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Suspa Hydraulikdämpfer schützt Patienten im Krankenhausbett vor Erschütterungen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Hydraulikdämpfer HD 15 des Gasfedernherstellers Suspa ist eine Speziallösung für Krankenhausbetten. Hauptaufgabe des Dämpfungssystems ist die zuverlässige, komfortable und erschütterungsfreie Verstellung der Seitenteile.

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Der Suspa-Dämpfer HD 15 kann in sehr kleinen Bauräumen installiert werden.
Der Suspa-Dämpfer HD 15 kann in sehr kleinen Bauräumen installiert werden.
(Bild: Suspa)
  • Moderater Montage- und Kostenaufwand im preissensiblen Gesundheitssektor
  • Dämpfkraft kann durch Konstruktion und Bauweise individuell eingestellt werden
  • Bewegung folgt in einer Schwenkbewegung imaginärem 3D-Parallelogramm

Die anwendungsspezifischen Anforderungen an Dämpfungssysteme zur Verstellung der Seitenteile von Krankenhausbetten sind sehr speziell. Neben einer einfachen Bedienung müssen die Dämpfungssysteme in einem sehr kleinen Bauraum installiert werden können und sich durch einen moderaten Montage- und Kostenaufwand im preissensiblen Gesundheitssektor auszeichnen. Dabei muss die Dämpfung insbesondere ein zügiges Absenken der Seitenteile gewährleisten, um erstens in Notfällen einen schnellen, barrierefreien Zugriff des Pflegepersonals auf Patienten sicherzustellen und zweitens einen Aufprall des Seitenteils in der Endlage „geöffnet“ durch eine kontrollierte Dämpfung zu unterbinden und so Patienten vor Erschütterungen zu schützen.

Spezialkolbenstange aus der Suspa-Fertigung

Im Wissen um diese Basisanforderungen hat Suspa das hydraulische Dämpfungssystem HD 15 entwickelt. Es gehört zur Serie Softline und besteht aus einem Druckrohr, einer in der unternehmenseigenen Kolbenstangenfertigung hergestellten Kolbenstange, an der ein spezieller Kolben angebracht ist, sowie dem Dämpfungsmedium Öl. Weil das HD 15 mit einer nach unten weisenden Kolbenstange zu montieren ist, befindet sich das System unter Normalbedingungen dann im eingefahrenen Zustand, wenn das Seitenteil oben ist. Die Kolbenstange wird dann vollständig vom Rohr aufgenommen. Befindet sich der Dämpfer im ausgefahrenen Zustand, nimmt das Seitenteil eine vollständig abgesenkte Position ein. Weil die meisten Krankenhausbetten mit insgesamt vier Seitenteilen ausgestattet sind, genügen für deren Bedienung vier Dämpfungssysteme HD 15.

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Individuelle Dämpfkraft – anwendungsspezifisches Dämpfungsprofil

Das hydraulische Funktionsprinzip des HD 15 sieht vor, dass der Kolben beim Absenken beziehungsweise Ausfahren auf die sogenannte Ölsäule im Rohr trifft. Je nachdem, wie schnell oder langsam das Öl bei der Betätigung der Kolbenstange durch die Bohrungen im Kolben hindurchströmt, wird eine entsprechende Dämpfungskraft erzeugt, die wiederum die Absenkenergie des Seitenteils absorbiert. Die Dämpfkraft kann durch Konstruktion und Bauweise individuell gestaltet werden, sodass es möglich ist, Kundenwünsche wie Geschwindigkeit, maximale Zeitspanne oder ein spezielles Dämpfungsprofil zu berücksichtigen. Beim Absenken verfährt das System nach der manuellen Entriegelung automatisch in die Endlage, beim Anheben muss manuelle Kraft aufgewendet werden, um das System in die Endposition „oben“ zu befördern und es dort manuell zu verriegeln.

