DG Telemed

Telemedizinpreis 2016 überwindet Grenzen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Verleihung des Telemedizinpreises 2016: v.l.n.r. Wolfgang Loos, DG Telemed, Eva Maria Craemer, Leiterin Neurologisches Forschungslabor, Krankenhaus Nordwest, Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns, DG Telemed, Sebastian Dresbach, Geschäftsführer Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen, Dr. Asarnusch Rashid, Projektleiter Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen, Prof. Dr. Bernd Griewing, Ärztlicher Direktor, Neurologische Klinik Bad Neustadt.
Verleihung des Telemedizinpreises 2016: v.l.n.r. Wolfgang Loos, DG Telemed, Eva Maria Craemer, Leiterin Neurologisches Forschungslabor, Krankenhaus Nordwest, Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns, DG Telemed, Sebastian Dresbach, Geschäftsführer Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen, Dr. Asarnusch Rashid, Projektleiter Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen, Prof. Dr. Bernd Griewing, Ärztlicher Direktor, Neurologische Klinik Bad Neustadt. (Bild: DG Telemed)

Telemedizin ermöglicht, auf die großen, aktuellen Probleme in der Gesundheitsversorgung zu reagieren. Wenn es sein muss auch interkontinental über eine Entfernung von 12.000 km, um die Situation von Flüchtlingen zu verbessern.

Der Telemedizinpreis der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin geht in diesem Jahr nach Bayern und Hessen – und von dort über 12.000 km in die weite Welt. Das Projekt „Tele View“ des Telemedizinzentrums Bad Kissingen und das Projekt „Brunei – Teleneurologie“ des Krankenhauses Nordwest, Frankfurt/Main setzten sich gegen gleichfalls interessante Bewerber durch.

Der Telemedizinpreis 2016 geht an zwei Bewerber

Traditionell fand Anfang November die Ehrung der Preisträger um den Telemedizinpreis 2016 im Rahmen des 7. Nationalen Fachkongresses Telemedizin im Berliner Ellington Hotel statt. Die Jury hatte sich entschieden, den Telemedizinpreis 2016 an zwei Bewerber zu vergeben.

Der Telemedizinpreis für das Jahr 2016 und damit das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro gehen in Anbetracht der Qualität und Bedeutung der ausgewählten förderungswürdigen Beiträge an zwei Bewerber:

  • 1. Telemedizinzentrum Bad Kissingen: Projekt „Tele View“ mit einem Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro
  • 2. Krankenhaus Nordwest GmbH: Brunei-Projekt „Teleneurologie – Tele Reha – Telewissenschaft über 12.000 km: Möglich – Persönlich – Qualitätssichernd“ mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.
Megatrend Telemedizin

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Telemedizin einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen

Zunächst konnte die Jury feststellen, dass sich beide Projekte im Ranking nur äußerst geringfügig unterscheiden. Beide Projekte adressieren zudem jeweils eine Herausforderung, die bisher unter allen Bewerbungen einzigartig ist. Es ist deshalb im Sinne der Zielstellungen der DG Telemed, diese Zielrichtungen der Telemedizin transparenter und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Jury hatte deshalb vorgeschlagen, das Preisgeld mit 3.500 Euro und 1.500 Euro aufzuteilen, wobei das Projekt „Tele View“ den ersten Preis erhält, weil es einen stärker gemeinnützigen Charakter enthält und eine aktuell dringliche Problematik in Deutschland bearbeitet.

