France
Suchen

Porex/Oxyphen PFOA-freie Membranen verbessern Geräteleistung

Redakteur: Julia Engelke

Die Geschäftseinheiten der Filtration Group Porex und Oxyphen haben neue, PFOA-freie Membranen entwickelt. Im Interview mit Devicemed erklärt Kyle Harris, Vice President Healthcare bei Porex, was diese auszeichnet und wo sie in der Medizintechnik-Industrie eingesetzt werden.

Der Virtek Sinter-PTFE-Filter von Porex in einem medizinischen Behälter: Die Filter- und Entlüftungslösung besteht aus PFOA-freien Membranen und hält Tausenden von Dampfdrucksterilisator-Zyklen stand.
Der Virtek Sinter-PTFE-Filter von Porex in einem medizinischen Behälter: Die Filter- und Entlüftungslösung besteht aus PFOA-freien Membranen und hält Tausenden von Dampfdrucksterilisator-Zyklen stand.
(Bild: Porex)

Wie wird mit den besonderen Vorgaben der Medizintechnik-Industrie umgegangen?

Als Innovationspartner arbeiten wir eng mit unseren Kunden aus der Medizintechnik zusammen, um zu verstehen, welche Normen und Vorschriften ihre Geräte in Bezug auf Leistung, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen müssen. Wir entwickeln für sie eine maßgeschneiderte Lösung, die diesen Anforderungen entspricht und die beste Funktionalität für ihre spezifische Anwendung bietet. Dabei berücksichtigen wir, wie sich das Material in einem bestimmten Gerät verhalten wird, welche potenziellen Herausforderungen es mit sich bringt und wie wir unsere Lösung gestalten können, um den Erfolg sicherzustellen.

Wir beliefern die globale Medizinprodukt-Industrie seit mehr als 50 Jahren und sind uns daher der strengen Vorschriften, denen unsere Kunden nicht nur bei den Endprodukten, sondern auch bei der Herstellung dieser Produkte unterworfen sind, sehr bewusst. Mit der Reinraumfertigung, allen ISO-zertifizierten Fertigungsstätten und unserem Certified Pure Porex-Programm, das durch Tests durch Dritte das Fehlen von Verunreinigungen, Additiven oder anderen störenden Elementen in unseren Materialien bestätigt und eine 99,9 prozentige bakterielle Filtrationseffizienz (BFE) bestätigt, sind wir gut gerüstet, um strenge Standards zu erfüllen.

Buchtipp

Das Buch "Kunststoffe auswählen" bietet eine praktische Anleitung für die Materialauswahl in der industriellen Produktion. Im Fokus steht eine ganzheitliche Betrachtung aller Faktoren, die auf den Kunststoff einwirken und für die Auswahl entscheidend sind. Das Buch zeigt die Abläufe bei der Materialauswahl auf und unterstützt durch Checklisten und Prozess-Skizzen.

Mehr erfahren

Wie werden die Membranen in der Medizintechnik-Industrie eingesetzt?

Unsere porösen Porex-Membranen werden für zwei primäre Funktionen im Betrieb von Medizinprodukten verwendet: Be- und Entlüftung und Filtration. Die Be- und Entlüftung als Funktion ermöglicht bei Bedarf die Freisetzung schädlicher oder unerwünschter Gase bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der kritischen Sterilität im Gerät. In Stomabeuteln, zum Beispiel, helfen Porex Virtek PTFE-Be- und Entlüftungen bei der Kontrolle von Leckagen und Ballonbildung, lassen Gase entweichen und verhindern das Eindringen von Wasser bei Aktivitäten wie Baden oder Schwimmen. Dies hält den Stomabeutel nicht nur funktionsfähig und steril, sondern macht den Alltag für die Patienten auch komfortabler und lebensfähiger.

Andererseits trägt die Filtration dazu bei, die Präzision bei medizinischen Geräten zu gewährleisten - ein Segment, in dem selbst kleinste Details einen entscheidenden Unterschied machen können. Bei der intravenös verabreichten Infusionstherapie zum Beispiel können Filter aus Oxyphens spurgeätzten Membranen den Flüssigkeitsstrom mit äußerster Präzision steuern und Partikel aus dem Medikamentenstrom entfernen, bevor die Medikamention in den Blutkreislauf des Patienten gelangt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Medikament in einem kontrollierten Muster verabreicht wird und lebensbedrohliche Blutgerinnsel verhindert werden, was zu sichereren und positiveren Patientenergebnissen führt.

Welche Vorteile bietet die neue Membran?

Die neuen Membranen tun im Wesentlichen das Unmögliche. Mit Porex Virtek PTFE haben wir ein Material entwickelt, das nicht nur völlig frei von schädlichen Stoffen wie PFOA (Perfluoroctansäure) ist, sondern auch hinsichtlich der Leistungsfähigkeit anderer Materialien führend ist. Es besteht zu 100 Prozent aus reinem PTFE, ist inert und weist die höchste thermische Stabilität und chemische Kompatibilität auf dem Markt auf, wodurch es für vielfältige Anwendungen geeignet ist.

