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BVMed- Konferenz

Kleine MedTech-Unternehmen brauchen meinungsführende Ärzte

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BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt betonte in seinem Einführungsreferat die Verbandsposition bei der Diskussion um die Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Er spricht sich für eine „sachgerechte Bewertung“ mit differenziertem Vorgehen aus - sowohl bei der Risikoklasse als auch bei der Frage, ob die neue Methode ein Me-Too-Produkt/-Verfahren, eine Schrittinnovation oder eine Sprunginnovation ist. Schmitts Fazit: „Die Nutzenbewertung kommt. Deshalb sollten Unternehmen die Anforderungen an den Nutzennachweis von Anfang an berücksichtigen.“

Perspektive der Entwickler

Für kleine und mittlere Unternehmen sind meist sowohl der Zugang zur Vergütung ihrer Innovationen wie auch das Thema der Nutzenbewertung problematisch. Das MedTech-Cluster Mannheim bietet hier mit einem „MMT Inkubator“ konkrete Unterstützung durch Industrieprofis. „Ziel ist es, die Wachstumshemmer gezielt auszuschalten“, so Elmar Bourdon, Manager des Mannheim Medical Technology Clusters.

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Die Finanzierung von Start-up-Unternehmen und deren Geldbedarf beleuchtete Thom Rasche, Partner bei Earlybird Venture Capital. In Europa koste der Weg von der Idee zum Marktzugang rund 15 bis 20 Millionen Euro und dauere durchschnittlich sieben Jahre. Das sei schneller und günstiger als in den USA, ohne dass darunter die Patientensicherheit leide. „Hilfreich wäre ein Innovationspool zur Finanzierung von klinischen Studien kleiner und mittlerer MedTech-Unternehmen, die eine große Studie nicht alleine stemmen können“, so Rasche.

Manfred Salat, Managing Director von InterMedCare, begleitet Start-ups auf dem Weg von der Idee zur klinischen Routine. Das Beratungsunternehmen unterstützt MedTech-Start-ups dabei, strategische Ziele schneller zu erreichen. Klinische Studien seien sinnvoll, „um zu zeigen, dass man besser als eine etablierte Methode ist“, so Salat. Die klinische Studie dürfe aber nicht zu kurz springen und müsse auch gesundheitsökonomische Daten generieren.

Fallstudien: Von der Idee zur CE-Kennzeichnung

Eine unternehmerische Fallstudie über ein Impulssystem zur Verringerung des Myokardschadens und zur Wiederbelebung des ischämischen Myokards präsentierte Jon H. Hoem, CEO von Miracor Medical Systems. Den Weg von der Idee zur CE-Kennzeichnung bezeichnet er als „strukturiert und planbar“. Das sei innerhalb von drei Jahren möglich, wenn man die richtigen ärztlichen Entscheider gewinnt und die klinische Studie sehr strategisch plant. Er sähe es gerne, wenn Krankenhäuser Innovationszentren etablierten, die kleine MedTech-Unternehmen bei internen Klinikprozessen unterstützen.

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