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Klingel Medical Metal Group Auftragsfertiger für chirurgische Instrumente und Werkzeuge wächst und wächst

Redakteur: Peter Reinhardt

Mit strategisch gut gewählten Zukäufen hat sich die Klingel Medical Metal Group hervorragend positioniert. Doch damit ist der geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Gruppe, Ralf Petrawitz, noch nicht zufrieden. Auf über 100 Mio. Euro soll der Umsatz bis 2022 wachsen.

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Als Teil der Klingel Medical Metal Group ist die Schweizer Gehring Cut AG Auftragsfertiger für chirurgische Instrumente und Werkzeuge für Orthopädie und Trauma.
Als Teil der Klingel Medical Metal Group ist die Schweizer Gehring Cut AG Auftragsfertiger für chirurgische Instrumente und Werkzeuge für Orthopädie und Trauma.
(Bild: Klingel Medical Metal Group)
  • Wachstum durch Übernahmen und Investitionen in Technologie und Neubauten
  • Umsatzwachstum auf über 100 Mio. Euro in 2022
  • Anforderungen der MDR im Firmenverbund bewältigen

Nach der Übernahme von zwei Medizintechnikunternehmen in der Schweiz und Neubauten an zwei Standorten bleibt die Klingel Medical Metal aus Pforzheim weiter auf Wachstumskurs. Der Spezialist für Metallpräzision in der Medizintechnik hatte im Dezember 2018 die Firma Gehring Cut AG mit Sitz in Matzingen/Kanton Thurgau, Auftragsfertiger für chirurgische Instrumente und Werkzeuge für Orthopädie und Trauma, sowie im März 2019 die Firma Bächler Feintech AG mit Sitz in Hölstein/Kanton Baselland, Auftragsfertiger für Werkzeuge und chirurgische Instrumente für die Orthopädie und Dentaltechnik, übernommen. Bereits seit 2015 gehört zudem die Josef Ganter Feinmechanik GmbH in Dauchingen zur Klingel Medical Metal Group. Durch die Übernahmen wurde die Produktionsfläche über alle vier Werke auf rund 21.000 m² mit über 600 Mitarbeitern gesteigert. „Der Zusammenschluss unter einem gemeinsamen Dach bündelt Know-how und Erfahrung. Die Wertschöpfungskette hin zu einem One-Stop-Shop wird weiter ausgebaut", so der geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Gruppe, Ralf Petrawitz.

Klingel Medical Metal fokussiert auf Medizintechnik

Ralf Petrawitz geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Gruppe: „Wir sind bereits jetzt führend in Europa. Und mit einem Umsatzwachstum auf über 100 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 wollen wir unsere Position als Nummer eins der Präzisionstechnikunternehmen und Medizintechnikzulieferer weiter ausbauen.“
Ralf Petrawitz geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Gruppe: „Wir sind bereits jetzt führend in Europa. Und mit einem Umsatzwachstum auf über 100 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 wollen wir unsere Position als Nummer eins der Präzisionstechnikunternehmen und Medizintechnikzulieferer weiter ausbauen.“
(Bild: Klingel Medical Metal Group)

Im Außenauftritt präsentieren sich alle Firmen gemeinsam unter dem Namen Klingel Medical Metal Group, wobei die Partnerfirmen unter den bisherigen Geschäftsführern weiterhin weitestgehend eigenständig innerhalb des neuen Firmenverbundes agieren. Die Ansprechpartner für Kunden bleiben somit bestehen. „Wir schaffen Synergieeffekte, bieten Lösungen zum Nutzen unserer Kunden und positionieren uns als strategischer, langfristig erfolgreicher und zuverlässiger Partner", verspricht Petrawitz.

Die Klingel Medical Metal GmbH mit Sitz in Pforzheim ging im Jahr 2015 durch Umfirmierung aus der 1986 gegründeten Firma Helmut Klingel CNC-Zerspanung hervor. Es erfolgte eine verstärkte Ausrichtung auf den Medizintechniksektor mit den Segmenten Implantate und Werkzeuge für die Dentaltechnik, Komponenten für (kardio)vaskuläre sowie minimal-invasive und endoskopische Systeme, Teile für die robotergestützte Chirurgie, orthopädische Implantate, Instrumente und Werkzeuge sowie Bauteile für medizinische Geräte. Dieser Bereich mit einem Umsatzanteil von aktuell rund 75 Prozent soll auch künftig weiter ausgebaut werden. Zu den weiteren Geschäftsfeldern gehören nach wie vor die Mess- und Regeltechnik mit einem Umsatzanteil von rund zwölf Prozent sowie die die Luft- und Raumfahrttechnik. 2019 wurde in der Gruppe ein Umsatz von 76 Mio. Euro erzielt, für das laufende Jahr sind 82,76 Mio. Euro geplant, was einem Wachstum von über acht Prozent entspricht und damit über dem Branchendurchschnitt liegt.

