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Metav 2018

„Fachmesse der Produktionstechnik kommt zur rechten Zeit“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die 20. Metav zeigt als organisches Gesamtbild die gesamte Wertschöpfungskette der Metallbearbeitung. Begleitet von einer Medical Area stehen klassische Themen rund um Werkzeugmaschinen, Fertigungssysteme, Präzisionswerkzeuge, Automatisierung, Computertechnologie und Zubehör im Fokus.

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Als Schauplatz für Innovationen bietet die Metav 2018 ein umfangreiches Informationsprogramm rund um Metallbearbeitung und Produktionstechnik.
Als Schauplatz für Innovationen bietet die Metav 2018 ein umfangreiches Informationsprogramm rund um Metallbearbeitung und Produktionstechnik.
(Bild: ctillmann / Messe Düsseldorf)

„Klassische Metallbearbeitung und Innovation sind auf der Metav kein Widerspruch“, erklärt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Ausrichters VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) anlässlich des Internationalen Metav-Presseforums am 4. Dezember 2017, bevor Experten der fokussierten Themen zu Wort kommen. „Auf der Messe gibt es neueste Technologien in traditionellen Fertigungstechniken ebenso zu sehen wie aktuelle Lösungen zu Industrie 4.0“, so Schäfer. Mit dem Kernbereich spricht die Metav dabei zahlreiche Anwenderbranchen an, darunter auch die Medizintechnik-Industrie und deren und Zulieferer.

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Branchen- und Technologie-Areas sind Herzstück der Messe

Das Herzstück der Messe steht in vielfältiger Verbindung mit den so genannten Areas, die mit dem neuen Metav-Konzept 2016 erfolgreich eingeführt wurden. So bildet die Messe die Realität zeitgemäßer industrieller Fertigung komprimiert auf ihrem Gelände ab. Zwei Areas widmen sich Spezialthemen der Produktionstechnik, zwei weitere haben besondere Branchen im Fokus, wobei die Bedürfnisse der Medizintechnik-Branche quer durch alle vier Messehallen bedient, wie Niklas Kuczaty von der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik als Organisator der Medical Area in Halle 14, Stand B111, erklärt. Namentlich sind die vier Areas auf der Metav die folgenden:

  • Additive Manufacturing Area: Bereits 2014 betonte die Metav den Stellenwert der additiven Fertigung – auch wenn es damals noch wenige Aussteller waren, die sich mit ihren 3D-Druck- und ähnlichen Lösungen präsentierten. In den vergangenen Jahren ist das Interesse an additiver Fertigung deutlich angewachsen, da das Verfahren nun stabiler in die industrielle Anwendung eingebunden werden kann. Gerade in der industriellen Produktion von Kleinserien oder bei besonders anspruchsvollen Speziallösungen zeigen additive Verfahren ihre Stärken. Sie ermöglichen die Umsetzung neuer Design-Ideen und Produktkonzepte mit neuen Funktionen. Hochkomplexe Geometrien sind machbar, die mit konventionellen Verfahren nicht oder nur sehr aufwändig herzustellen sind. Dabei versteht sich die Additive Manufacturing Area der Metav nicht als abgeschlossener Bereich, sondern als eine Erweiterung traditioneller Metallbearbeitung. Zu sehen gibt es dort die gesamte Bandbreite additiver Verfahren, Materialien und Dienstleistungsangebote rund um den 3D-Druck & Co. Begleitend richtet Rising Media ein weiteres Mal die etablierte Konferenz „Inside 3D Printing“ auf der Metav aus.
  • Quality Area: Das Thema Qualität ist untrennbar mit der industriellen Fertigung verbunden. Nur wer seinen Kunden verlässlich und beständig qualitativ hochwertige Produkte liefern kann, hat langfristig die Chance, am Markt zu bestehen. Entsprechend müssen produzierende Unternehmen alle Bestandteile des Qualitätsprozesses beherrschen – von der Messung über die Auswertung der Daten bis hin zur Prozesssteuerung und Qualitätskontrolle. Im Zeitalter der digitalen Transformation gewinnen diese Kategorien noch stärker an Bedeutung. Die Quality Area ist kein in sich geschlossener Raum, sondern vielmehr ein begleitendes Segment des Kernbereichs mit vielfältigen synergetischen Effekten.
  • Moulding Area: Moulding beziehungsweise der Werkzeug-, Formen- und Modellbau ist ein weiteres etabliertes Anwendungsfeld der Metallbearbeitung – und daher als anwenderbezogene Area mehr als naheliegend für die Metav. Moulding gilt gleichzeitig als einer der anspruchsvollsten Einsatzbereiche für Werkzeugmaschinen. Die Anforderungen an Präzision und Qualität liegen ausgesprochen hoch, was Innovationen in diesem Bereich vorantreibt. Neben konventionellen Verfahren finden immer neue Prozesstechnologien Eingang, wie etwa laserunterstützte Fertigung für die Feinstrukturierung von Designoberflächen.
  • Medical Area: Hohe Qualitätsansprüche an die Produktion stellt auch die zweite anwenderbezogene Area auf der Metav, der Bereich Medizintechnik. Zum einen ist diese Branche mit ihren hohen Anforderungen und ihrem gewaltigen Innovationspotenzial Treiber technologischen Fortschritts in der Fertigungstechnik. Zum anderen ist sie ein Segment mit langfristig hervorragenden Marktaussichten. Die demographische Entwicklung der Weltbevölkerung befeuert den Bedarf, darunter vor allem das steigende Durchschnittsalter in den Industriestaaten und der wachsende Lebensstandard in zahlreichen Schwellenländern.

