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Auch der Arbeitskomfort ist für die Zahntechniker von entscheidendem Vorteil: Gerade voluminöse Konstruktionen bereiten bei der Feingusstechnik Schwierigkeiten, da sie eines umfangreichen Fachwissens bedürfen und kompliziert umzusetzen sind. Die prozessstabile DMLS-Produktion ist dem Guss demnach überlegen.
Zahl der Fehlerquellen sinkt beim Laser-Sintern
Aufgrund der Digitalisierung von Arbeitsschritten werden Fehlerquellen vom Erfassen beim Patienten bis hin zur Fertigung im Labor eliminiert und eine gleichbleibend gute Qualität kann gewährleistet werden. Die Gefahr von Präparations- und Abformfehlern, Ungenauigkeiten der Passung, Nacharbeit oder kostspieligen Wiederholungen sinkt. Darüber hinaus tragen softwaregestützte Arbeitsprozesse dazu bei, Fehler zu vermeiden und Durchlaufzeiten zu verringern.
Hinzu kommen die speziell entwickelten Laserparameter, die dafür sorgen, dass die Bauteileigenschaften konstant bleiben. Diese Produktionseinstellungen werden durch die EOS-Servicetechniker vorgenommen und bei der Aufstellung der Maschine durch einen Qualifikations-Baujob verifiziert.
Der Kunde braucht sich somit nicht um die Feinjustierung der Maschinenparameter zu kümmern und kann sich stattdessen auf die peripheren Prozessschritte konzentrieren.
Cobalt-Chrom SP2 als Basismaterial zum Laser-Sintern
Zur Herstellung der hochwertigen Medizinprodukte wird das CE-zertifizierte Basismaterial EOS Cobalt-Chrom SP2 verwendet. Es ist eine feine Mischung von vorlegierten Pulvern aus einer auf Kobalt-Chrom-Molybdän basierenden, biokompatiblen Superlegierung.
Zusätzlich zu den ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften (Festigkeit, Härte) sowie der Korrosions- und Temperaturbeständigkeit erfüllt es auch die besonderen Anforderungen zur Herstellung von Zahnersatzelementen, wie sie in der EN ISO 22674 vorgeschrieben sind. Die konstanten Materialeigenschaften des Werkstoffes gewährleisten nicht zuletzt auch eine gleichbleibend gute Qualität des Endproduktes. Aufgrund der hervorragenden medizinischen Eigenschaften erlebt dieser für die Herstellung von Dentalrestaurationen etablierte Werkstoff gerade in den letzten Jahren eine starke Nachfrage und ist im Vergleich zu Edelmetalllegierungen sehr kostengünstig.
Anwender benötigen auch CAD/CAM-Wissen
Die CAD/CAM-Techniken haben aber auch das Berufsbild des Zahntechnikers mit umfangreichen Veränderungen konfrontiert: Außer den handwerklichen Fertigkeiten ist nun auch CAD/CAM-Anwenderwissen gefragt.
Die enorme Arbeitszeitersparnis, die sichere und transparente Bauteilherstellung und die neue Materialvielfalt sind wohl die Hauptargumente, warum sich der Wandel so schnell vollzogen hat. Mittlerweile besitzt ein Großteil der Labore einen Scanner, der die individuelle Gebisssituation des Patienten digitalisiert und mittels speziell für das Handwerk entwickelter Software den CAD-Baudatensatz erstellt. Die zahlreichen neuen Schnittstellen und Prozessabläufe gilt es im Laboralltag zu implementieren.
Obwohl der Umgang mit der digitalen Technik dem Handwerk bereits geläufig ist, besteht ein Bedarf an weiteren Schulungen. Die zuverlässige Hardware und ein für den Medizinmarkt speziell entwickeltes Pulver gewährleisten noch nicht einen erfolgreichen Einsatz der Technologie.
Noch viele Schulungen für Anwender nötig
Die EOS-Kundenschulungen werden durch Zahntechnikermeister und Ingenieure durchgeführt. Das in den Anwendungstrainings vermittelte Know-how beinhaltet alle relevanten Prozessschritte: angefangen bei Anforderungen des CAD-Designs über Datenaufbereitung, Produktionsprozess, Maschinenumgang, Bauteilaufbereitung bis hin zu Tipps zum erfolgreichen Vertrieb des neuen Produkts (Bild 5).
Die innovative Technik ist zwangsläufig an einen ständigen Verbesserungsprozess geknüpft – mit jeder neuen Anwendung entstehen neue Anwendungsfelder. Die auf dem Dentalmarkt erhältlichen Intraoralscanner beispielsweise werden die Gebissmodellnahme durch Abdruckmassen in den nächsten Jahren stark zurückdrängen.
Zum einen kann der digitale Datensatz mithilfe von E-Manufacturing schnell und fehlerfrei umgesetzt werden und auch für den Patienten wird die Dokumentation der Mundsituation angenehmer. Und weitere zahntechnische Bauteile wie partieller Zahnersatz, Implantate oder Schienen stehen für Anwendungstests zu Verfügung.
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* Gregor Szwedka ist Applikationsspezialist Dental bei der EOS GmbH Electro Optical Systems, 82152 Krailling bei München
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