Spezialisten für schwer zerspanbare Materialien und komplexe Geometrien

Alle vier Kompetenzzentren sind nachhaltig gewachsene Spezialisten für schwer zerspanbare Materialien und komplexe Geometrien mit engen Toleranzen und den daraus kundenspezifisch entwickelten und gefertigten Komponenten und Baugruppen. Der Qualitätsstandard aller Partnerfirmen entspricht den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes und ist nach DIN EN ISO 13485 zertifiziert. Um mit den Richtlinien der neuen MDR konform zu gehen, wurde in den letzten Monaten nochmals in Qualitätsmanagement und -sicherung investiert. „Gerade diese Maßnahmen sind in einem großen Firmenverbund leichter zu stemmen als in kleinen Betrieben mit nur wenigen Mitarbeitern“, begründet Petrawitz die Unternehmensstrategie.

Allein am Stammsitz im Gewerbegebiet Altgefäll werden aktuell

  • auf 9.400 m² Produktionsfläche
  • mit 330 Mitarbeitern
  • an 103 CNC-Drehzentren,
  • 65 CNC-Fräszentren, 6 Drahterodiermaschinen
  • 5 Laseranlagen zum Markieren und Schweißen von Baugruppen
  • und weiteren Sonderanlagen

schwer zerspanbare Materialien zu hochpräzisen, komplexen Komponenten für die Medizintechnik verarbeitet.

Das gesunde Wachstum und die positiven Geschäftsergebnisse der letzten Jahre machen es möglich, gemeinsam mit einem Nachbarunternehmen bis März 2020 einen Neubau zu realisieren, in dem Klingel Medical Metal seine Produktionsfläche nochmals um rund 6.500 m² erweitert und für den erwarteten Wachstum der nächsten Jahre nutzt.

2018 wurden 4,1 Mio. Euro in neue Maschinen und Anlagen investiert. So erfolgte zuletzt unter anderem auch die Inbetriebnahme einer neuen vollautomatisierten Reinigungsanlage im Reinraum. 2019 wurden weitere Anschaffungen getätigt, insbesondere zur weiteren Automatisierung der Fertigungsprozesse. Die dadurch auch neu geschaffenen Arbeitsplätze versprechen ausgezeichnete Zukunftsperspektiven, zumal der Medizintechniksektor nach wie vor ein stabiles Wachstum verzeichnen kann. Seit Jahren steigt hier der Umsatz kontinuierlich, und bei der Beschäftigung sind die Zuwachsraten ähnlich.

Auch die Tochterfirma Josef Ganter in Dauchingen konnte im Juli 2019 einen Neubau mit zusätzlichen 500 m² Produktionsfläche in unmittelbarer Nachbarschaft beziehen. Aktuell sind rund 50 Mitarbeiter in zwei Werken beschäftigt.

Keine Wachstumsdelle durch die MDR

Die Umsetzung der neuen MDR-Richtlinien stellt zwar hohe Anforderungen an die Qualifizierung des Personals, doch bietet Klingel Medical Metal neben einer sorgfältigen Einarbeitung und hausinternen Schulungen entsprechende Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten an.

Geschäftsführer Petrawitz strebt in den kommenden Jahren neben organischem Wachstum auch weitere Firmenübernahmen an. „Mit unserer Strategie der breiten Aufstellung in Sachen Prozessketten und Wertschöpfung sind wir bereits jetzt führend in Europa. Und mit einem Umsatzwachstum auf über 100 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 wollen wir unsere Position als Nummer eins der Präzisionstechnikunternehmen und Medizintechnikzulieferer weiter ausbauen“, so Petrawitz, der das Unternehmen seit 2011 als geschäftsführender Gesellschafter leitet und in dieser Zeit langfristige Partnerschaften mit namhaften Medizintechnikherstellern aufgebaut hat.

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