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Lotuseffekt in der Medizintechnik

Redakteur: Peter Reinhardt

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Ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben unter dem Titel „developing processes for µ-structuring of polymer stents” hat ein Verhindern der Verkalkung von Stents zum Ziel. An dem von der Volkswagenstiftung finanzierten Projekt sind Wissenschaftler der TU Berlin: sowie Mediziner des Deutschen Herzzentrums der Berliner Charité beteiligt.

Wenn sich ein Blutgefäß durch Ablagerungen verengt und zu verschließen droht, weiten Ärzte die enge Stelle auf und setzen einen Stent. Dabei handelt es sich um ein kleines flexibles Röhrchen, welches das Gefäß offen hält. Bei bis zu 30 Prozent der Patienten verstopfen die Röhrchen allerdings erneut, weil sich Blutbestandteile an der Innenseite der Stents anlagern. Genau dies wollen Prof. Dr.-Ing. Manfred H. Wagner vom Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien und Prof. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin zusammen mit ihren Projekt-Kollegen ändern.

Für die neuen Stents verwenden die Wissenschaftler Röhrchen aus einem Polymer mit Formgedächtnis. Die Innenfläche dieser Stents soll so strukturiert werden, dass sie den sogenannten Lotuseffekt aufweist, dass also auch minimale Anhaftungen sofort abperlen. Die Strukturen bewegen sich im Nano- und Mikrobereich. Es geht bei diesem Vorhaben also auch um geeignete Herstellungsverfahren. Am Ende des Forschungsprozesses sollen Langzeitstudien mit ersten Prototypen stehen.

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