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Odu Für den modernen OP

Autor / Redakteur: Mathias Wuttke* / Julia Engelke

Digitalisierte und vernetzte Medizingeräte erweitern die Möglichkeiten medizinischer Diagnostik und Therapie. Der Forderung nach permanenter Leistungsfähigkeit, Ausfallschutz und immer komplexeren Aufgaben begegnen vor allem die Entwickler von Steckverbindersystemen mit verschiedenen Strategien.

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Für medizinische Roboter, Endoskope oder auch die Patientenüberwachung eignen sich die neuen silikonumspritzten Systemlösungen von Odu hervorragend.
Für medizinische Roboter, Endoskope oder auch die Patientenüberwachung eignen sich die neuen silikonumspritzten Systemlösungen von Odu hervorragend.
(Bild: Odu)
  • Herausforderungen für Steckverbindersysteme: Produktvielfalt, hohe Sicherheits- und Dokumentationsanforderungen sowie Sensibilität des Operationsumfeldes
  • Kabellose Schnittstellen im vernetzten Operationssaal der Zukunft

Der Vormarsch von Chirurgierobotern, Sensoren, die in konfektionierte Kabellösungen integriert werden, oder modular aufgebaute Stecker, die lange Zulassungsprozesse ersparen, sind Trends, die in der Medizintechnikbranche für neue Dynamik sorgen. Eines der bekanntesten Geräte ist das roboter-assistierte Da-Vinci-Operationssystem, das vor allem für minimal-invasive chirurgische Eingriffe in der Urologie und der Gynäkologie verwendet wird. Das System verfügt über vier ferngesteuerte Arme, die dem Operateur bei seinen Eingriffen helfen. Die daran installierten Systeme ermöglichen den gleichzeitigen Einsatz von Operationsgeräten, Endoskopen, Licht oder Gas zum Aufweiten des Operationsfeldes. So kann ein Operateur auch komplexere Eingriffe vornehmen, ohne auf eine größere Zahl zusätzlicher Assistenten als Helfer angewiesen zu sein. Hinzu kommt, dass der Robotereinsatz bei Operationen auch Fehler minimieren kann.

Im vernetzten Operationssaal der Zukunft arbeitet der Roboter in Kombination mit Kamera und einem Navigationssystem, das alle Parameter und Änderungen während des Eingriffs erfasst. Zentrale Bedeutung kommt dabei der Schnittstelle zwischen dem Roboterarm und der eingesetzten Medizintechnik zu. Diese ist häufig als Wechselplatte mit unterschiedlichen Kontakten modular gestaltet, um mit verschiedenen Wechselgeräten arbeiten zu können. So ist auch der Einsatz unterschiedlicher Medien wie Druckluft, Flüssigkeiten, Power, Datenströme und anderes gewährleistet.

Buchtipp

Das „Praxishandbuch Steckverbinder" ist ein Nachschlagewerk für Entwickler und Anwender, die sich mit Fragen der Geräteentwicklung und mit dem Einsatz von Steckverbindern befassen. Neben einem umfassenden Einblick in die Grundlagen, bietet das Buch dem Leser praktische Auswahlkriterien und eine umfangreiche Steckverbinder-Datenbank.

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Diese Anpassung an Roboterarme fordert gegenwärtig alle Hersteller von Steckverbindersystemen heraus. Denn im Gegensatz zur Fahrzeugherstellung, wo diese Systeme bereits im Einsatz sind, ist die Entwicklung in der Medizintechnik aufgrund der Vielfalt der Produkte und der Sensibilität des Operationsumfeldes mit seinen hohen Anforderungen an Sicherheit und Dokumentation wesentlich anspruchsvoller. Aktuell zeichnen sich in einer Art Übergangsphase in vielen Bereichen individuelle Anpassungsstrategien ab. Nach einem Schwerpunkt auf der Entwicklung teurer komplexer Systeme wird der Markt in Zukunft eher von vielen kleinen Robotik-Helfern bestimmt, die den Operateur bei seiner Arbeit entlasten. Im Fokus steht auch die Arbeit an kabellosen Schnittstellen. Soweit es geht, sollen Kabel und Leitungen aus dem Operationssaal herausgebracht werden. Geräte und Monitore werden dann nur noch in Andockstationen oder einem Tower eingeklickt und angeschlossen. Dazu gibt es spezielle modulare Bausteine.

Kabel und Leitungen sollen aus dem Operationssaal verschwinden

Diese werden aufgrund der komplexen Bauweise neuer Geräte in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Abgeschreckt durch lange Zulassungsprozesse, gehen viele Hersteller inzwischen den Weg, ihre Geräte modular aufzubauen, um dann Jahr für Jahr neue Applikationen hinzuzufügen, die bereits zugelassen sind. Neben einer hohen Zahl an Steckzyklen bieten sie die Vorteile individueller Anpassungsmöglichkeiten, unterschiedlicher Größen, Ausführungen und Verriegelungsvarianten, hoher Packungsdichten und Vibrationssicherheit, EMV-Schutz oder der Option für Schnellwechselköpfe.

Als einer der führenden Hersteller hochkomplexer Steckverbindungen bietet das Unternehmen Odu aus Mühldorf beispielsweise auch Zuverlässigkeit in der kombinierten Übertragung von Signalen, Strom, Datenraten, Medien wie Luft und Flüssigkeiten oder auch Lichtwellen. Material- und Funktionstests im eigenen Labor und zertifizierte Qualitätsprüfungen ersparen dem Kunden wertvolle Zeit und Kosten. Ein weiterer zentraler Trend betrifft den Bereich Sensorisierung. Das heißt, dass zunehmend mehr Sensoren Vitalwerte, Liegeposition oder andere Bereiche des Patienten überwachen und diese Informationen an den Arzt senden. Daher werden vermehrt Sensorik-Schnittstellen gesucht. Im medizinischen Bereich ist zum Beispiel der SPO2-Sensor sehr verbreitet, der am Finger den Sauerstoffgehalt im Blut misst. Andere Einsatzbereiche gibt es im Bereich der Beatmung oder in Krankenhausbetten, wo Sensoren über die genaue Liegeposition und eventuelles Bettnässen des Patienten informieren. Zuverlässige Steckkontakte sind dabei ein Muss.

Odu bietet hier die Möglichkeit, durch die Vielfalt der Odu Medi-Snap-Serie sowohl den Bereich „Single-Use“ wie auch den „Reusable“-Einsatz zu bedienen. Möglich wird dies durch den Einsatz von EEPROMs, die im Steckverbinder oder der Kabelkonfektionierung integriert sind. Diese elektronischen Speicher kontrollieren die exakte Gerätekennung und stellen durch spezielles Tracking die Einmalverwendung sicher. Wird eine definierte Verwendungszahl überschritten, ertönt ein Warnton. Ergänzend sind auf dem Speicher auch genaue Produkt- und Produktionskennziffern hinterlegt, die einen Kopierschutz bieten und die Zweitverwendung ausschließen. Das gibt dem Gerätehersteller Sicherheit, dass nur sein Produkt verwendet werden kann.

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* Mathias Wuttke ist Business Development Manager Medical Europe bei Odu.

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