Bluhm Systeme

Ohne meinen Barcode sage ich nichts

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Datenträger: Mit Datamatrix-Codes lassen sich Medizinprodukte individualisieren, Informationen speichern, Prozesse dokumentieren und sogar Maschinen steuern.
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Datenträger: Mit Datamatrix-Codes lassen sich Medizinprodukte individualisieren, Informationen speichern, Prozesse dokumentieren und sogar Maschinen steuern. (Bild: Bluhm Systeme)

Barcodes, Datamatrixcodes und RFID-Technologien sind nicht nur die Wegbereiter von Industrie 4.0, sondern auch von Unique Device Identification. Was können die einzelnen Technologien leisten? Wie gelangen sie auf medizinische Produkte? Und wie weit ist der Weg zu Auto-ID-Technologien?

In der intelligenten Fabrik sind alle Einheiten und Produkte eindeutig adressierbar, identifizierbar und miteinander verbunden. Sie stimmen sich ab und lernen voneinander. Daten über physische Objekte sind in Echtzeit verfügbar und in dynamischen Informationsnetzwerken gespeichert. Alles ist transparent und durchgängig rückverfolgbar. Fehler werden deshalb frühzeitig erkannt.

Die notwendigen Technologien zur Identifizierung von Produkten und Fertigungsmitteln liefert die Kennzeichnungstechnik. „Sie wird dadurch zu einem Wegbereiter, einer Enabling Technology“, so Kurt Hoppen, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung des Kennzeichnungsanbieters Bluhm Systeme. „Mit Hilfe verschiedener Datenträger, das heißt Barcodes, Dotcodes wie Datamatrix oder QR-Code und RFID-Technik, lassen sich Produkte individualisieren, Informationen speichern, Prozesse dokumentieren und sogar Maschinen steuern.“

Die Vorgaben von UDI in die Praxis umsetzen

Genau diese Idee steckt auch hinter dem elektronischen Kennzeichnungssystem Unique Device Identification, kurz UDI: Medizintechnische Produkte sollen im Sinne der Patientensicherheit identifizierbar und rückverfolgbar sein. Hierbei sieht die Richtlinie drei Schritte vor: erstens das eindeutige Identifizieren jedes Produktes mittels eines statischen Codes, des Device Identifiers (DI), zweitens das Aufbringen von Produktinformationen wie Chargennummer, Verfalldatum oder Seriennummer in Klarschrift und als maschinenlesbarer Barcode oder Datamatrix-Code, also eines Product Identifiers (PI), und drittens das Hinterlegen der Produktstammdaten in einer zentralen Datenbank.

Die amerikanische FDA schreibt schon jetzt für bestimmte Medizinprodukte der Klasse III eine Kennzeichnung mit Datenbankeintrag vor. Das gilt auch für europäische Hersteller, die für den amerikanischen Markt produzieren. Zug um Zug werden in den USA weitere Produkte hinzukommen, die entsprechend gekennzeichnet werden müssen. „In absehbarer Zukunft folgt dann auch eine EU-Richtlinie, die sich an den FDA-Vorgaben orientiert und verbindlich für alle in Europa verwendeten Medizinprodukte gilt. Die Kennzeichnung umfasst die direkte Beschriftung des Produktes mit Laser oder Tinte und die indirekte Beschriftung der Verpackung durch Etiketten“, erklärt Hoppen.

Was leisten Datamatrixcodes und RFID-Technik?

Code und Datenbank ermöglichen es, die Wege der medizintechnischen Produkte zu verfolgen und zu dokumentieren. Die Verpackungs-, Kennzeichnungs- und Kontrollanlagen sind mit Lesegeräten und Sensoren ausgestattet. Ist der Code nicht korrekt und das Produkt nicht eindeutig identifizierbar, wird es automatisch ausgeschleust.

Der Datamatrixcode bietet als Informationsträger gegenüber dem Barcode drei wesentliche Vorteile: Mit ihm lassen sich selbst komplexe Serialisierungen auf kleinen Flächen unterbringen, er ist sogar lesbar, wenn er zu 25 Prozent zerstört ist, und er kann mit preiswerten Lesegeräten ausgelesen werden.

Im Gegensatz zum Bar- oder Datamatrixcode ist die Information bei der RFID-Technologie in einem Chip hinterlegt. Das hat drei klare Vorteile gegenüber den anderen Technologien: Eine Sichtverbindung zum Auslesen ist nicht notwendig. Informationen können in einer sogenannten Pulklesung gleichzeitig aus mehreren Produkten ausgelesen werden. Der Inhalt des Datenträgers ist kurzfristig veränderbar: Er kann eine komplett neue Identifikation bekommen oder um Informationen ergänzt werden.

Diese Vorteile von RFID macht sich beispielsweise ein Anbieter von Medizingeräten bereits zunutze: Auf Transportwagen gelagert, müssen die Medizingeräte eine Sterilisationsschleuse passieren. Um nachvollziehen zu können, ob sie tatsächlich durch diesen Bereich gefahren sind, werden sie mit RFID-Technologie ausgestattet. Die RFID-Chips müssen heißem Dampf, Wasserspritzern und hohem Druck standhalten. Auch das ist kein Problem für die robuste und unempfindliche Technologie.

Markiersysteme können mehr als nur Kennzeichnen

Wie kommen Barcodes, Datamatrixcodes und RFID-Etiketten auf die Produkte? „Hierfür gibt es Kennzeichnungssysteme auf Basis unterschiedlicher Technologien: Laser, Thermotransfer-Direkt-Drucker, Tintenstrahldrucker oder Etikettendrucker und -spender. Da sie an neuralgischen Punkten in der Produktion sitzen, können sie quasi nebenbei sogar noch einen Mehrwert schaffen“, weiß Hoppen. „Wenn man sie vernetzt und mit der webbasierten Software Bluhm-Ware-Cockpit regelmäßig befragt, dann zeigen sie Schwachstellen und Potenzial auf: Eine detaillierte Analyse der Rüstvorgänge, des Produktionsablaufs und der Ausschusszahlen hilft bei der Verbesserung der Anlagenleistung.“

Die direkte Anbindung der Software an ERP-Systeme garantiert, dass die Produkte richtig gekennzeichnet werden. Eine vorbeugende Wartung verhindert dabei ungeplante Ausfälle. Ebenfalls eingebundene Sensoren, Webcams oder Fotozellen überwachen die Produktion, Frühwarnsysteme melden via SMS oder E-Mail unvorhergesehene Ereignisse.

Aber Kennzeichnungen ermöglichen auch Selbstkonfigurationen und Selbst-optimierungen. Auto-ID-Technologien können in vielen Bereichen Maschinen und ganze Fertigungslinien steuern. Produkte identifizieren sich selbst und sorgen so für die richtige Konfiguration von Verarbeitungsmaschinen. Die Maschinen wiederum stellen sich selbsttätig ein und beginnen automatisch mit der Verarbeitung.

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