Bei der Produktion von besonders kleinen Bauteilen ist Genauigkeit oberstes Gebot. Denn schon geringste Abweichungen vom Sollwert können hier die zuverlässige Funktion beeinträchtigen. Für Hamilton sind hochpräzise Bearbeitungszentren zum Fräsen und Drehen ebensolcher Komponenten für die Medizintechnik daher unverzichtbar.
Der Drehautomat CT 20 von Tornos ist für Teile bis zu etwa mittlerer Komplexität konzipiert. Der Medtech-Hersteller Hamilton fertigt darauf Präzisionsbauteile mit Null-Fehler-Philosophie.
(Bild: Klaus Vollrath)
Das US-Schweizer Unternehmen Hamilton stellt nahezu alle mechanischen Komponenten seiner Medizintechniksysteme selbst her. Dabei gilt eine Null-Fehler-Philosophie. Hierfür verfügt die Mechanikfertigung über eine umfangreiche Ausstattung mit hochpräzisen Bearbeitungszentren zum Fräsen und Drehen sowie der gesamten Peripherie, von Vorrichtungen zur Werkzeugvoreinstellung bis zu Messeinrichtungen für die Qualitätskontrolle. Im Schweizer Werk in Bonaduz verlassen sich die Verantwortlichen bei der Produktion der Präzisionsbauteile auf die Qualität, Produktivität und Zuverlässigkeit von Multifunktions-Drehautomaten aus dem Hause Tornos.
Das gesamte Teilespektrum umfasst aktuell rund 800 Bauteile, die in Losgrößen zwischen etwa 50 bis zu einigen tausend Stück gefertigt werden. Dank guter Unterstützung bei der Werkzeugeinstellung, den bis zu 13 Achsen der Anlagen und automatischer Stangenzuführsysteme werden bei den Drehautomaten im Jahr teils mehr als 7.400 Betriebsstunden unter Span erreicht.
Hierbei spielen die Mitarbeiter eine wesentliche Rolle. Diese sind so gut qualifiziert und motiviert, dass sie durch intelligente Verschachtelung von Jobs eine sehr gute Auslastung erzielen. Mit einer computergestützten Jobverwaltung allein wäre das nicht möglich, das letzte Wort muss der Mensch haben. Mithilfe von Wochenübersichtsplänen lassen sich die einzelnen Arbeitsschritte sequenziell abarbeiten und Umrüstzeiten verkürzen.
„In der Dreherei setzen wir seit fast 20 Jahren konsequent auf die Vorteile von Tornos-Langdrehautomaten der Deco-Serie“, sagt Elias Kalt, Produktionsleiter Mechanikfertigung bei Hamilton. Diese seien sowohl sehr schnell als auch sehr präzise. Die im Hause vorhandenen Systeme verfügten je nach Ausstattung über bis zu 13 Achsen und könnten daher auch sehr anspruchsvolle Aufgabenstellungen inklusive seitlicher Bearbeitung oder Rückseitenbearbeitung mit Bravour erledigen. Bearbeitet werden sowohl die gängigen Industriemetalle wie Stahl, Edelstahl, Aluminium oder Messing als auch Kunststoffe. Auch schwer bearbeitbare, langspanende Legierungen seien kein Problem.
Insgesamt verfügt man in Bonaduz über fünf Tornos-Deco-Anlagen, die mit Stangenladern ausgerüstet sind. Die einheitliche Ausstattung erleichtere auch die Programmierung und die Flexibilität des Personaleinsatzes, zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter vertretungsweise kurzfristig an einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt werden müsste.
Kaum Pufferzeit für Störfälle
Info
Ein ganz wichtiger Aspekt für die zuverlässige und wirtschaftliche Produktion auf den eingesetzten Anlagen von Tornos ist die Qualität des gebotenen Herstellersupports. Denn die äußerst straff durchgeplante Maschinenbelegung lässt bei Hamilton kaum Pufferzeit für etwaige Störfälle und daraus folgende Maschinenstillstandszeiten zu. Zudem gibt es kaum externe Zulieferer, die das geforderte Qualitätsniveau erfüllen, sodass auch hier nur bedingt Spielraum zur Verfügung steht. Dank des zuverlässigen und professionellen Services von Tornos werden die Anlagen bei Hamilton im seltenen Falle einer Störung schnell wieder zum Laufen gebracht. Erfreulicherweise hat sich das Ausfallgeschehen bei den verwendeten Anlagen bisher sehr in Grenzen gehalten. Und wenn doch mal ein Serviceeinsatz erforderlich wird, reagieren die entsprechenden Mitarbeiter kurzfristig.
Präzision und Schnelligkeit schließen einander nicht aus
„Die Partnerschaft mit Tornos begann für uns aufgrund von existenziellen Problemen bei der Beschaffung eines besonders diffizilen Bauteils für automatisierte Pipettiersysteme mit multiplen Pipetten“, erinnert sich Udo Wagner, Teamleiter der Dreherei. Pipettiert wird mit winzigen Spritzen aus Kunststoff, die von zwei ineinander gleitenden Spannzangen betätigt werden. Während die äußere Spannzange den Spritzenkörper fixiert, umfasst die innere Spannzange das dünne und ziemlich kurze Ende der Kolbenstange. Die Fixierung der Spritzenbestandteile durch die Spannzangen muss unverrückbar sein, weil schon geringste Verschiebungen zu Dosierabweichungen und damit zu erheblichen Messfehlern führen würden. Um einen sauberen Formschluss zu ermöglichen, muss die innere Spannzange ein äußerst feines, geometrisch exakt definiertes Innengewinde mit Freistich aufweisen, das auf lediglich 3/100 mm toleriert ist. In diesem Bereich muss sie zudem sehr tief geschlitzt werden. Das Tornos-System Deco 2000 erwies sich hier als präzise, schnell, robust und langlebig.
Der Autor Klaus Vollrath betreibt ein Redaktionsbüro in Aarwangen in der Schweiz.
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Stand: 08.12.2025
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