Medica / Compamed 2017

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und E-Health dominieren die Medizinmessen

| Autor / Redakteur: / Kathrin Schäfer

Vom 13. bis 16. November 2017 finden in Düsseldorf die beiden Fachmessen Medica und Compamed statt.
Vom 13. bis 16. November 2017 finden in Düsseldorf die beiden Fachmessen Medica und Compamed statt. (Bild: Messe Düsseldorf/ctillmann)

Wie die Automobilindustrie so befindet sich die Gesundheitswirtschaft in einem rasanten Prozess des Wandels. Dem tragen die mehr als 5.000 Aussteller der Medizinmesse Medica Rechnung.

  • Vernetzung und Künstliche Intelligenz prägen die Produktentwicklung
  • Kreative Start-ups dürfen sich potenziellen Investoren präsentieren
  • Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Science Fiction
  • Compamed präsentiert das Know-how der Zulieferindustrie

Seit 2016 arbeiten in Deutschland erstmals mehr als sieben Millionen Menschen im Dienste der Gesundheit. Selbst bezogen auf ihren industriellen Sektor zählt die Gesundheitsbranche mittlerweile gut 900.000 Beschäftigte und damit gut 100.000 mehr als die Automobilindustrie. Die Dynamik der Branche spiegelt sich in den Neuheiten der Medica-Aussteller sowie den Inhalten der begleitenden Konferenzen und Fachforen wider.

Vernetzung und Künstliche Intelligenz prägen die Produktentwicklung

So hat die Digitalisierung alle Bereiche der Versorgung erfasst. Schlagworte wie Vernetzung und Künstliche Intelligenz prägen die fachliche Diskussion sowie auch bereits konkret die Produktentwicklung. Ob in den Präsentationen und Vorträgen beim Medica Connected Healthcare Forum, beim Medica Health IT Forum, durch die Aussteller-Innovationen oder auch durch den spannenden Wettbewerb der Medica App Competition wird sich davon jeder „Profi vom Fach“ überzeugen können.

Es werden immer mehr Gesundheitsanwendungen für Smartphones, Tablet-PC oder Wearables im dafür medizinisch relevanten Kontext vorgestellt – und diese erfahren auch bereits eine immer höhere Akzeptanz in der Praxis. 45 Prozent der deutschen Smartphone-Besitzer nutzen bereits Health-Apps, weitere 45 Prozent können sich vorstellen, diese zu nutzen. Außerdem befürworten 60 Prozent der Bundesbürger eine elektronische Patientenakte zur Speicherung ihrer Versorgungsdaten.

Diesbezüglich hat jetzt eine der führenden deutschen Krankenkassen die Initiative ergriffen und die Entwicklung einer elektronischen Patientenakte für die mehr als zehn Millionen Versicherten in Auftrag gegeben. Via App oder Internetbrowser und mit einem Sicherheitscode ausgestattet sollen die Versicherten auf diesen zentralen Speicher ihrer Gesundheits- und Behandlungsdaten zugreifen können. Mittels standardisierter Schnittstellen soll der Austausch der Akte mit den IT-Systemen in Arztpraxen oder Kliniken realisiert werden. Bei der Medica 2017 wird diese Thematik sicherlich beim Medica Econ Forum für heißen Gesprächsstoff sorgen. Die Chancen und Folgen der Digitalisierung im Gesundheitswesen bilden hier einen Themenschwerpunkt.

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Science Fiction

Immer stärker bewegt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) die Gesundheitsbranche. Es steht deshalb auf der Agenda beim diesjährigen Medica Health IT Forum. Ein Roboter, der automatisiert Nadeln für Infusionen oder Biopsien platzieren kann, wurde bereits bei der 2016 vom Fachpublikum erstaunt in Aktion begutachtet. Das Beispiel zeigt: Was anfangs noch anmutete wie Science Fiction, erreicht derzeit die Schwelle zu konkreten, plausiblen Anwendungen. Das trifft auch etwa auf den Bereich der medizinischen Bildgebung zu. Hier befinden sich erste Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz kurz vor dem ersten Markteinsatz für das automatisierte Aufspüren möglicher Tumore mittels digital generierter Bilddaten aus CT- oder MRT-Systemen.

Kreative Start-ups dürfen sich potenziellen Investoren präsentieren

Aus der Dynamik rund um E-Health-Anwendungen und die digitale Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen ergeben sich interessante Geschäftsoptionen insbesondere für kreative Start-ups – gleich, ob es um innovative Services, smarte Produkte oder Software-Applikationen geht. Der neue Medica Start-up Park in Halle 15 bringt innovative Unternehmensgründer zusammen mit potenziellen Geschäftspartnern, Investoren oder auch Vertriebspartnern. Auf einer Gesamtfläche von 500 m2 werden sich bis zu 40 Start-ups mit ihren Ideen dem Fachpublikum präsentieren.

Ein neues Forum thematisiert Labormedizin

Neu ist in diesem Jahr darüber hinaus das Medica Labmed Forum. Unter dem Leitmotiv The Interdisciplinary Fascination stellen sich Laboratoriumsmedizin, Molekularpathologie, Mikrobiologie, Medizintechnik und Life Sciences als Innovationsmotoren vor, die der gesamten Medizin neue Impulse geben. Vier Thementage bieten spannende Vorträge und Podiumsdiskussionen zu Vorsorgetests bei Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, innovativer Diabetes-Diagnostik, Infektion und Migration. Die Veranstaltungen sind für Messebesucher mit Medica-Ticket kostenlos.

Die Compamed präsentiert das Know-how der Zulieferindustrie

Parallel zur Medica 2017 findet in den Hallen 8a und 8b die Compamed 2017 statt. Sie gilt mit mehr als 750 Ausstellern als international führende und taktgebende Marktplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Durch das hohe Maß an Kreativität und Entwicklungsknow-how, das die Zulieferbranche auszeichnet, ist die Compamed in den 25 Jahren ihres Bestehens zu dem Ort geworden, an dem ein Blick in die Zukunft des medizinischen Fortschritts möglich ist. Hier präsentieren die Aussteller ihre Technologielösungen und Serviceangebote für die Aufgabenstellungen der Medizintechnikanbieter – von Mikro- und Nanotechnologie-Lösungen, neuen Materialien und Beschichtungen, Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen sowie Dienstleistungen bis hin zur kompletten Auftragsfertigung.

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