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Top 100 des Jahres 2019

6 x Medizintechnik unter den Top 100 / 1 x Gänsehaut und Standing Ovations

| Autor: Peter Reinhardt

Die Preisverleihung Top 100 bietet jedes Jahr emotionale Momente für die Sieger. Einen Gänsehautmoment besonderer Art hat vergangene Woche Laudator Christian Wulff mit seiner etwas anderen Sicht auf die sogenannte Flüchtlingskrise in Deutschland erzeugt.

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„Notieren Sie heute schon den 4. September 2040 in Ihrem Kalender. An diesem Tag wird Deutschland einen weiteren Glücksfall seiner Geschichte feiern“, Bundespräsident a.D. Christian Wulff auf der Preisverleihung Top 100 des Jahres 2019.
„Notieren Sie heute schon den 4. September 2040 in Ihrem Kalender. An diesem Tag wird Deutschland einen weiteren Glücksfall seiner Geschichte feiern“, Bundespräsident a.D. Christian Wulff auf der Preisverleihung Top 100 des Jahres 2019.
(Bild: Rainer Jensen)
  • Wissenschaftliche Systematik bewertet Innovationsmanagement mittelständischer Unternehmen
  • Bundespräsident a.D. Christian Wulff erhält Standing Ovations
  • Formgedächtnislegierung für die Medizintechnik

Insgesamt 261 Unternehmen haben dieses Jahr in drei Kategorien nach Unternehmensgröße den Sprung unter Deutschlands Top 100 geschafft. Bewertet wird anhand einer wissenschaftlichen Systematik das Innovationsmanagement mittelständischer Unternehmen. In dem unabhängigen Auswahlverfahren konnten sich auch sechs Firmen aus der Medizintechnik behaupten:

6 x Medizintechnik unter den Top 100 des Jahres 2019

  • Cinogy hat ein einmaliges Verfahren zur medizinischen Anwendung kalten Plasmas entwickelt sowie dazu passende Geräte für den Einsatz in Praxen, Kliniken oder bei Patienten zu Hause.
  • Cortec entwickelt Lösungen für ein besseres Verständnis des Nervensystems, um dieses gezielt stimulieren zu können. Künstliche Intelligenz und ein Gehirnimplantat, das in seiner Art einmalig ist, nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein.
  • Frank Dental entwickelt medizintechnische Individualfräser, wie Diamantbohrer, Hartmetall-, sowie Polier- und Schleifprodukte.
  • Kettenbach fertigt eine breite Palette von Produkten für die Erstellung von temporärem und langfristigem Zahnersatz. Neben dem Dentalsektor bedient der Mittelständler auch andere Medizinzweige. So stellt er Saugmaterialien aus Baumwolle und Cellulose her, die als Tupfer oder Pflaster etwa bei der Wundversorgung und als Trägermaterialien in der Diagnostik zum Einsatz kommen.
  • Konstruktion Baumann ist inzwischen weit mehr als ein Konstruktionsbüro: Seine Stärken liegen im Engineering, in der Automatisierungstechnik, der additiven Fertigung und der Beratung. Dabei nutzt das TOP 100-Unternehmen aus Herbolzheim bereits seit mehr als zehn Jahren 3-D-Druck-Verfahren für die Konstruktion von Prototypen und für die Kleinserienfertigung und hat damit eine echte Vorreiterrolle eingenommen.
  • Nobamed Paul Danz entwickelt und fertigt Produkte für medizinisch hochsensible Bereiche, zum Beispiel Vakuum-OP-Sets und Hygieneprodukte sowie Zubehör für persönliche Schutzausrüstungen.

Warum Sie sich heute schon den 4. September 2040 notieren sollten

Für eine Platzierung unter den jeweils ersten drei ihrer Kategorie – und damit für einen besonderen Moment im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 28. Juni hat es leider bei keinem der Medtech-Unternehmen gereicht. Einen Gänsehautmoment durften die anwesenden Firmenvertreter trotzdem erleben. Bundespräsident a.D. Christian Wulff hatte als Laudator der ebenfalls ausgezeichneten Top 100 Consultants den rund 1.200 Gästen offensichtlich aus der Seele gesprochen, als er sie bat, schon heute den 4. September 2040 in ihrem Kalender zu notieren. Warum, hören Sie hier.

Alle die es eilig haben, springen gleich auf Minute 17:29.

Die Sieger der Top 100 des Jahres 2019

In der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter) sicherte sich die Ingpuls GmbH den Titel „Innovator des Jahres 2019“. Mit Erfindergeist und einer beeindruckenden Außenorientierung konnte das Bochumer Unternehmen bei den Juroren punkten. Ingpuls fertigt Aktoren aus Formgedächtnislegierung in Großserie für die Automobilindustrie. In Kürze sollen aus dem Material, das sich nahezu beliebig biegen oder verformen lässt, bei einer bestimmten Temperatur aber zurück in seine alte Form findet, auch Medizinprodukte wie Stents entstehen.

Die Wahl der Top-100-Jury fiel in der Größenklasse B (51 bis 200 Mitarbeiter) auf die Itemis AG. Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der Unternehmens- und Innovationskultur und den außergewöhnlichen Innovationserfolgen. Das unabhängige IT-Beratungshaus bietet Produkte und Dienstleistungen für Softwareentwicklungsprojekte an. Zu seinen Kernkompetenzen gehören die Automatisierung der Softwareerstellung und der Bau domänenspezifischer Sprachen. In der Entwicklungsumgebung und Open-Source-Community „Eclipse“ ist Itemis mit vielen Projekten vertreten.

In der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) überzeugte die Unternehmensgruppe Hagedorn die Jury des Innovationswettbewerbs als Markt- und Innovationsführer in einer traditionell geprägten Branche. Das Gütersloher Unternehmen deckt die gesamte Bandbreite von Abbruch, Entsorgung, Tiefbau und Revitalisierung ab. Das Besondere: Die mehr als 500 Mitarbeiter übernehmen nicht nur die Bagger- und Abfuhrarbeiten, sondern auch die Logistik. Denn die Gruppe versteht sich als Ansprechpartner für eine ganzheitliche Realisierung von Bauprojekten. Als digitale Innovation sticht die App des Tochterunternehmens Schüttflix heraus.

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Über den Autor

 Peter Reinhardt

Peter Reinhardt

Chefredakteur, DeviceMed - Für Profis der MedTech-Branche