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Medizintechnik Laser-Sintern steigert die Effizienz beim Herstellen von Zahnersatz

| Autor / Redakteur: Gregor Szwedka / Udo Schnell

Das Laser-Sintern bietet beim Herstellen von Zahnersatz einige Vorteile. Pluspunkte sind die hohe Präzision und die Reproduzierbarkeit der Produkteigenschaften. Durch das Einbinden in die digitale Prozesskette steigt die Fertigungsgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Verringerung der benötigten Materialien.

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Beispiele für die zahntechnische Konstruk-tionsvielfalt: Kronen, Brücken, Teleskope, Implantat-Abutments, Stifte, Stege und Ringlochretentionen. (Bild: Flussfisch)
Beispiele für die zahntechnische Konstruk-tionsvielfalt: Kronen, Brücken, Teleskope, Implantat-Abutments, Stifte, Stege und Ringlochretentionen. (Bild: Flussfisch)

Allein im vergangenen Jahr wurden über 1,5 Mio. individuelle Kronen und Brücken mithilfe der Laser-Sinter-Technik in automatisierten Fertigungszentren hergestellt. Technisches Herzstück dabei war die Eosint M270 – ein System, das Zahnersatz per direktem Metalllasersintern (DMLS) kostengünstig und in hoher Qualität fertigt. Innerhalb kürzester Zeit entstehen so aus Metallpulver selbst komplexeste Geometrien auf Basis von CAD-Daten.

Die digitale Zahntechnik hält zunehmend Einzug in die Dentalbranche und Herstellungsabläufe werden automatisiert – ein Prozess der Industrialisierung sozusagen, den andere Bereiche schon hinter sich haben. Das Laser-Sinter-Verfahren hat diesen Umbruch in der Zahntechnik entscheidend beeinflusst und ist mittlerweile zu einer etablierten Anwendung auf dem Dentalmarkt geworden.

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Fräsen erlaubt Verwendung neuer Werkstoffe beim Kronen und Brücken

Das Herstellen von Kronen und Brücken ist Aufgabe eines Zahntechnikers. Bis vor wenigen Jahren wurde Zahnersatz vor allem konventionell aus Metall per Guss- oder Frästechnik hergestellt. Grundlage der Gusstechnik ist ein aus Wachs modelliertes Kronen- oder Brückenmodell.

Diese handgearbeitete Modellation wird in einem nächsten Schritt mit Metall ausgegossen – der sogenannte Muffelguss, ein Guss mit verlorener Form. Im Anschluss wird der Rohling per Hand für die weiteren Prozessschritte wie das keramische Verblenden bearbeitet.

Beim Fräsen werden Kronen und Brücken aus einem Block herausgearbeitet. Ein Verfahren, das die Zahntechnik ebenfalls stark beeinflusst hat, denn damit sind neue Werkstoffe wie Zirkoniumdioxid bearbeitbar geworden.

Laser-Sintern erfordert dreidimensionale CAD-Daten

Dennoch hat das Fräsen im Vergleich zum direkten aufbauenden Verfahren per Laser-Sintern einige Nachteile. Als spanabhebendes und somit subtraktives Bearbeitungsverfahren ist es mit einem vergleichsweise hohen Materialverschleiß verbunden. Hinzu kommen Einschränkungen der Freiheitsgrade, beispielsweise sind zahntechnische Konstruktionen, die starke Hinterschnitte aufweisen, nur schwer realisierbar. Außerdem dauert die Bearbeitung länger.

Das Laser-Sintern hingegen ist ein additives Schichtbauverfahren. Um damit Zahnersatz herstellen zu können, wird punktuell Kobalt-Chrom-Pulver aufgeschmolzen. Voraussetzung aber ist, dass dreidimensionale CAD-Daten des Zahnersatzes vorliegen.

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