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Tastsensor
Fingerspitzengefühl für (OP-)Roboter

Ein Gastbeitrag von Regula Markmann 4 min Lesedauer

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Die Zukunft der Chirurgie steht vor einem entscheidenden Wandel. Ein Grund dafür sind miniaturisierte, haptische Sensoren. Diese verbessern nicht nur die Präzision von Eingriffen, sondern ermöglichen Chirurgen auch ein unvergleichliches taktiles Empfinden während der Operation. Mit weniger Risiko für Gewebeschäden und einer höheren Effizienz könnten diese Sensoren die Zukunft der Medizintechnik entscheidend prägen.

Tastsensoren können in chirurgischen Robotern nicht nur die Effizienz operativer Eingriffe steigern, sondern auch neue Anwendungsfelder in der Medizintechnik eröffnen.(Bild:  Wika)
Tastsensoren können in chirurgischen Robotern nicht nur die Effizienz operativer Eingriffe steigern, sondern auch neue Anwendungsfelder in der Medizintechnik eröffnen.
(Bild: Wika)

Der globale Markt für chirurgische Roboter wird laut einer Prognose von Fortune Business Insights bis 2026 voraussichtlich auf 6,87 Milliarden US-Dollar anwachsen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 21,4 Prozent.Ein wesentlicher Grund: Chirurgische Roboter ermöglichen Eingriffe mit bisher unerreichter Präzision – selbst in schwer zugänglichen anatomischen Bereichen. Dr. Sebastian Matich ist sich sicher: „Die Chirurgie entwickelt sich von der offenen Chirurgie zur Roboterchirurgie.“ Der Technische Direktor von Resense, einem Joint Venture von Wittenstein und Wika, war maßgeblich an der Entwicklung des kleinsten sechsachsigen Kraft-Drehmoment-Sensors der Welt beteiligt. Ein Sensor, der die Kräfte entlang aller drei Raumachsen sowie die zugehörigen Drehmomente um alle drei Achsen präzise misst und in elektrische Signale umwandelt. Eingesetzt werden sechsachsige Kraft-Drehmoment-Sensoren immer dann, wenn Bewegungen und Belastungen hochpräzise analysiert werden müssen – beispielsweise in chirurgischen Robotern.

„Unser Sensor ermöglicht Chirurgen ein haptisches Feedback am OP-Roboter. Damit können sie nicht nur sehen, sondern auch spüren, wie stark sie das Gewebe beispielsweise während einer minimal-invasiven Gallenblasenoperation beanspruchen.“ Der Vorteil für die Patienten: Durch den Einsatz des Sensors könnten Ärzte die eingesetzten Kräfte gezielter steuern und damit verhindern, dass empfindliches Gewebe versehentlich überlastet oder gar verletzt wird. Dies würde die Sicherheit der Patienten erhöhen und das Risiko für Komplikationen reduzieren, was die Effizienz operativer Eingriffe erheblich steigern würde. Bisher waren die Kraft-Drehmoment-Sensoren jedoch zu groß, um sie in OP-Robotern oder in chirurgischen Instrumenten verbauen zu können. Durch die Lösung von Resense dürfte sich das jetzt ändern.