Suchen

Rückverfolgbarkeit Mittels Laserbeschriftung Kunststoffteile identifizieren

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Kunststoffteile wie Hörgeräte oder Kanülen können per Laser mit einer individuellen Nummer versehen werden. Dadurch wird eine eindeutige Rückverfolgung auf einfachem Weg möglich. Vorteile dieses Verfahrens: Es werden keine Farben, Säuren oder Lösungsmittel benötigt, und es erfolgt keinerlei Krafteinwirkung auf die Werkstücke.

Firmen zum Thema

Laserbeschriftete Hörgeräte: Die Oberflächen werden durch den Laser kaum beschädigt. Dennoch wird ein hoher Kontrast durch Farbumschlag erzielt.
Laserbeschriftete Hörgeräte: Die Oberflächen werden durch den Laser kaum beschädigt. Dennoch wird ein hoher Kontrast durch Farbumschlag erzielt.
(Bild: Trumpf)

In der Medizintechnik wird eine große Vielfalt an synthetischen Materialien verarbeitet. Bei einer Beschriftung mit Laser entsteht daher eine variantenreiche Laserstrahl-Materie-Wechselwirkung.

Geringer Energieverlust beim Beschriften

Wichtig ist zunächst, dass die Laserstrahlung in ausreichendem Maß im Material absorbiert wird. Anders als bei Metallen, bei denen der größte Anteil reflektiert wird, spielt bei Kunststoffen die Transmission oder auch Streuung eine größere Rolle. Die geringe Wärmeleitfähigkeit von Kunststoffen resultiert in geringen Energieverlusten während des Beschriftungsprozesses. Dadurch können wesentlich höhere Beschriftungsgeschwindigkeiten als bei Metallen erzielt werden.

Bildergalerie

Die Absorption wird stark von Additiven, Füllstoffen und Pigmenten beeinflusst. Diese Zusatzstoffe absorbieren in unterschiedlichen Bereichen. Schwarzer Kohlenstoff beispielsweise im gesamten Wellenlängenbereich, der Weißmacher Titandioxid dagegen nur im UV-Bereich. Farbstoffe und Pigmente absorbieren üblicherweise im sichtbaren Bereich am besten. Oft absorbieren diese Bestandteile um ein Vielfaches besser bei einer Wellenlänge von 532 nm (grün) als bei der Grundwellenlänge von 1.064 nm (IR), was in einer höheren Bearbeitungsgeschwindigkeit und einem besseren Kontrast resultiert und bei der Auswahl des Lasersystems für eine spezielle Anwendung beachtet werden muss.

Oberflächen werden kaum beschädigt

Da die Photonen bei einer Wellenlänge im UV-Bereich eine höhere Energie haben, können bei 355 nm photochemische Reaktionen, das heißt, das Brechen chemischer Bindungen durch hohe Photonenenergie, den Laserbeschriftungsprozess dominieren, während bei 1.064 nm thermochemische Reaktionen (Karbonisieren) den Prozess bestimmen. Oft bezeichnet man die Markierung mit unversehrter Oberfläche bei 355 nm deshalb auch als „kalte Markierung“.

(ID:42387439)