Spectaris

Neuer Vorsitzender des Fachverbands Medizintechnik: „Besonderheiten der Medizintechnik herausarbeiten“

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Der neue Vorstand des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, gewählt am 28. September 2017 in Berlin (v.l.n.r.): Hans-Peter Welsch (Aesculap), Thorsten Weide (Drägerwerk), Dr. Martin Leonhard (Karl Storz)/ Vorsitzender, Dr. Steffen Gebauer (Melag), Louise Meiners (Bon Optic), André Schulte (Weinmann EMT), Hubertus Lasthaus (VitalAire), Marcus Kuhlmann (Spectaris), Ralf Wiedemann (Stiegelmeyer) / nicht dabei sein konnten: Norbert Aumann (Ottobock), Michael Koller (MMM), Ludolf Schmitz (Schmitz & Söhne).
Der neue Vorstand des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, gewählt am 28. September 2017 in Berlin (v.l.n.r.): Hans-Peter Welsch (Aesculap), Thorsten Weide (Drägerwerk), Dr. Martin Leonhard (Karl Storz)/ Vorsitzender, Dr. Steffen Gebauer (Melag), Louise Meiners (Bon Optic), André Schulte (Weinmann EMT), Hubertus Lasthaus (VitalAire), Marcus Kuhlmann (Spectaris), Ralf Wiedemann (Stiegelmeyer) / nicht dabei sein konnten: Norbert Aumann (Ottobock), Michael Koller (MMM), Ludolf Schmitz (Schmitz & Söhne). (Bild: Regina Sablotny / Spectaris)

Einstimmig ist Dr. Martin Leonhard (51) von den Mitgliedern des Fachverbandes Medizintechnik im Industrieverband Spectaris gestern, am 28. September in Berlin zum neuen Vorsitzenden des Fachverbandes gewählt worden.

  • Besonderheiten der Medizintechnik gegenüber Pharmabereich stärker herausarbeiten
  • Innovations-, unternehmens- und wachstumsfreundliches Klima in Deutschland sicherstellen
  • Ottobock, Aesculap und Karl Storz – Vorstand spiegelt das Produktspektrum der Spectaris-Mitglieder wieder

Der promovierte Physiker Leonhard leitet seit 2006 das Technologiemanagement bei Karl Storz Tuttlingen. Zuvor war er dort fünf Jahre stellvertretender Marketingleiter. Bei Spectaris war Leonhard bereits seit 2012 als stellvertretender Vorsitzender Mitglied des Medizintechnik-Vorstandes. Er tauscht nun die Rollen mit Michael Koller, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Münchener Medizin Mechanik (MMM), der bisher den Vorsitz inne hatte und den Fachverband Medizintechnik nun als stellvertretender Vorsitzender vertritt. Der neue Vorstand wurde für eine Amtsperiode von drei Jahren gewählt.

Die Vision des neues Vorsitzenden im Fachverband Medizintechnik

Anlässlich seiner Wahl erläuterte Leonhard die aus seiner Sicht wesentlichen Herausforderungen für die Branche und die Verbandsarbeit: „Wir wollen unser Verbandsprofil weiter schärfen und Spectaris als Verband der deutschen Hightech-Industrie positionieren und gleichzeitig eine engere Verzahnung mit anderen Verbänden im Bereich Medizintechnik erreichen, um am Ende in der Kommunikation mit der Politik die industrielle Gesundheitswirtschaft noch wirkungsvoller vertreten zu können. Die Medizintechnik bei Spectaris sollte noch breiter aufgestellt, die Grenzen der Fachverbände durchlässiger gemacht und ein gegenseitiges gemeinsames Bewusstsein geschärft werden.“

Auch Brillen und Kontaktlinsen seien Medizinprodukte, so Leonhard. Oder die Labordiagnostik, die teils regulatorisch unter die In-vitro-Diagnostika-Richtlinie fällt und damit eng an Medizinprodukte gekoppelt ist.

„In der politischen Kommunikation ist es wichtig, die Besonderheiten der Medizintechnik noch stärker herauszuarbeiten, allzu oft sollen uns Muster aus dem Pharmabereich übergestülpt werden. Da immer mehr Regularien aus Brüssel kommen, ist auch die europäische Dimension der nationalen Verbandsarbeit zu stärken. Medical Device Regulation, Datenschutzgrundverordnung, Public Procurement und demnächst vielleicht noch Health Technology Assessments sind Herausforderungen für uns als Branche und als Verband, denen wir uns stellen müssen.“

Hier werde es auch darauf ankommen, die Politik stärker in die Pflicht zu nehmen, damit unliebsame Entscheidungen nicht auf Gremien delegiert werden, die demokratisch nicht oder nur schwach legitimiert sind. „Hier denke ich an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) oder auch an wissenschaftliche Institutionen wie das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen, für unsere Branche politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für ein innovations-, unternehmens- und wachstumsfreundliches Klima in Deutschland sicherzustellen.“

Ottobock, Aesculap und Karl Storz – Vorstand spiegelt das Produktspektrum der Spectaris-Mitglieder wieder

Ebenfalls zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Thorsten Weide (Drägerwerk) gewählt. Den Vorstand komplettieren die wiedergewählten Norbert Aumann (Ottobock), Dr. Steffen Gebauer (Melag), Hubertus Lasthaus (Vital-Aire), Ludolf Schmitz (Schmitz & Söhne), André Schulte (Weinmann EMT), Hans-Peter Welsch (Aesculap) und Ralf Wiedemann (Stiegelmeyer). Mit Louise Meiners (Bon Optic) wurde zudem erstmals eine Frau in den Vorstand gewählt. Louise Meiners, Geschäftsführerin bei bon Optic in Lübeck, vertritt die ophthalmologischen Gerätehersteller und bildet so zugleich die Brücke zum Spectaris-Fachverband Consumer Optics.

Der Vorstand spiegelt das im Fachverband Medizintechnik vertretene Spektrum der medizintechnischen Investitionsgüter und Hilfsmittel. Hierzu zählen neben den ophthalmologischen Geräten Hersteller medizinischer Pflegehilfs- und Hilfsmittel, nichtärztliche Leistungserbringer der Respiratorischen Heimtherapie, Hersteller von Praxis-, Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen, Hersteller von Medizinprodukten der Risiko-Klasse III, Hersteller von Medizinprodukten für Hygiene und zentrale Sterilgutversorgung, Groß- und Kleinsterilisatoren, Hersteller medizintechnischer Systeme, Apparate, Instrumente und Ausstattungen, Telemedizin sowie aus dem Bereich der Notfallmedizin.

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