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Prozessintegration Spritzgießen und blasformen in einem Werkzeug

| Redakteur: Peter Reinhardt

Engel Austria und Cantoni haben gemeinsam ein Verfahren entwickelt, das den Spritzgieß- und Blasformprozess in einem gemeinsamen Werkzeug auf einer Spritzgießmaschine vereint. Damit reduziert „Inject2blow“ den Aufwand für Kosten und Zeit zur Herstellung von Medizintechnikbehältern aller Formen erheblich.

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Die Kombination des Spritzgieß- und Blasformprozesses für einsatzfertige Kleinbehälter in einem gemeinsamen Werkzeug ist unschlagbar schnell
Die Kombination des Spritzgieß- und Blasformprozesses für einsatzfertige Kleinbehälter in einem gemeinsamen Werkzeug ist unschlagbar schnell
(Bild: Engel Austria)

Während üblicherweise zunächst mittels Spritzguss Preforms gefertigt und diese in einem nachfolgenden Prozess auf einer Blasformmaschine zum Endprodukt weiterverarbeitet werden, liefert das neue Verfahren einsatzfertige Kleinbehälter in einem Arbeitsgang. Bislang war ein solches integriertes Verfahren am Markt nicht verfügbar.

Unschlagbar schnell

Mit einer Zykluszeit unter 14 Sekunden für die Herstellung von Weithalstiegeln auf einer „Victory“-Spritzgießmaschine von Engel mit 90 Tonnen Schließkraft in einem 2+2-fach-Werkzeug von Cantoni ist die Fertigungseffizienz von „Inject2blow“ mit herkömmlichen Verfahren nicht zu schlagen.

Weitere Vorteile der Prozessintegration sind geringere Anlageninvestitionskosten, geringerer Anlagenfootprint, höhere Anlagenverfügbarkeit, einfachere Qualitätskontrolle und uneingeschränkte Schließkraftobergrenzen. Im „Inject2blow“-Verfahren lässt sich ein breites Spektrum an Thermoplasten verarbeiten, von Polyethylen und Polypropylen über Polycarbonat bis zu PET.

Es überrascht daher wenig, dass der Engel Business Unit Medical bereits zahlreiche Anfragen von Medizintechnikherstellern vorliegen, wie das Unternehmen auf Nachfrage von „DeviceMed“ erklärt, zumal das neue Verfahren auch fit für den Reinraum ist.

Integrierte Fertigungsanlagen aus einer Hand

Engel und Cantoni liefern die integrierten Fertigungsanlagen aus einer Hand. Diese umfassen außer der Spritzgießmaschine ein Schiebetischwerkzeug sowie einen „Viper“-Linearroboter von Engel zum Entformen der Fertigteile. Sowohl der Spritzgieß- als auch der Blasformprozess werden über die „CC 200“-Steuerung der Spritzgießmaschine visualisiert, kontrolliert und geregelt. Das heißt, der Maschinenbediener im Spritzgießbetrieb muss sich nicht in eine neue Technologie einarbeiten, sondern wird von der ihm vertrauten Engel-Steuerung intuitiv durch den kombinierten Spritzgieß- und Blasformprozess geführt.

Trotz des hohen Prozessintegrations- und Automatisierungsgrads erweisen sich die Fertigungszellen im Betrieb als sehr flexibel. Kavitäteninserts vereinfachen den Produktwechsel und machen die Herstellung kleiner Losgrößen wirtschaftlich. Da der integrierte Prozess auf Standardspritzgießmaschinen basiert, lässt sich die Anlage auch mit Werkzeugen für klassische Spritzgießprodukte auslasten.

Kontakt:

Engel Austria GmbH

A-4311 Schwertberg

www.engel.info

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