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Rapidtech 3D Wissenswertes zum 3D-Druck im Medizinbereich

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Vom 22. bis 23. Juni 2021 findet in Erfurt die digitale Konferenzmesse Rapidtech 3D statt. Welche 3D-Druck-Anwendungen aktuell im medizinischen Bereich umgesetzt werden und welche Auswirkungen die neue EU-Medizinprodukteverordnung auf die additive Fertigung hat, soll im Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik behandelt werden.

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Die neue EU-Medizinprodukteverordnung MDR beinhaltet auch für die additive Fertigung aktuelle Regeln und Vorschriften.
Die neue EU-Medizinprodukteverordnung MDR beinhaltet auch für die additive Fertigung aktuelle Regeln und Vorschriften.
(Bild: Christian Seeling)

Der 3D-Druck hat in der Corona-Pandemie sein Potenzial gezeigt: Mit der Möglichkeit, nahezu beliebige Datensätze zu materialisieren und damit fehlende Teile zu produzieren, wurde Additive Manufacturing (AM) zum gefragten Fertigungsverfahren. Erste Engpässe bei Masken und Beatmungsgeräten konnten so abgefedert sowie Voraussetzungen für konventionelle Serienproduktionen geschaffen werden. Und die additive Fertigung nimmt im medizinischen Bereich weiter zu. Nicht zuletzt deshalb, weil die Prozessbeherrschung zugenommen hat und es immer mehr Fortschritte bezüglich Präzision und Reproduzierbarkeit gibt. Aber auch die regulatorischen Anforderungen steigen: Sie sind in der neuen EU-Medizinprodukteverordnung MDR verankert.

Die MDR trat bereits am 25. Mai 2017 in Kraft. Ihre Übergangsfrist endete in diesem Jahr am 26. Mai. Nun sind die Produzenten verpflichtet, nach den aktuellen Regeln und Vorschriften zu arbeiten. Damit sind auch die Hersteller additiv gefertigter Produkte gefordert, bestimmte regulatorische Standards nachzuweisen. Über die Auswirkungen der neuen Verordnung auf AM-produzierte Implantate und weitere medizintechnische Produkte wird die Geschäftsführerin der Expertants GmbH Dr. Özlem Weiss referieren.

Mit der Entwicklung des weltweit ersten 3D-Druckers mit integriertem Reinraum bringt die Kumovis GmbH die additive Fertigung ganz nah zu Arzt und Patient. Ihr System für die Verarbeitung von Hochleistungs- und bioresorbierbaren Kunststoffen senkt die Eintrittsbarrieren für den 3D-Druck vor Ort in Kliniken. Business Development Manager Martin Herzmann zeigt zur Rapidtech 3D auf, wie mit additiven Technologien individuelle Schädel-Implantate zu Kosten herstellbar werden, die weder mit Fräsen noch mit Spritzguss wirtschaftlich möglich sind.

Anwenderlösungen aus der digitalen Orthetik und Prothetik stellt Frank Naumann von der Orthovital GmbH vor. Er geht in seinem Vortrag vor allem auf die Gestaltung kompletter digitaler Prozessketten ein und erläutert, wie mittels 3D-Druck die Qualität von orthopädischen Hilfsmitteln sowohl funktional als auch ästhetisch erhöht werden kann.

Das Forum Medizin-, Zahn- & Orthopädietechnik ist Teil des digitalen Rapidtech 3D-Fachkongresses und findet am 23. Juni 2021 von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr statt.

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