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Compamed 2026 Produktion medizintechnischer Geräte neu gedacht

Quelle: Pressemitteilung Stäubli 4 min Lesedauer

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Standardisierte Montagezellen gehören seit Jahrzehnten zum Programm von Baumann Automation. Mit der Robox Medtech zeigt das Amberger Unternehmen auf der Compamed nun eine Weiterentwicklung ihrer Standardplattform für die Produktion medizintechnischer Geräte. Hygienegerechte Roboter von Stäubli übernehmen dabei Handhabungs-, Füge- und Montageprozesse.

Stäubli Roboter punkten bei allen Handhabungs-, Montage- und Prüfprozessen mit ihrem überlegenen Hygienedesign.(Bild:  Baumann Automation)
Stäubli Roboter punkten bei allen Handhabungs-, Montage- und Prüfprozessen mit ihrem überlegenen Hygienedesign.
(Bild: Baumann Automation)

„Die Entwicklung der Robox Medtech ist der konsequente Schritt zur Realisierung einer hochleistungsfähigen Montageplattform. Wir verfügen über jahrzehntelange Kompetenz im Bau von Standardzellen, wir haben viel Erfahrung mit hygienesensiblen Applikationen, wir kennen die strengen branchenspezifischen Anforderungen der Medizintechnik – was lag da näher, als diese Expertise in einer Standardplattform zu bündeln. Wir reisen deshalb mit hohen Erwartungen zur Compamed, wo wir die Zelle am Stand A20 in Halle 8b dem Fachpublikum vorstellen“, betont Robert Bachmeier, Leiter Vertrieb Medtech & Food bei Baumann Automation.

Wichtig zu wissen: Die Robox Medtech ist bewusst keine starre Katalogmaschine. Baumann versteht die Plattform als Automatisierungsbasis, deren Ausführung an die regulatorischen und produktspezifischen Anforderungen der jeweiligen Applikation angepasst wird – von GMP- über FDA- bis zu Reinraumanforderungen. Der Standard liefert die bewährte Basis, die Applikation bestimmt die Ausprägung. Dank der Flexibilität der Plattform lässt sich ein breites Spektrum an Medizintechnikprodukten damit herstellen.

Hygienic Design: Toträume auf ein Minimum reduziert

Bereits der erste Blick auf die Zelle verrät die kundige Handschrift der Entwickler in Sachen Hygienedesign. Fallspezifisch kommen Edelstahlverkleidungen, speziell bearbeitete Oberflächen sowie abgerundete Ecken und Kanten zum Einsatz. Toträume und schwer zugängliche Bereiche sind konstruktiv weitestgehend vermieden, Materialien und Komponenten halten den vorgesehenen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren stand. „So minimieren wir Partikel- und Keimansammlungen und die Zelle lässt sich einfach und schnell reinigen“ so Johannes Strobel, Gruppenleiter Entwicklung bei Baumann Automation.

Auch die Softwarearchitektur ist auf die regulatorischen Anforderungen medizintechnischer Produktionsprozesse ausgelegt: Benutzer- und Rechteverwaltung, nachvollziehbare Prozessdaten und Funktionen zur Audit-Trail-Protokollierung gehören zum Konzept. Anforderungen aus GAMP 5 und FDA 21 CFR Part 11 lassen sich abhängig von Kundenanforderung und Systemarchitektur umsetzen.

Modular skalierbar – von der Einzelzelle bis zur Linie

Die Plattform basiert auf einem 200-mm-Raster und passt sich damit flexibel an Prozesse und Platzverhältnisse an. Die kleinste Zelle beginnt bei 1.000 × 1.000 mm, Einzelzellen sind in Tischbauform bis 2.400 × 2.000 mm und in Bodenbauform bis 3.200 × 2.400 mm realisierbar. „Die Robox ist maximal flexibel. Stand-Alone, inline, Zellenkombinationen bis hin zur kompletten Produktionslinie – alles ist möglich. Der Anwender kann schrittweise investieren, mit überschaubarer Automatisierung starten und die Kapazität bei Bedarf ausbauen“, betont Robert Bachmeier.

