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Medica / Compamed 2015

Neue Laufzeit, gute Stimmung / Trendthema Digitalisierung, E-Health-Gesetz nachbessern

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Wanka und Gröhe kommen auf die Messe

Mit Spannung wird erwartet, was konkret Bundesforschungsministerin Wanka am ersten Messetag im Gepäck hat, wenn Sie auf der Messe das BMBF-Förderkonzept zur Medizininformatik vorstellt. Neben Wanka kommt mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein weiterer Vertreter der Bundesregierung nach Düsseldorf. Gröhe ist Top-Redner des 38. Deutsche Krankenhaustages und wird auch an der Eröffnung des Medica Econ Forums teilnehmen.

Prominente Teilnehmer warten auch auf den fünf messe-begleitenden Konferenzen auf die Besucher. So tritt beispielsweise auf der Medicine + Sports Conference der amerikanische Fitness-Guru Mark Verstegen auf, der mit seinen Trainingsmethoden wesentlich zum Weltmeistertitel der deutschen Fußballnationalmannschaft beigetragen hat. Aber auch Prof. Bernd Wolfahrt, der leitende Sportmediziner des deutschen Olympiateams, ist hier ins Programm eingebunden.

Und noch ein „alter Bekannter“ kehrt in diesem Jahr auf die Messe zurück: der OP-Roboter. Mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, „lief der erste Anlauf nicht ganz rund“, wie Giesen es nennt. Tatsächlich konnten sich roboterunterstützte Operationen bislang allein in der Urologie etablieren. Doch im Zuge der Digitalisierung sei die Zeit nun reif für weiter gefasste Anwendungsmöglichkeiten.

Digitalisierung bedeutet Vernetzung und Datenanalyse

Was genau sich hinter dem Schlagwort Digitalisierung verbirgt, erklärt Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer der Fachverbandes Elektromedizinische Technik im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI): „Da ist zunächst die Vernetzung von Geräten, Ärzten und Patienten zu nennen. Sie senkt die Kosten im Gesundheitswesen und führt zudem zu besseren Behandlungsergebnissen.“ Der wirtschaftliche Druck in den Kliniken werde hier zwangsläufig Investitionen auslösen. Der zweite Aspekt ist die Datenanalyse. „Hier steht uns eine Revolution bevor“, so Bursig. Stichwort: Individualisierte Therapien. „Mit Hilfe von Bio-Markern können die richtigen Medikamente für die richtigen Patienten an den richtigen Stellen verabreicht werden.“

Nachbesserung des E-Health-Gesetzes wird gefordert

Über alledem steht eine sichere Kommunikation als unverzichtbarer Baustein, geregelt im sogenannten E-Health-Gesetz, genauer gesagt dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“. Jedoch ist Bursig mit dem aktuellen Entwurf, der sich noch in der parlamentarisch Beratung befindet, nicht zufrieden. Den sieht er lediglich als ersten Schritt in die richtige Richtung an. Der Startschuss für Anwendungen, welche die Versorgung über die Sektoren hinweg integrieren, sei das Gesetz aber nicht. „Das Gesetz schafft die Voraussetzungen für eine sichere, digitale Kommunikation in der Gesundheitswirtschaft“, so Bursig. Dies allein sei aber nicht ausreichend. Ohne stärkere politische Unterstützung würde Deutschland bei der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft weiterhin nur im Schritttempo vorankommen. Von der sicheren Kommunikation bis zum flächendeckenden Einsatz von E-Health-Anwendungen sei es noch ein weiter Weg.

Bursig betont: „Neben Technologie und geeigneten gesetzlichen Rahmenbedingungen brauchen wir für Telemedizin und E-Health aber vor allem die Akzeptanz bei Bürgern.“ Die Menschen müssten deshalb besser über den persönlichen Nutzen innovativer Versorgungsangebote informiert werden, erklärt Bursig und liefert auch gleich die nötigen Argumente: „Digitalisierung und sektorenübergreifende Vernetzung erlauben eine bessere Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen, erleichtern die Betreuung der zunehmenden Zahl chronisch Kranker und ermöglichen eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems.“

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