von Sumitomo (SHI) Demag, darunter auch die beiden Gehäuseschalen. Sie werden auf einer Ergotech 35/320-80 mit 350 kN Schließkraft und Laminar-Flow-Modul von Petek Reinraumtechnik unter Reinraumbedingungen hergestellt.

Schnellspannsysteme für häufiges Umrüsten

Ob PEEK-Dickwandspritzguss oder die Verarbeitung röntgenbildgebender Batches, die Vielfalt in der Produktion ist groß, Dauerläufer sind bei WHR Hossinger weniger zu finden, und Rüsten ist mehrfach an der Tagesordnung. Im Extremfall wird eine Spritzgießmaschine in der ersten und in der zweiten Schicht mit einem neuen Werkzeug bestückt. Um hier möglichst effizient zu sein, hat das Unternehmen vor kurzem alle 31 Spritzgießmaschinen mit Schnellspannsystemen ausgestattet.

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Spritzeinheiten schneller tauschen als reinigen

Der Maschinenpark ist ein Mix aus elektrisch und hydraulisch angetriebenen Spritzgießmaschinen im Schließkraftspektrum zwischen 250 und 3.500 kN. 2008 hat WHR Hossinger in vollelektrische Spritzgießmaschinen investiert, 2012 erstmals in collelektrische von Sumitomo Demag. „Bis dato hatte ich nicht gedacht, dass wir eine Maschine speziell für ein Produkt konstruieren müssen, doch bei unseren Trachealkanülen war dies der Fall. Wir konnten diese Komponente auf den vorhandenen elektrischen Maschinen nicht fertigen“, blickt Armin Hossinger zurück. Der Artikel aus TPU ist zwar klein, jedoch so komplex gebaut, dass das zugehörige Werkzeug mehrere Hydraulikzylinder und Schieber beinhaltet. Es benötigt eine große Aufspannfläche und einen großen Einbauraum.

Die Lösung fand sich in einer Intelect 100-180 (1.000 kN) mit 180er Spritzeinheit und 22-mm-Schnecke. „Damit haben wir die richtige Kombination aus großer Holmweite und kleiner Spritzeinheit mit kleiner Schnecke“, so der Geschäftsführer. Da auf der Maschine auch andere Produkte gefertigt werden und die Reinigung des Spritzaggregats vor der Produktion der transparenten Kanülen zu aufwendig wäre, hat Hossinger in zwei Spritzeinheiten investiert. So steht ein Aggregat ausschließlich für die sechs verschiedenen Kanülen-Werkzeuge zur Verfügung.

„Unsere Werkzeuge werden tendenziell immer größer. Nicht weil die Kavitätenzahlen steigen, sondern weil die Produkte immer komplexer werden. Wir brauchen daher größere Maschinen nur aufgrund des Einbauraums und nicht wegen der Schließkraft. Dass die Intelect- und Systec-Maschinen mit sehr großen Holmweiten zu bekommen sind, ist für uns von großem Vorteil“, so Hossinger.

Darüber hinaus hat die Energieeffizienz der Maschinen eine Rolle gespielt. Letztlich hat Hossinger insgesamt in vier vollelektrische Spritzgießmaschinen der Baureihe Intelect mit energieeffizienten Direktantrieben und Schließkräften von 1.600, 1.000 und 500 kN sowie in fünf hydraulische Systec-Maschinen mit 350 und 500 kN investiert. „Dieser Mix aus hydraulisch und elektrisch angetriebenen Spritzgießmaschinen ist das Ergebnis einer fundierten Energieberechnung. Gerade bei den kleineren Maschinen amortisiert sich der Mehrpreis einer vollelektrischen Version nicht durch die Stromersparnis, und die Präzision der hydraulischen Systec-Maschinen mit Servoventil genügt unseren Ansprüchen vollkommen“, so Armin Hossinger.

Die Maschinensteuerung ist einfach zu bedienen

Und noch ein Aspekt hat Hossinger zu einem überzeugten Sumitomo-Demag-Kunden gemacht: Alle Mitarbeiter schätzen die einfach zu bedienende, auf eine Visualisierung des Spritzprozesses fokussierte Steuerung der Maschinen. Diese wird sowohl in der Version NC5 als auch bei den neuen Maschinen in der Ausbaustufe NC5 plus eingesetzt.

Wichtig ist dem Geschäftsführer auch, dass sich alle qualitätsbestimmenden Parameter abgreifen lassen. Daher wurde kürzlich in ein MDE/BDE-System investiert. „Wir werden zunächst die Sumitomo-(SHI)-Demag-Maschinen anbinden. Das lässt sich über die NC5-plus-Steuerung sehr einfach realisieren. Unser Ziel ist, Prozess- und Qualitätsdaten abzugreifen, zentral zu verwalten und auszuwerten“, kündigt Armin Hossinger an.

(ID:42933003)