Telemedizin löst große Probleme in der Gesundheitsversorgung

Das Projekt „Tele View“ belegt außerdem, dass Telemedizin ermöglicht, auf aktuelle große Probleme in der Gesundheitsversorgung zügig, flexibel und erfolgreich zu reagieren. Das Brunei-Projekt „Teleneurologie – Tele-Reha – Telewissenschaft über 12.000 km: Möglich – Persönlich – Qualitätssichernd“ vom Nordwest-Krankenhaus Frankfurt/Main und „Tele View – Telemedizinische Versorgung von Flüchtlingen“ des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen zeichnen hohe Qualität und Professionalität aus.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DG Telemed)

Das Brunei-Projekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass Telemedizin – ebenso wie das Smartphone – keine Grenzen kennt: Ein wichtiger Aspekt von Telemedizin ist, dass sie maßgeblich zur Internationalisierung der Gesundheitsversorgung unter den Aspekten Verbesserung des Zugangs zu ärztlichen Leistungen sowie zur Verbesserung der Qualität von medizinischer Versorgung beitragen wird. Darüber hinaus beweist es, dass medizinisch gut versorgte Länder wie die Bundesrepublik Deutschland mit Hilfe von Telemedizin und modernen Technologien maßgeblich zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in schlechter versorgten Ländern beitragen können.

„Tele-View“ leistet einen Beitrag zur aktuellen Flüchtlingssituation

Mit dem Projekt „Tele View“ soll ein Beitrag zur aktuellen Flüchtlingssituation geleistet werden, indem moderne gesellschaftliche Strukturen zur medizinischen und kulturellen Integration geschaffen werden. Die Entwicklung zeigt, dass bereits zahlreiche Ärzte mit Migrationshintergrund erfolgreich in der deutschen Gesellschaft Fuß fassten konnten und diese durch ihre Netzwerke anderen Flüchtlingen Unterstützung bieten können. Mit einem Videokonferenzsystem und einer App wurde im Rahmen einer Pilotstudie demonstriert, dass Ärzte eine Notunterkunft bei der medizinischen Versorgung via Telemedizin unterstützen können.

Telemedizin stärker fördern

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28.07.16 - Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml möchte die Telemedizin stärken. Bayern sei hierbei „Vordenker und Wegbereiter“. lesen

Die positiven Erfahrungen der erfolgreich abgeschlossenen Pilotstudie haben kürzlich zur Verstetigung des telemedizinischen Angebots in zwei Einrichtungen in Bayern geführt. Geplant ist, dass dieser Ansatz zukünftig auf weitere Einrichtungen ausgeweitet wird und damit die medizinische Versorgung von Flüchtlingen um telemedizinische Komponenten erweitert werden kann.

Interkontinentale und interinstitutionellen Zusammenarbeit

Die Neuartigkeit des Projektes Brunei besteht in der interinstitutionellen Zusammenarbeit über 12.000 km in denen neben der Akutbehandlung neurologischer Patienten eine komplette Versorgungsstruktur implementiert wurde, die die dramatischen regionalen Unterschiede der Behandlung neurologischer Patienten in Brunei Darussalam, Borneo, Südostasien gegenüber Deutschland abgebaut hat. Inzwischen ist in diesem Modellprojekt garantiert, dass flächendeckend jedermann Zugang zu modernster neurologischer Spitzenmedizin hat. In einer sehr kurzen Zeit wurde eine komplette neurologische Klinik mit einer neurologischen Intensivstation / Stroke Unit, einer normalen Station und allen notwendigen neurologischen Labordiagnostiken, wie EEG-, Doppler-, Elektrophysiologie-Labor und Liquor Analyse, aufgebaut.

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17.10.16 - Der Digitalverband Bitkom hat jüngst die Ergebnisse einer Studie zur Telemedizin veröffentlicht. Demnach scheinen die Deutschen bereit für die Telemedizin. Im Gespräch mit Devicemed kommentiert Julia Hagen, Referentin für Health und Pharma bei Bitkom, die Zahlen. lesen

Dieses Modellprojekt könnte eine Anregung sein, medizinische und wissenschaftliche Versorgungskonzepte aus Deutschland in die Welt zu bringen. Auf diese Weise könnten nicht nur wie in Brunei Darussalam tausende von Menschenleben gerettet werden, sondern sowohl in Deutschland wie auch weltweit auch unter Gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten die knappen Fachressourcen gut eingesetzt werden.

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