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In China steigt die Nachfrage nach deutscher Medizintechnik

| Redakteur: Kathrin Schäfer

„Die Absatzchancen für deutsche Medizingeräte sind in China exzellent. Made in Germany ist hoch angesehen“, sagt Stefan Kracht, Geschäftsführer der Fiducia Management Consultants in Hong Kong.
„Die Absatzchancen für deutsche Medizingeräte sind in China exzellent. Made in Germany ist hoch angesehen“, sagt Stefan Kracht, Geschäftsführer der Fiducia Management Consultants in Hong Kong. (Bild: Fiducia/Kenneth Lim)

In China steigt die Nachfrage nach Medizintechnik mit Zuwachsraten von 20 Prozent bis 2016. Vor allem eine schnell wachsende chinesische Mittelklasse mit steigender Kaufkraft wünscht sich westliche Gesundheitsprodukte. Eine Chance für deutsche Medizintechnikunternehmen und -zulieferer, diesen Markt zu erschließen.

Bis 2015 ist für die Medizintechnik in China ein Wachstum auf rund 54 Mrd. US-Dollar Marktvolumen prognostiziert. Steigende Einkommen, die zunehmende Lebenserwartung und neue Nachfrage aus Zentralchina sind nur einige Gründe, warum das Reich der Mitte im Bereich Medizintechnik auch in den kommenden Jahren attraktiv bleiben wird, so die Marktbeobachtung der Fiducia Management Consultants in Hong Kong.

China ist reif für deutsche Medizingeräte

„China ist und bleibt ein Wachstumsmarkt und ist reif für deutsche Medizingeräte“, so die Eintschätzung von Stefan Kracht, Geschäftsführer der Fiducia Management Consultants in Hong Kong. „Die Absatzchancen sind exzellent. Made in Germany ist in China auch in diesem Marktsegment hoch angesehen – vor allem in Verbindung mit deutscher Ingenieurskunst und Qualität.“

Einen Standort in China aufbauen

Doch die Hürden, um in diesen attraktiven Markt einzusteigen, sollten nicht unterschätzt werden. Wie die Erfahrung von Kracht zeigt, sollten etablierte Beratungsdienstleister mit lokalem China-Know-how den Weg ebnen. „Langfristige Beziehungspflege ist in China sehr wichtig, ebenso der Aufbau von Schlüssel-Beziehungen vor allem mit medizinischen Entscheidern und den Managern der Krankenhäuser“, erklärt der Asien-Experte. Nicht nur aus diesen Gründen rät er zum Aufbau eines eigenen Unternehmensstandorts in China. Die langfristige, direkte Kundenentwicklung und deren Betreuung vor Ort sowie die wichtigen After-Sales-Service-Angebote ließen sich nur im Zielland konsequent aufbauen.

Unverzichtbar: eine umfassende Marktrecherche vorab. Der eigentlich Lizensierungs- und Registrierungsprozess von medizinischen Produkten sei komplex und nicht selten langwierig.

Generell unterscheidet der chinesische Staat drei Gruppen von medizinischen Geräten:

  • Klasse 1: Produkte, deren Sicherheit und Effektivität durch Routineprüfungen gesichert werden.
  • Klasse 2: Produkte, deren Sicherheit und Effektivität durch strenge Kontrollen sichergestellt werden müssen.
  • Klasse 3: Produkte, die in den Körper implantiert werden und fortwährend intensiv überprüft werden müssen.

Stefan Kracht beobachtet auch in China den Trend zur minimalinvasiven Chirurgie und somit einen großen Bedarf an Produkten, die zur risikoreichsten Gruppe drei gehören. „Wer als internationales Unternehmen Fuß fassen möchte, muss Top-Qualität möglichst im technischen High-End Bereich liefern.“ Für eine entsprechende Produktregistrierung sollte ein Unternehmen mindestens 110 Tage veranschlagen, allerdings ohne Testphase oder Durchführung von klinischen Studien, und: „Für jedes Produktupdate muss man eine neue Registrierung einreichen. Bestehende Registrierungen müssen regelmäßig erneuert werden“, so Kracht.

Vielversprechende Möglichkeiten böten sich darüber hinaus für Unternehmen, die bereits im chinesischen Markt aktiv sind. „Gegenwärtig besteht viel Platz für Wachstum im mittleren Preissegment“, betont der China-Kenner.

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