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6. Innovationsforum für Medizintechnik

Medizintechnischer Fortschritt kennt viele Treiber

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Medizintechnik entwickelt sich rasant weiter. Wie rasant, das wurde während des 6. Innovationsforums in Tuttlingen deutlich: Miniaturisierung, intelligente Implantate, smarte medizinische Systeme, neurotechnische Mensch-Maschine-Schnittstellen, RFID-Technologie im OP – der Fortschritt kennt viele Treiber.

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200 Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden machten die 6. Auflage des Innovationsforums Medizintechnik zu einer hochkarätigen Veranstaltung.
200 Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden machten die 6. Auflage des Innovationsforums Medizintechnik zu einer hochkarätigen Veranstaltung.
( Bild: IHK )

Zunehmend komplexere Projekte fordern die hiesigen Unternehmen in vielfältiger Weise. Auf dem 6. Innovationsforum Medizintechnik am 23. Oktober in der Stadthalle Tuttlingen wurde aber auch deutlich: Die Herausforderungen bergen zugleich Chancen für jene, die an innovativen Lösungen und Produkten arbeiten. Die kann nutzen, wer sich gut vernetzt, die Stärken lokaler Cluster nutzt und im Innovationsprozess früh die Vermarktung bedenkt, insbesondere das Erlöspotenzial.

Das Innovationsforum ist „mittlerweile unverzichtbar“

„Weit mehr als 200 Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden machten die 6. Auflage des Forums zu einer hochkarätigen Leuchtturm-Veranstaltung“, so das Fazit der Veranstalter. Eingeladen hatten die Tuttlinger Clusterorganisation Medical Mountains AG, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Technologieverbund Technology Mountains. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung mit mehr als 30 Medizintechnikunternehmen aus dem europäischen In- und Ausland.

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Dr. Harald Stallforth, Vorsitzender von Technology Mountains, nennt das Innovationsforum „mittlerweile unverzichtbar“. Neben Austausch und Branchenausblick sei vor allem der Kontakt zu klinischen Anwendern wertvoll. Als ehemaliger Aesculap-Vorstand benannte er drei Bereiche als Haupthandlungsfelder: kosteneffiziente Produktion, Produkte und Lösungen zur Senkung der Prozesskosten in Kliniken und kosteneffiziente Genehmigungsverfahren.

„Die Lehre muss wieder mehr Wertschätzung erfahren“

IHK-Präsident Dieter Teufel nutzte die Gelegenheit, für die duale Ausbildung zu werben. „Die Lehre muss wieder mehr Wertschätzung erfahren. In den heimischen Unternehmen kommt man auch ohne Studium raus in die Welt.“ Und schließlich wisse er aus vielen Beispielen: „Wenn ein guter Mitarbeiter dann doch noch studieren möchte, unterstützen ihn die Unternehmen dabei nach Kräften.“ Landrat Stefan Bär nannte es in der heutigen, hochkomplexen Zeit unverzichtbar, dass man in der Region voneinander lerne: „Und selbst wenn man nur erkennt, dass man etwas anders als andere machen muss, ist das schon ein Gewinn.“

Ohne Zusammenarbeit geht es nicht mehr

Die Teilnehmer bestätigten aus ihrer praktischen Erfahrung heraus, dass es ohne Zusammenarbeit nicht mehr geht: „Durch die gute Vernetzung und die Teilnahme an den Verbundprojekten von Medical Mountains und Technology Mountains haben wir Produkte generiert, die wir alleine nie hätten umsetzen können“, erklärt Uwe Stoll, Segmentleiter Technische Federn und Medizintechnik bei Carl Haas in Schramberg.

Guntmar Eisen, Geschäftsführer von Paradigm Spine in Wurmlingen: „Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Unternehmen feststellen, dass es alleine nicht mehr geht.“ Da sei es wesentlich cleverer, beizeiten die Vernetzung voranzutreiben: „Wir haben hier beim Innoforum ganz konkret neue Partner gefunden, mit denen wir gut zusammenarbeiten.“

Prof. Dr. Roland Zengerle, Leiter des Instituts für Mikro- und Informationstechnik (HSG-Imit) in Villingen-Schwenningen, gab einen tiefen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte, bei denen zahlreiche heimische Unternehmen eingebunden sind. So seien die Ausstattung chirurgischer Instrumente mit RFID-Chips gerade ein viel beachtetes Thema, ebenso wie die elektronische Regelung von Orthesen.

Neue Wettbewerber aus den BRIC-Staaten

„Nicht jedes neue Produkt wird eine Innovationsprämie beim Preis erzielen können“, formuliert Hans-Peter Bursig als Vertreter des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektroindustrie. Neue Wettbewerber aus den BRIC-Staaten auf dem Weltmarkt und zunehmend komplexere Zulassungen in allen Einzelmärkten würden die Ressourcen der Unternehmen strapazieren. Deshalb auch der Rat von ihm: „Netzwerken ist das probate Mittel, diesen Anforderungen gerecht zu werden.“

Yvonne Glienke, Vorstand der Medical Mountains AG, freute sich indes über die neue Rekordbeteiligung und die anregenden Diskussionen der Teilnehmer untereinander: „Unsere Botschaft, dass die Unternehmen der Region sich vernetzen müssen, und die Angebote, in Verbundprojekten gemeinsam an einer erfolgreichen Zukunft zu arbeiten, treffen auf fruchtbaren Boden.“

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