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Veranstaltungen auf der Metav 2018
  • Themenpark Industrie 4.0: Ganz im Zeichen der digitalen Transformation steht der 2. MAV-Themenpark Industrie 4.0, der in Kooperation mit der Konradin-Mediengruppe ausgerichtet wird. Hier zeigen Aussteller, wie Digitalisierung und Vernetzung die Metallbearbeitung verändern
  • Sonderschau Jugend: Seit über einem Jahrzehnt begeistert die Nachwuchsstiftung Maschinenbau mit ihrer Sonderschau Schüler für technische Berufe. Das Angebot richtet sich an junge Besucher und informiert diese über die duale Ausbildung im Maschinenbau. Auch zur Metav 2018 lädt die Nachwuchsstiftung Schüler, Lehrer und Ausbildungsbeauftragte ein.
  • Internationale Fachkonferenz Inside 3D Printing: Rising Media, internationaler Kongressveranstalter und Partner der Additive Manufacturing Area, veranstaltet parallel zur Metav 2018 am 21. und 22. Februar 2018 die Fachkonferenz Inside 3D Printing. Sie ist eine der international führenden B2B-Veranstaltungen zum Thema 3D Druck und additive Fertigung. Neue Materialien und Geschäftsmodelle stehen dabei ebenso im Fokus wie übergeordnete Zusammenhänge mit künstlicher Intelligenz, Robotik, Nanomaterialien und anderen exponentiell wachsenden Technologien.
  • Workshops zur Qualitätssicherung: Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) und die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) vermitteln ihre umfassende Expertise am 20. und 23. Februar in Workshops. Zum einen stehen rechtliche Anforderungen an das Energiemanagement im Mittelpunkt, zum anderen die Informationssicherheit in digitalisierten Märkten – ein Thema, das für die Entwicklung von Industrie 4.0 grundlegend ist.
  • 7. Dortmunder Schleifseminar, Metav Spezial 2018: Das Institut für Spanende Fertigung (ISF) der Technischen Universität Dortmund ist international führend in der Erforschung der relevanten Zerspanungsprozesse und des informationstechnischen Umfelds. In Kooperation mit dem VDW lädt das ISF vom 22. bis 23. Februar zum 7. Dortmunder Schleifseminar ein. Geboten wird ein umfassender Einblick in aktuelle Ansätze und praktische Umsetzungen der Schleiftechnologien. Beiträge aus Forschung und Industrie behandeln die Bereiche Maschine und Umfeld, Werkzeuge und Prozesse.
  • VDMA-Forum Spanntechnik: Der Fachverband Präzisionswerkzeuge im VDMA veranstaltet als Partner der Metav am 21. Februar 2018 zum dritten Mal das Spanntechnikforum. Titel: Potenziale der Spanntechnik in einer prozesseffizienten Fertigung. Das Forum thematisiert, wie optimales Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug und Spanntechnik einen wirtschaftlichen und qualitativ hochwertigen Fertigungsprozess erzielt. Gezeigt werden Lösungsansätze für optimal ausgelegte Spannmittel, um Fertigungsprozesse effizient und wirtschaftlich zu gestalten.
  • Anwendungsforum Sägetechnik: Am 20. Februar 2018 findet im Rahmen der Metav das erste Anwendungsforum Sägetechnik des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA statt. Dann dreht sich alles um aktuelle Entwicklungen und Best-Practice-Beispiele aus der Sägetechnik. Hersteller und das Fraunhofer IPA verdeutlichen Anwendern der Sägetechnik mit anwendungsnahen Beispielen, wie sie ihre Prozesse optimieren können.
  • VDW-Technologietag: Am 20. Februar 2018 veranstaltet der VDW den Technologietag Brand- und Explosionsschutz an Werkzeugmaschinen. Experten aus der Werkzeugmaschinenindustrie, von Löschanlagenherstellern, Maschinenbetreibern und der Berufsgenossenschaft zeigen, was zu beachten ist, damit Anlagen sicher konstruiert und betrieben werden können.

