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Plagiatschutz Plagiarius stellt dreiste Fälschungen an den Pranger

| Redakteur: Claudia Otto

Die Aktion Plagiarius hat am 7. Februar zum 38. Mal den Negativpreis Plagiarius verliehen. Ziel ist es, die unlauteren Geschäftspraktiken von Markenfälschern und Plagiatoren, die geistiges Eigentum Anderer als eigene kreative Leistung ausgeben, ins öffentliche Licht zu rücken. Als dreisteste Fälschung auf Platz 1 hat die Jury das radiale Stoßwellentherapiegerät Z-Wave der chinesischen Shenzhen PRT Import Export Co. gewählt.

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Der 1. Preis geht an einen Produktfälscher aus China für das radiale Stoßwellentherapiegerät Z-Wave für ästhetische Medizinanwendungen. Links ist das Original von Zimmer Medizin-Systeme aus Neu-Ulm zu sehen, rechts das Plagiat der Shenzhen PRT Import Export Co. aus China.
Der 1. Preis geht an einen Produktfälscher aus China für das radiale Stoßwellentherapiegerät Z-Wave für ästhetische Medizinanwendungen. Links ist das Original von Zimmer Medizin-Systeme aus Neu-Ulm zu sehen, rechts das Plagiat der Shenzhen PRT Import Export Co. aus China.
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Im Rahmen der Verleihung stellte der Verein klar, dass die Auszeichnung mit dem Plagiarius nichts darüber aussagt, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt ist oder nicht. Die Aktion Plagiarius könne und dürfe kein Recht sprechen, aber auf Unrecht und die Probleme betroffener Unternehmen aufmerksam machen.

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Produkt- und Markenpiraterie und die oft vorausgehende Wirtschaftsspionage haben sich zu einer der gravierendsten Formen von Wirtschaftskriminalität entwickelt. Allein 2012 haben die EU-Zollbehörden knapp 40 Millionen. rechtsverletzende Produkte im Wert von 1 Milliarden Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt. Rund 72 Prozent der festgehaltenen Waren kamen aus China und Hongkong. Zu den Top Ten der Herkunftsländer gehören auch die Vereinigten Arabischen Emirate (8,37 Prozent) sowie die Türkei und zahlreiche osteuropäische Länder. Fakt sei aber auch, dass die Industrieländer selbst oft die Auftraggeber oder aber Importeure von Nachahmungen sind und ebenfalls vom Handel mit Plagiaten profitieren.

Nachahmungen bedrohen Wachstum und Arbeitsplätze

Betroffene Designer sowie kleine und mittlere Unternehmen melden der Aktion Plagiarius zunehmend auch von Problemen mit Nachahmern aus dem eigenen Land. Sogar einzelne Markenhersteller, bisher die Opfer von Plagiaten, werden hin und wieder selbst zum Täter. Vorsätzliche Nachahmungen jeder Art stellen eine ernsthafte Bedrohung für innovative Unternehmen dar und gefährden insbesondere im Mittelstand Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Betroffen sind inzwischen fast alle Branchen: Von Konsumgütern und Kinderspielzeug über Medikamente, Kosmetika und Lebensmittel bis hin zu Werkzeugen, Automobilzubehör sowie Maschinen und Medizingeräte.

Verfolgung im Internet besonders schwierig

Unseriöse Anbieter nutzen zunehmend auch das Internet. Teils täuschen sie leichtgläubige Konsumenten mit vermeintlichen Marken-Websites und Originalproduktfotos, teils verstecken sie sich in der Anonymität einschlägiger Online-Verkaufsplattformen, die für Fälschungen bekannt sind. Das Plagiats-Angebot des Erstplatzierten umfasst ebenfalls eine Website. Für das radiale Stoßwellentherapiegerät Z-Wave für ästhetische Medizinanwendungen inklusive Website wird ein Hersteller aus China ausgezeichnet. Die Originalwebsite findet man unter www.zimmer-aesthetic.de, das Plagiat wird auf www.ziaverwaver.com angeboten. Die Websites sehen bis auf das Firmenlogo identisch aus. Das Original der Zimmer Medizin-Systeme aus Neu-Ulm kostet etwa 15.000 Euro. Das Plagiat der Shenzhen PRT Import Export Co. aus China kann man bereits für 3.500 Euro erwerben.

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