Weil Mechanik, Steuerungsarchitektur und Software modular aufgebaut sind, lassen sich zusätzliche Prozesse, Prüfstationen, Zuführsysteme oder Robotikmodule auch nachträglich integrieren. „Wir beherrschen ein breites Spektrum der Prozesse bei der Medical-Device-Produktion, darunter Pick-and-Place, Fügen, Einpressen, Schrauben, Kleben, Dosieren, Schweißen, Laserapplikationen, Kennzeichnen sowie Prüf- und Inspektionsprozesse. Das macht die Investition für unsere Kunden zukunftssicher“, verspricht Johannes Strobel.

Traceability ist zentraler Bestandteil des Anlagenkonzepts: Bauteile werden über DMC-, Barcode- oder RFID-Systeme eindeutig identifiziert und verfolgt, Prozessparameter und Prüfergebnisse dem Produkt zugeordnet und an MES- oder ERP-Systeme übergeben. Abgesichert wird die Qualität über industrielle Bildverarbeitung, Anwesenheits- und Lagekontrollen, Kraft-Weg- und Drehmomentüberwachung, Dichtheits- oder Durchflussprüfungen sowie elektrische Prüfverfahren – fehlerhafte Teile werden unmittelbar im Prozess erkannt und ausgeschleust.

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Warum Roboter von Stäubli

Für die Wahl von Stäubli Roboter in diesem anspruchsvollen Umfeld gibt es gute Gründe, wie Robert Bachmeier verrät: „Ausschlaggebend für die Wahl von Stäubli sind die hohe Präzision und Wiederholgenauigkeit, die kompakte Bauweise – vor allem aber das einzigartige Hygienedesign und die Bandbreite an Ausführungen für sensitive Produktionsumgebungen: Reinraum-, HE-, Stericlean- und ESD-Varianten stehen innerhalb einer Roboterplattform zur Verfügung. Damit lassen sich sehr unterschiedliche Anforderungen abdecken, ohne die Systemarchitektur zu wechseln.“

Die Auswahl folgt dem Grundsatz „so viel wie erforderlich, aber nicht mehr als notwendig“. Nicht jede Medizintechnik-Applikation benötigt ISO 5 oder eine aseptische Umgebung. HE-Ausführungen sind v. a. dort interessant, wo intensive Reinigungs- und Desinfektionsprozesse gefordert sind; Stericlean-Roboter kommen bei sehr hohen Hygieneanforderungen bis hin zu aseptischen Prozessen in Betracht. ESD-Varianten spielen ihre Stärken aus, wenn empfindliche Elektronik verarbeitet wird – etwa bei Produkten mit integrierter Sensorik. Betrachtet wird dabei nie der Roboter allein, sondern immer das Gesamtsystem aus Robotik, Zelle, Materialkonzept, Reinigung und Prozess.

„Perspektivisch rückt natürlich die mobile Robotik in den Fokus: Mit dem Stäubli Sterimove steht ein Mobilroboter zur Verfügung, der für den Reinraum bis hin zu aseptischen Umgebungen qualifiziert ist. Denkbar sind die Versorgung der Zellen mit Komponenten, der Transport von Trays und der Abtransport von Fertigprodukten. Die Automatisierung endet damit nicht an der Zellengrenze, sondern erstreckt sich auf die gesamte Intralogistik. Sicherlich ein entscheidender Vorteil für künftige Installationen“, so Johannes Strobel.

Dokumentation, die den Weg zur Freigabe verkürzt

In der Medizintechnik endet das Engineering nicht mit der funktionierenden Anlage. Baumann liefert eine strukturierte Anlagendokumentation und – je nach vereinbartem Validierungskonzept – Unterlagen für die Qualifizierung: Spezifikationen, Risikoanalysen, Prüf- und Testdokumentationen sowie Unterlagen zur Unterstützung von FAT, SAT, IQ und OQ.

 Genau hier zahlt sich der Standardisierungsgrad aus. Bewährte mechanische und elektrische Konzepte, standardisierte Softwaremodule und definierte Dokumentationsstrukturen müssen nicht je Projekt neu entstehen. Das senkt Projektrisiken, verringert den Qualifizierungsaufwand spürbar und bringt dem Anwender neben einer kürzeren Projektlaufzeit v. a. eines: Planungssicherheit bis zum Produktionsstart.

Baumann auf der Compamed 2026 (16. bis 19. November in Düsseldorf): Halle 8b, Stand A20