Oxyphens spurgeätzte Membranen, ebenfalls PFOA-frei und sicher in der Anwendung, bieten den Vorteil einer beispiellosen Präzision. Aus Polyester und Polycarbonat zusammengesetzte Varianten erlauben kleinste Toleranzen in Bezug auf Porengröße und Porendichte und ermöglichen die Kontrolle von Luftstrom und Wassereintrittsdruck. Optionen auf Faserbasis bieten auch eine hohe Durchflusskontrolle, um eine kritische Druckentlastung zu erreichen.

Beide Materialinnovationen sind langlebig, atmungsaktiv und hydrophob - eine Mischung, die bisher in einer PFOA-freien Option nicht verfügbar war. Zusammen statten diese Lösungen die Hersteller medizinischer Geräte mit einem vielseitigen Portfolio von Be- und Entlüftungs- und Filtrationsmaterialien aus, die nicht nur hohe Standards erfüllen, sondern auch anpassbare, überlegene Funktionalität bieten.

Kyle Harris, Vice President Healthcare bei Porex: „Wir beliefern die globale Medizinprodukte-Industrie seit mehr als 50 Jahren und sind uns der strengen Vorschriften sehr bewusst.“
Kyle Harris, Vice President Healthcare bei Porex: „Wir beliefern die globale Medizinprodukte-Industrie seit mehr als 50 Jahren und sind uns der strengen Vorschriften sehr bewusst.“
(Bild: Porex)

Wie kommt man zu neuen Lösungen?

Von der Mikroebene aus gesehen ist unser Innovationsprozess sehr kollaborativer Natur. Wir arbeiten direkt mit unseren Kunden zusammen, um innovative Lösungen auf den Markt zu bringen. Durch die Anwendung von Materialwissenschaft, kundenspezifischer Entwicklung und Fertigungsexpertise helfen Porex und Oxyphen den Kunden, ihre komplexen Produktentwicklungsschwierigkeiten und technischen Designherausforderungen zu überwinden.

Als weltweit führende Anbieter von porösen Polymerlösungen und mikroporösen spurgeätzten und faserbasierten Membranprodukten beobachten wir auf Makroebene stets die Markttrends in den Schlüsselsegmenten, in denen unsere Technologien die größte Wirkung erzielen können. Wir nutzen unser Branchenwissen, um hochwertige Lösungen zu entwickeln, die dazu beitragen, die Leistung der Endprodukte der Hersteller zu verbessern. Letztendlich ist das Ergebnis eine sicherere, gesündere und produktivere Welt.

Welche Trends gibt es im Gesundheits-/Medizintechnik-Bereich?

Covid-19 hat das Leben, wie wir es kennen, verändert und folglich das Bewusstsein für die potenzielle Exposition gegenüber luftübertragenen Viren geschärft. Mit der Furcht vor der Ausbreitung des luftübertragenen Virus unter medizinischen Fachkräften und Patienten hat es eine Welle neuer Technologien gegeben, mit denen die Virusübertragung erkannt und eingedämmt werden kann und die eine hohe virale oder bakterielle Filtrationseffizienz erfordern. Letztlich helfen Filtermaterialien medizinischen Geräten nicht nur ihre primären Funktionen zu erfüllen, sondern auch tragen auch dazu bei, die Ausbreitung infektiöser Partikel zu verhindern. Mit unseren porösen Lösungen können wir Testkomponenten mit optimaler Porengröße herstellen, um die Ausbreitung von Viruspartikeln zu blockieren, das Infektionsrisiko zu verhindern und den Menschen an der Front ein beruhigendes Gefühl zu vermitteln.

Darüber hinaus sieht die Industrie die Entwicklung patientenfreundlicherer Geräte, insbesondere bei der Verabreichung von Medikamenten. Die Selbstverabreichung von Medikamenten, die direkt vom Patienten und ohne die Hilfe eines geschulten medizinischen Fachpersonals verabreicht oder eingenommen werden - wird immer beliebter, wobei der Schwerpunkt immer mehr auf der Genauigkeit der Dosierung und der Nutzbarkeit des Produkts liegt. Um Bedenken hinsichtlich der Patientenhaftung auszuräumen, hat Porex kürzlich in Zusammenarbeit mit DS Technology GmbH den X-Straw entwickelt, ein kompaktes Gerät zur Medikamenteneinnahme, das das Schlucken oraler Medikamente erleichtert. Die Vorrichtung ist mit einer Filterkomponente von Porex ausgestattet, die eine sichere Auflösung des Medikaments ermöglicht, ohne dass die Tablette oder Kapsel zerkleinert oder geöffnet werden muss, so dass die Dosierung einheitlich und wirksam bleibt.

Gestalten Sie mit uns die besten Fachmedien der Welt!

Die Arbeitswelt verändert sich fortlaufend und mit ihr auch die fachspezifischen Aufgabenstellungen, denen Sie sich Tag für Tag stellen. Hierbei wollen wir Sie mit unserem Fachmedien-Angebot auch zukünftig zielführend unterstützen und Ihnen Inhalte mit echtem Mehrwert liefern.

Die Fragen stellte Julia Engelke, Redaktion Devicemed.

Lesen Sie auch

Weitere Artikel über OEM-Komponenten und Werkstoffe finden Sie in unserem Themenkanal Konstruktion.

(ID:46903318)