Die ganze Wertschöpfungskette im Zusammenspiel

„Wie der Metav-Kernbereich der Produktionstechnik und die verschiedenen Areas miteinander zusammenspielen, lässt sich am Beispiel der Medizintechnik verdeutlichen“, erklärt Schäfer den synergetischen Zusammenhang. Dort werden in aller Regel Produkte gefertigt, die höchste Anforderungen an Präzision und Qualität stellen – und das vom Beginn der Wertschöpfungskette bis zu deren Ende. Vielfach vereinen diese Produkte Teile aus Metall mit solchen aus Kunststoffen, die wiederum von Anwendern aus dem Werkzeug- und Formenbau hergestellt werden – und deren Produktion auf Werkzeugmaschinen angewiesen ist. Auch werden Komponenten der Medizintechnik mit additiven Verfahren hergestellt, so dass der Brückenschlag zur Additive Manufacturing Area ebenfalls offensichtlich ist.

Und schließlich stelle der gesamte Herstellungsprozess erhebliche Anforderungen an die Qualitätssicherung. Nicht nur, dass hochpräzise, verlässliche Produkte hergestellt werden müssen: Auch die rechtlichen und hygienischen Standards für die eingesetzten Maschinen sind enorm – und damit ein Fall für die Kompetenzen, die in der Quality Area vertreten sind. „So schließt sich der Kreis“, resümiert Schäfer.

Starker Innovationsschauplatz im Nordwesten

Der Metav-Standort Düsseldorf befindet sich im Zentrum Nordrhein-Westfalens, dem konzentriertesten industriellen Wirtschaftsraum nördlich der Mainlinie. Besonders der Maschinenbau ist hier traditionell stark. Die Branche beschäftigt in Nordrhein-Westfalen über 200.000 Menschen und ist damit der größte industrielle Arbeitgeber im Land. Knapp ein Fünftel des deutschen Umsatzes im Maschinenbau wird in Nordrhein-Westfalen erwirtschaftet. Die geographische Nähe zum industriellen Herzen des Nordwestens macht die Messe zu einem attraktiven und komfortablen Treffpunkt für Hersteller und Anwender der Region. Auch die anliegenden Beneluxstaaten und die vergleichsweise nah gelegenen skandinavischen Länder sind traditionell stark vertreten.

Wirtschaftlich betrachtet fällt die Metav in eine vielversprechende Zeit. Dazu der VDW-Geschäftsführer: „Unbeeindruckt von den Unsicherheiten an der Politikfront wie dem Brexit, der Politik des US-Präsidenten, dem Nordkorea-Konflikt und den anhaltenden Russlandsanktionen hat die Konjunktur in Europa erkennbar an Fahrt gewonnen. Der Aufschwung ist breit aufgestellt, die Wirtschaft expandiert in nahezu allen Ländern dynamisch.“ Impulse kämen sowohl vom Auslandsgeschäft als auch von der Binnenwirtschaft. Die Werkzeugmaschinenindustrie profitiere von diesem positiven gesamtwirtschaftlichen Klima. Der Werkzeugmaschinenverbrauch für Europa bewegt sich auf einem stabil hohen Niveau und soll gemäß VDW-Prognosepartner Oxford Economics 2018 um 4,1 Prozent wachsen. „Damit kommt die Metav als erste Messe des neuen Jahres genau zur rechten Zeit“, verspricht Schäfer.

Die Metav 2018 findet vom 20. bis 24. Februar 2018 in Düsseldorf statt.

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