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Messe Düsseldorf Medica 2019: Innovative Start-ups digitalisieren die Medizintechnik

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Gesundheitsversorgung wird weltweit mit hohem Tempo digital. Immer mehr Anwendungen für Prävention, Diagnostik und Therapie wandern mit passender Hardware als App auf Smartphones und Tablets oder sind sogar als Wearables für den besonders körpernahen Einsatz verfügbar.

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Bei den Medica Disrupt-Pitches gewinnen Messebesucher einen Eindruck von den kreativen Ideen innovativer Start-ups.
Bei den Medica Disrupt-Pitches gewinnen Messebesucher einen Eindruck von den kreativen Ideen innovativer Start-ups.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)
  • Medizinmesse Medica in Düsseldorf: vom 18. bis 21. November mit rund 5.100 Ausstellern aus fast 70 Nationen
  • Start-ups präsentieren sich bei den Medica Disrupt-Pitches

Auch in Deutschland, wo Ärzte, Therapeuten und Patienten im internationalen Vergleich noch ziemlich „analog“ unterwegs sind, steigert sich die Taktzahl der Digitalisierung zusehends. Krankenversicherte sollen jetzt sogar einen Anspruch auf digitale Anwendungen bekommen. So steht es im Digitale Versorgung Gesetz (DVG). Der Entwurf dazu wird in Kürze in den Bundestag und Bundesrat eingebracht.

Einen Überblick darüber, welchen Nutzen Digital-Health-Applikationen mit der dazu passenden Medizintechnik schon heute haben, wird einmal mehr die mit rund 5.100 Ausstellern aus fast 70 Nationen weltführende Medizinmesse Medica in Düsseldorf bieten. Sie findet in diesem Jahr vom 18. bis 21. November statt.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen hier Start-ups. Ihre Zahl ist bei der Medica in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mittlerweile präsentieren sich mehrere hundert dieser besonders jungen und vorrangig digitalgetriebenen Unternehmen mit ihren Ideen und geradezu einem Neuheiten-Feuerwerk dem internationalen Fachpublikum. Die Medica Disrupt-Pitches im Rahmen des Medica Connected Healthcare Forums und insbesondere auch den Medica Start-up Park (jeweils in Halle 13) sollten sich Besucher vormerken, um einen Eindruck innovativer Start-ups und ihrer kreativen Ideen zu gewinnen.

Medica Disrupt zeigt Besuchern ein bahnbrechendes Programm

Bei Medica Disrupt ist Bahnbrechendes Programm. So geht es am Montag, 18. November, ab 15 Uhr um Body Augmentation, also um die Optimierung des menschlichen Körpers mittels Robotik, 3D-Druck und intelligente Implantate. Mit dabei ist das Start-up Ebenbuild. CEO Dr. Kei W. Müller forscht seit nunmehr zwölf Jahren an einem Projekt, das im Ergebnis darauf abzielt, Patienten mit „Acute Respiratory Distress Syndrome“ (ARDS) in ihrem Beatmungsgerät individuell zugeschnittene, mechanische Beatmungseinstellungen zur Verfügung zu stellen zur Verbesserung ihrer Überlebens- und Erholungschancen.

Zum Hintergrund: Bislang lassen sich Beatmungsgeräte nur unzureichend auf den Patienten abstimmen, durch Eingabe eher unspezifischer Körperparameter wie beispielsweise Gewicht. Ebenbuild will das ändern mit Software, die computertomographische Aufnahmen und maschinelles Lernen zur Erstellung eines virtuellen, patientenspezifischen Modells der Lunge nutzt – indem also ein digitales Abbild, ein sogenannter Digital Twin, geschaffen wird. Dieses ermöglicht eine automatisierte, personalisierte und präzise Vorhersage der optimalen Beatmungsweise.

Ein Prototyp dazu liegt bereits vor. Er wird nun in den nächsten drei Jahren getestet. Aber natürlich sucht Ebenbuild wie die meisten Start-ups weitere Entwicklungspartner. Schließlich ist die Hoffnung groß, dass solche softwarebasierten digitalen Zwillinge nicht nur die Entwicklungsprozesse für Medikamente und Medizinprodukte verändern könnten, sondern auch eine neue Klasse von Diagnose- und Monitoring-Werkzeugen ermöglichen werden.

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