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Neugeborenen-Monitoring Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik verliehen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE und das Aktionsbündnis für Patientensicherheit haben erstmals den „Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik“ vergeben. Preisträger ist Abbas K. Abbas, Doktorand am Philips Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik an der RWTH Aachen, der für seine Dissertation zur berührungslosen Überwachung der Atmungsrate von Neugeborenen auf Basis der Infrarot Thermographie-Bildgebung ausgezeichnet wurde.

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Der im Frühjahr ins Leben gerufene „Preis für Patientensicherheit“ ist jetzt erstmals vergeben worden. Im Bild zu sehen sind v.l.n.r. Prof. Dr.-Ing. Uvo Hölscher, Vorsitzender des Preisausschusses, sowie die Preisträger Abbas K. Abbas, Erik Eichhorn, Susanne Schaller und Stifter Dr. med. Hans Haindl
Der im Frühjahr ins Leben gerufene „Preis für Patientensicherheit“ ist jetzt erstmals vergeben worden. Im Bild zu sehen sind v.l.n.r. Prof. Dr.-Ing. Uvo Hölscher, Vorsitzender des Preisausschusses, sowie die Preisträger Abbas K. Abbas, Erik Eichhorn, Susanne Schaller und Stifter Dr. med. Hans Haindl
(Bild: VDE/Scheere Photos)

Die beiden zweiten Plätze gingen an Susanne Schaller von der Acqua Klinik in Leipzig und Erik Eichhorn von der Universitätsmedizin Greifswald. Der jährlich ausgeschriebene Preis richtet sich an den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs in Forschungseinrichtungen, Kliniken und in der Industrie. Prämiert werden Technologien, Systeme und/oder Prozesse beziehungsweise deren Gestaltung, die eine erhebliche Verbesserung der Patientensicherheit in einem überschaubaren Zeitraum erwarten lassen. Der mit insgesamt 6.500 Euro dotierte Preis wurde durch Dr. med. Hans Haindl gestiftet, der als öffentlich bestellter Sachverständiger für Medizinprodukte auf mehr als 20 Jahre Schadensbegutachtung an Medizinprodukten zurückblicken kann.

Neugeborene berührungslos überwachen

Abbas K. Abbas beschreibt in seiner Dissertation eine innovative Methode, die eine kontaktlose Echtzeit Überwachung der Körperoberflächentemperatur ermöglicht. Die Arbeit zeigt, dass die Atemfrequenz bei Neugeborenen über die Analyse des Temperaturprofils der Nasenlöcher in den Ein- und-Ausatem-Phasen ermittelt werden kann.

Die neue Methode geht mit einem minimalen Risiko einher, da das entwickelte Verfahren auf einer virtuellen Abtastung basiert, wobei nach der Wahl einer „region of interest“ die Änderung des Wärmetransfers an den Nasenlöchern während des Atmungszyklusses detektiert wird. Die berührungslose Methode vermeidet jedes am Säugling befestigte Kabel. Die Dissertation trägt damit wesentlich dazu bei, ein kabelloses und nicht-invasives Neonaten Monitoring unter Intensivstation Bedingungen zu etablieren.

Überdies wird die virtuelle Abtastung über Infrarot Thermographie die Sicherheit von Neugeborenen erhöhen. Kranke Neugeborene sind auf eine sorgfältige Beobachtung angewiesen. Aufgrund ihrer pathophysiologischen Besonderheiten unterscheidet sich das Monitoring teilweise erheblich vom dem erwachsener Patienten. Die kontinuierliche Überwachung der Spontanatmung ist insbesondere in Fällen von Frühgeburtlichkeit sowie Anpassungsstörungen von Atmung und Kreislaufsystem eine wichtige Aufgabe.

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