Hohe Dämpfkraft vermeidet Reboundeffekt

Der Dämpfer HD 15 gewährleistet eine garantierte Dämpfkraft von maximal 500 N. Er verfügt über eine progressive Dämpfungskennlinie. Das heißt, um nach der händischen Entriegelung eine möglichst zügige Absenkbeschleunigung der Seitenteile zu initiieren, erzeugt der HD 15 zunächst einen Leerhub, indem die Rotation des Seitenteiles ohne jeden Dämpfungswiderstand nach unten verfährt. Am Ende des Hubweges stellt der HD 15 schließlich die maximale Dämpfungskraft zur Verfügung, um das Seitenteil erschütterungsfrei und ohne Reboundeffekt in die Endposition zu überführen. Die Sollwerte für die Dauer des Absenkens liegen zwischen zwei und maximal fünf Sekunden.

Nicht zu vernachlässigen ist dabei der ergonomische Effekt für das Pflegepersonal. Der komfortable Entriegelungsmechanismus und die Dämpfung des HD 15 entlasten den muskuloskelettalen Bereich der Bediener, weil die Rotationsbewegung nicht überwacht werden muss, um etwa eine Erschütterungsvermeidung sicherzustellen. Ist das Seitenteil einmal entriegelt, kann sich das Pflegepersonal sofort seinen medizinischen Aufgaben widmen, weil das Dämpfungssystem automatisch für ein erschütterungsfreies Absenken sorgt. Eine Kontrolle des Absenkvorgangs mittels manuellem Kraftaufwand und unangenehm gebückter Körperhaltung ist nicht erforderlich.

Konstruktionskonzept mit optimierter Kinematik

Krankenhausbetten müssen gewisse Bauraumanforderungen erfüllen. Diese Bedingungen muss auch das Dämpfungssystem erfüllen. Verfährt ein Seitenteil von oben nach unten, zeichnet diese Bewegung ein imaginäres, dreidimensionales Parallelogramm und vollzieht demzufolge zuerst eine Schwenkbewegung nach außen, um sich dann wieder Richtung Bett in eine parallele Endposition zu begeben. Weil aber das Rohr bei einem Rohrdurchmesser von lediglich 15 mm im eingefahrenen Zustand nur 65 mm lang ist (ohne Auge) und bei ausgefahrener Kolbenstange die Gesamtlänge des kompletten Dämpfungssystems 140 mm beträgt, nimmt diese Bewegung den Raum eines sehr schmalen Parallelogramms ein, welches eng am Bett anliegt. In der vollständig abgesenkten Endlage befindet sich der obere Rand vom Seitenteil unterhalb der Matratzenoberkante. Der Abstand zwischen Matratze und Seitenteil ist in beiden Endlagen sehr gering. Die kinematisch günstige Charakteristik dieses Konstruktionskonzeptes bringt viele Vorteile mit sich. Die Seitenteile können beispielsweise bei Notfällen, die während eines innerklinischen Patiententransports in räumlich beengten Rahmenbedingungen auftreten, problemlos bedient werden.

Ein langes Leben wird garantiert

Der HD 15 überzeugt darüber hinaus durch seine Langlebigkeit. Mehrere zehntausend Bewegungszyklen werden von Suspa für den HD 15 garantiert. Da eine übermäßige Betätigungsfrequenz wie etwa bei Klappenanwendungen in Küchenmöbeln nicht zu erwarten ist, ist dieses Frequenzvolumen mehr als ausreichend, um Krankenhausbetten lange im Dienst zu halten.

Der HD 15 kann mit unterschiedlichen Hydraulikölen befüllt werden, die in chemischer Zusammensetzung und Viskosität variieren, um damit ein individuelles, anwendungsgerechtes Bewegungs- und Rotationsprofil herzustellen. Alle Hydrauliköle, die Suspa in dieser Lösung einsetzt, sind lebensmittelverträglich, chemisch für Mensch und Tier unkritisch und erfüllen diesbezüglich die erforderlichen klinischen Hygienestandards von Krankenhäusern.

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