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Leoni Elocab

Sterile Verbindungen für die Endoskopie

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die qualitätsgesicherte Aufbereitung von flexiblen Endoskopen wird durch strenge Regeln und Normen bestimmt. Mit der Entscheidung für ein Material auf Silikonbasis und dem richtigen Design und Aufbau können die Hygieneeigenschaften moderner Kabelsysteme dauerhaft verbessert werden.

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Ideale Arbeitsbedingungen: Endoskopiekabel müssen den Operateuren eine möglichst optimale Bildauflösung übertragen, um Gefahren vom Patienten abzuwenden.
Ideale Arbeitsbedingungen: Endoskopiekabel müssen den Operateuren eine möglichst optimale Bildauflösung übertragen, um Gefahren vom Patienten abzuwenden.
(Bild: Leoni)

Allein in der diagnostischen Endoskopie werden in Deutschland jährlich millionenfach Eingriffe durchgeführt. Jedoch werden flexible Endoskope leider auch häufig im Zusammenhang mit der Übertragung von Infektionserregern im Krankenhaus genannt.Für sie ist daher eine effektive Sterilisation nach jedem Einsatz vorgeschrieben. Oft können aber nicht die kompletten Systeme sterilisiert werden. Denn Materialien, die zum Beispiel nicht hitze- oder chemikalienbeständig sind, sind dafür nicht geeignet.

Wenngleich das logische Hauptaugenmerk auf der Sterilisation endoskopischer Kanäle und Instrumente liegt, gelten auch für Anschlussschläuche und alle weiteren Zuleitungen die gleichen strengen Aufbereitungskriterien. Da viele Anwender die Dampfsterilisation und die chemische Sterilisation anderen Sterilisationsverfahren vorziehen, sollten Endoskopiekabel und deren Anschlusskomponenten mehreren hundert Sterilisationszyklen mit diesen Verfahren standhalten. Neben dem verwendeten Materiali können auch Design und Aufbau moderner Kabelsysteme dazu beitragen, die Sterilität flexibler Endoskope zu garantieren.

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Optimierte Konturen für mehr Hygiene

Technisch begründet verfügen Endoskopiesysteme über Rillen und Nischen. Bei der Anbringung von Steckern oder Ferrulen (Aderhülsen) führt die Verbindung unterschiedlicher Materialien oft zu Problemen. Berühren sich beispielsweise Metall und Kunststoff, kann sich in Hohlräumen oder Absätzen ein Biofilm bilden, der einen Nährboden für Mikroorganismen bietet. Durch eine spezielle Overmouldingtechnologie können solche Lücken und Löcher an den Verbindungsstellen verhindert werden.

Der Systemlieferant und Kabelspezialist Leoni setzt beim Umspritzen von Steckern, Ferrulen und Abzweigungen seiner Endoskopiesysteme auf ein eigenes Material auf Silikonbasis: Durch die Umspritzung mit Leoni-Si-Tec wird eine hundertprozentige Abdichtung der tückischen Stellen erreicht. Rillen und Nischen werden eliminiert. Zudem werden verbaute Stecker mit abgestimmten Materialien wie Epoxidharz, Kleber oder Silikon ausgegossen und ein Eindringen von Flüssigkeit an diesen Stellen verhindert. Die gleichzeitige Nutzung von Leoni-Si-Tec als Kabelmantel gewährleistet hervorragende Gleiteigenschaften und damit eine sehr gute Handhabung ohne zusätzliches Talkumieren.

Aufgrund der Beschaffenheit von Leoni-Si-Tec und vollkommenen Abdichtung halten Leoni-Endoskopiesysteme zum Beispiel bis zu 1.000 Zyklen im Autoklaven bei 143 °C stand. Die besondere Haptik der Silikonoberflächen bleibt dabei erhalten.

Kabeldesign ohne Grenzen

Eine möglichst hohe Bildauflösung ist die Schlüsselfunktion von Endoskopen, die eine schnelle und effiziente Diagnose und Behandlung sicherstellt. Voraussetzung dafür ist die sichere Übertragung von Videosignalen. Aktuell erfolgen Bild- und Videoübertragungen sowohl auf Kupfer- als auch auf Glasfaserbasis. CCD-, Chip-on-the-Tip- und CMOS-basierte 3D-High-End-Endoskope verschiedener Hersteller sind mit unterschiedlichen Übertragungssystemen im Einsatz.

Das favorisierte Kabeldesign richtet sich dabei nach dem Einsatz. Kupferkabel sind flexibel und bieten eine sichere und sehr gute Signalübertragung. Hingegen gewährleistet der Einsatz von Glasfasern eine höhere Bandbreite bei dünnerem Durchmesser, Gewichtsersparnis und absolute Unempfindlichkeit gegenüber Störquellen. Während also in der Bronchoskopie ein möglichst kleiner Außendurchmesser im Vordergrund stehen mag, ist die sehr gute Ausleuchtung in der Laparoskopie elementar.

Jüngst hat Leoni für eine endoskopische Anwendung ein Hybridrundkabel entwickelt, in dem parallel verlaufende Kupferkomponenten und Lichtwellenleiter in einem gemeinsamen Mantel extrudiert werden. Ein integriertes Glasfaserbündel überträgt das Licht zur Operationsstelle, während der Lichtwellenleiter die Signale an eine 3D-Kamera überträgt. Kupferkomponenten sind für die Spannungsversorgung des Systems zuständig.

Als Kabelspezialist versteht Leoni sich neben der Herstellung von Kupfer- und faseroptischen Kabeln auf die Entwicklung und Fertigung solcher individuellen Kabellösungen. Auf Kundenwunsch können sie mit unterschiedlichen Komponenten wie Energie-, Signal-, Daten- und Lichtübertragung sowie Medienschläuchen bestückt sein. Miniaturisierte Leitungen bis AWG 50 sowie Mikro-Lötverbindungen bis AWG 44 ermöglichen andere anwendungsoptimierte Verbindungen.

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