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Wirtschaftswoche Karl Storz ist Deutschlands innovativster Mittelständler

| Redakteur: Peter Reinhardt

Das Medizintechnik-Unternehmen Karl Storz ist laut aktuellem Ranking der Wochenzeitschrift Wirtschaftswoche Deutschlands innovativster Mittelständler. Neben dem Tuttlinger Spezialisten für Endoskope finden sich unter den Top 6 zwei weitere Medizintechnikhersteller.

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Hauptsitz von Karl Storz in Tuttlingen. Hier entwickelt Deutschlands innovativster Mittelständler chirurgische Endoskope und mehr für die Medizintechnik.
Hauptsitz von Karl Storz in Tuttlingen. Hier entwickelt Deutschlands innovativster Mittelständler chirurgische Endoskope und mehr für die Medizintechnik.
(Bild: Karl Storz)

Es gibt viele gute Gründe, die Karl Storz GmbH Co. KG als Deutschlands innovativsten Mittelständler zu küren. Dr. Sybill Storz (76), die das Unternehmen 1996 übernommen hat, bringt es so auf den Punkt: „Seit der Firmengründung vor über 65 Jahren legen wir Wert darauf, medizinischen Anwendern minimal-invasive Technologien an die Hand zu geben, die klinisch effektiv und zum Wohle der Patienten eingesetzt werden können. Produktentwicklungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Dialog mit Ärzten werden Ideen entwickelt und Innovationen geschaffen. Diese fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Anwender sehen wir als einen unserer Erfolgsfaktoren.“

Medizintechnik-Quintett unter den Top 50

Mit dem Lübecker Unternehmen Euroimmun als Hersteller medizinischer Labordiagnostik auf Rang 3 hat es noch ein weiteres Medizintechnikunternehmen aufs Siegertreppchen geschafft. Die Unternehmen Eckert & Ziegler, Berlin (Strahlen-/Medizintechnik, Rang 6), GS Elektromedizin, Kaufering (Intensivmedizin, Rang 33), und Königsee Implantate, Allendorf (Implantate/Instrumente, Rang 50) komplettieren das Medizintechnik-Quintett unter den Top 50.

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Das ist das Ergebnis eines Rankings, das die Münchner Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) exklusiv für die Wirtschaftswoche erstellt hat. „Dazu wertete MSG Unternehmenskennzahlen sowie die Zahl neuer Produkte aus und bewertete die Innovationskultur von insgesamt 3.000 deutschen Mittelständlern“, erklärt Wirtschaftswoche-Redakteur Jürgen Salz die Vorgehensweise. Berücksichtigt wurden Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 10 bis 1.300 Mio. Euro.

Biotech-Medikamentenhersteller tun sich schwer

„Unter den 50 innovativsten Mittelständlern Deutschlands finden sich vor allem Maschinen- und Anlagenbauer sowie Spezialisten für Mess- und Regeltechnik, Software und Medizintechnik“, heißt es im Artikel der Wirtschaftswoche. Aus der Reihe fallen Unternehmen wie der Online-Drucker Flyeralarm in Würzburg, Systemgastronom Vapiano aus Bonn und der Topfhersteller Fissler in Idar-Oberstein.

Besonders stark vertreten sind Unternehmen der Medizintechnik. „Da tauchen viele junge, innovative Medizintechnik-Firmen auf, die es vor einigen Jahren noch gar nicht gab“, so MSG-Gründer und Ranking-Autor Dr. Sebastan Theopold. Allerdings offenbart das Ranking auch Schwächen. Unter den Top 50 finden sich kaum Biotech-Medikamentenhersteller. „Für sie sind die Markteintrittsbarrieren wegen der hohen Entwicklungskosten sehr hoch“, so Theopold. Und in den USA stünden für die Biotechs mehr Kapitalgeber bereit. Ebenfalls schwach seien die deutschen Mittelständler bei der Nanotechnologie, die potenzielle Basis für neuartige Solarzellen oder Speichermedien.

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