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Mit Ultraschall Wundauflagen aus Schaumstoff perforieren

Redakteur: Peter Reinhardt

Schaum-Wundauflagen werden hergestellt aus einem weichen Lagenverbund mit Schaumstoff und einer haftenden und perforierten Kontaktlage. Die Kontaktlage, die auf der Haut aufliegt, muss zuverlässig haften, Sekrete transportieren und dennoch sanft von der Haut zu lösen sein. Um dies alles zu gewährleisten, wird sie mit Ultraschall perforiert.

Zugrunde liegt das Prinzip des Ultraschallschweißens für thermoplastische Werkstoffe, bei dem die anliegende Netzspannung erst in eine Ultraschallfrequenz und dann mittels Piezo-Effekt in eine mechanische Schwingung umgewandelt wird. Diese wird über kalte Titanwerkzeuge, sogenannte Sonotroden, eingetragen und erzeugt genau kontrollierbare Reibungswärme im zu verarbeitenden Material. Die Auflagepunkte auf einer strukturierten Walze definieren dabei das Perforationsmuster - die akustisch entkoppelte Walze dient als rotierender Amboss.

Bei der Produktion von Wundauflagen wird die Wundkontaktschicht auf der Maschine beim Passieren zwischen Ambosswalze mit erhöhter Prägestruktur und Sonotroden über die gesamte Breite der Bahn mit Ultraschall punktuell perforiert, und zwar ohne großflächige Hitzeentwicklung. Im Gegensatz zum Heiß-Perforieren ist der Energie- und Wärmeeintrag beim Ultraschall-Perforieren äußerst gering, was sich positiv auf die Haftungseigenschaften der Lage auswirkt. Die höheren Temperaturen bei der Heiß-Perforierung können das Verbundmaterial negativ beeinflussen.

Mit Ultraschall ist eine doppelte bis dreifache Geschwindigkeit gegenüber dem Heiß-Perforieren möglich. Dazu bleibt die Produktqualität auch bei Geschwindigkeitsrampen konstant, also beim Anfahren und Abbremsen der Maschine. Ein weiterer Vorteil des Ultraschalls besteht in der schnellen Einsatzfähigkeit der Maschine, da keine Aufwärmphase notwendig ist. Bei unterschiedlichen Materialien können Parameter sofort verändert werden; die Rezeptverwaltung ist denkbar einfach. Die von Herrmann Ultraschall entwickelte und patentierte Microgap-Control Steuerung regelt im µ-Bereich genau den Abstand zwischen Ambosswalze und Sonotrode und garantiert Prozesskontrolle und Wiederholgenauigkeit. Insgesamt steigt die Gesamtanlageneffizienz (OEE).

Kontakt::

Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co KG D-76307 Karlsbad, www.herrmannultraschall.com Halle 11, Stand E26