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Risikomanagement „Im Supply Chain Management gibt es noch Luft nach oben“

Autor / Redakteur: Adrian Reisch / Peter Reinhardt

Noch viel zu häufig sind die Absatz- und Produktionsplanung in der Medizintechnik schlecht miteinander verknüpft. Und auch ein entsprechendes Supply Chain Risikomanagement zum Sichern der Versorgung haben viele noch nicht als das zentrale Zukunftsthema erkannt. Das muss sich ändern

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Adrian Reisch, J&M Management: „Wir durchleuchten die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen und machen sie so zu Value Chain Champions“
Adrian Reisch, J&M Management: „Wir durchleuchten die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen und machen sie so zu Value Chain Champions“
(Bild: J&M Management Consulting)

An einer Strategie für das Management der Lieferkette mangelt es Unternehmen der Medizintechnik in der Regel nicht. Knapp drei Viertel der Teilnehmer an der aktuellen Supply Chain Management Studie (SCM) von J&M geben an, über eine formulierte Supply Chain Strategie zu verfügen. Das sind deutlich mehr als im branchenübergreifenden Durchschnitt (43 Prozent). Viele Unternehmen im Medizintechnik-Umfeld haben zudem differenzierte Supply Chain Einzelstrategien festgelegt.

An der branchenübergreifenden, jährlich durchgeführten Umfrage nahmen mehr als 500 Supply Chain Experten aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien teil. Drei von vier Teilnehmern sind Supply Chain Direktoren, SCM-Leiter oder -Manager bzw. Vice President SCM. Knapp jeder zehnte Befragte gehört der Geschäftsführung an.

Lieferanten und Kunden sind schlecht angebunden

Wenn es jedoch um die Anbindung von Lieferanten und Kunden geht, liegt die Medizintechnik hinter dem branchenübergreifenden Durchschnitt: Nicht einmal ein Drittel der Befragten aus der Medizintechnik verfügt über optimierte Schnittstellen zu ihren Lieferanten. Hier zeigt sich noch reichlich Verbesserungspotenzial. Die Kunden sind sogar noch wesentlich schlechter in die Wertschöpfungsketten der Medizintechnik-Unternehmen eingebunden. Nur 14 Prozent der Befragten integrieren ihre Kunden in die internen und externen Lieferprozesse.

Zuverlässige Lieferungen basieren jedoch auf vollständig und durchgängig integrierten Sales- und Operations-Planungsprozessen (S&OP). Das heißt ganz konkret: Vertrieb, Produktion, Logistik, Einkauf und Controlling müssen ihre jeweiligen Prognosen regelmäßig und strukturiert miteinander abstimmen und so einen gemeinsamen Produktions- und Lieferplan entwickeln. Das ist eine Grundvoraussetzung für hohe Verfügbarkeiten und kurze Lieferzeiten bei gleichzeitig effizienten Prozessen. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer aus der Medizintechnik hat heute jedoch keine durchgängig integrierten Sales- und Operations-Planungsprozesse.

Problem liegt beim Top-Management

Die unbefriedigende Integration von Vertriebs- und Produktionsplanung lässt sich auch durch die fehlende Anerkennung dieser Prozesse auf der höchsten Führungsebene erklären. Nur in jedem vierten Medizintechnik-Unternehmen ist S&OP als Prozess im Top-Management anerkannt (Durchschnitt über alle Branchen 56 Prozent).

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