Verpackungsfolie

Steril durch Wasserdampf

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Medizinische Folie: Im Verbund mit unbeschichtetem Tyvek ist sie für die Sterilisation mit Wasserdampf geeignet.
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Medizinische Folie: Im Verbund mit unbeschichtetem Tyvek ist sie für die Sterilisation mit Wasserdampf geeignet. (Bild: Kobusch)

Die Herausforderung: eine Verpackungsfolie für die Wasserdampfsterilisation, die mit dem unbeschichteten Vliesstoff Tyvek kombinierbar ist. Das Ergebnis: eine Tiefziehverpackung und ein neuer Beutel für Medizinprodukte.

Bei der Herstellung von Verpackungen für medizinische Sterilgüter muss eine Vielzahl an gesetzlichen Auflagen erfüllt werden. Außerdem müssen die Materialien natürlich sterilisierfähig sein. Die Firma Kobusch hat für die Wasserdampfsterilisation eine Folie entwickelt, die mit dem unbeschichteten Vliesstoff Tyvek kombinierbar ist.

Medizinprodukte umweltschonend sterilisieren

Auslöser für die Innovation war ein US-amerikanischer Kunde aus der Medizintechnik, der seine verpackten Produkte mit Wasserdampf sterilisieren, gleichzeitig aber auch Tyvek verwenden wollte. Für die Wasserdampf-Sterilisation spricht, dass sie im Vergleich zu Sterilisationsverfahren wie Strahlen oder Ethylenoxid deutlich ungefährlicher und umweltschonender ist. Tyvek ist ein Vliesstoff aus hochdichtem Polyethylen, der von der Firma Dupont als poröses und keimdichtes Verpackungsmaterial entwickelt wurde. In Bezug auf Haptik, Optik und Durchstoßfestigkeit weist er bessere Eigenschaften auf als medizinisches Papier. Nun galt es, eine Kombination – unbeschichtetes Tyvek und Wasserdampf-Sterilisation – zu realisieren. Bisher wurde Tyvek in der Regel mit einer Siegelschicht sowie in Kombination mit Polyester und Polyethylen verwendet. Nur so konnte die zur Erzeugung der Siegelnaht notwendige Temperatur auch von der Deckelseite, das heißt der Tyvek-Seite, eingetragen werden. Mit Beschichtung war Tyvek hauptsächlich für die Sterilisation durch Bestrahlung oder mit Ethylenoxid geeignet. Die Sterilisation mit Wasserdampf (121 °C) machte es erforderlich, ein unbeschichtetes Tyvek zu verwenden. Dafür wiederum konnte bisher nur dann eine Siegelnaht hergestellt werden, wenn die Temperatur von der Folienseite, meist aus PET-O/PE, eingebracht wurde. Dies war auf den gängigen Form-Fill-Seal-Maschinen technisch jedoch nicht möglich.

Ein neuer Beutel für Medizinprodukte

Aus vorherigen Versuchen und Entwicklungen gab es bereits umfangreiche Erfahrungen – zum einen in der Modifikation von PE-basierten Folien zur Verwendung mit unbeschichtetem Tyvek – sterilisierbar mit Strahlen und Ethylenoxid –, und zum anderen mit PP-basierten Materialien, die gegen Tyvek fest siegelten – sterilisierbar mit Wasserdampf. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden sowie mit einem Maschinenhersteller ist nun eine PP/PA/PP-Kombination in der passenden Zusammensetzung und Dicke entwickelt worden, die sich im Verbund mit Tyvek und mit Temperaturführung durch das Tyvek peelbar siegeln lässt. Das Ergebnis ist gleich doppelt nutzbar. Zum einen als Tiefziehpackungslösung: Die Verbindung der PP/PA/PP-Folie mit Tyvek hat die Thermoformbarkeit nicht beeinträchtigt. Im medizinischen Bereich bietet die Tiefziehfolie insbesondere sensiblen Produkten optimalen Schutz.

Vor allem aber wird der Verbund aus Tyvek und PP/PA/PP-Folie für Flexopro eingesetzt, einen neuen Beutel für Medizinprodukte. „Wir haben für Flexopro Dinge zusammengefügt, die so vorher noch nicht kombiniert worden waren“, erklärt Günter Straßmann, Verpackungsentwickler bei der Firma Kobusch und zuständig für eben jenes Projekt. Flexopro gibt es in verschiedenen Ausführungsformen. Als Kombination aus unbeschichtetem Tyvek mit medizinischer Folie gehört der Beutel zu den wenigen Produkten im Markt, die mit Wasserdampf sterilisiert werden können. Alle medizinischen Einmalprodukte, die für dieses Sterilisationsverfahren geeignet sind, können in diesem Beutel verpackt werden. „Flexopro bietet bei Dampfsterilisation deutlich mehr Sicherheit als vergleichbare Papierverpackungen“, erläutert Straßmann. „Der Beutel ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und hat eine sehr gute bakteriologische Sperrwirkung, bei gleichzeitig hoher Gas- und Luftdurchlässigkeit sowie Durchstoßfestigkeit.“ Die für Flexopro verwendete Folienkombination bietet Kobusch im Rahmen des Sortiments seiner medizinischen Barrierefolien auch in weiteren Produktvarianten als Peelfolie an.

Kontakt:

Kobusch-Sengewald GmbH

D-34414 Warburg

www.kobusch.com

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